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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

In alten Werft-Zeiten schwelgen

20.07.2015

Elsfleth „100 Schiffe wurden hier in den Jahren 1948 bis 1965 gebaut“, hatte Klaus Wiechmann, Geschäftsführer der Elsflether Werft, recherchiert. Und der Blick auf eben diese Zeitspanne hatte auch einen Grund, denn 62 ehemalige Lehrlinge aus diesen Jahren freuten sich, ein Wiedersehen mit den einstigen Kollegen und dem Ort feiern zu können, von dem aus sie in das Berufsleben gestartet waren, das inzwischen größtenteils hinter ihnen liegt.

Während sich die Lehrlinge, die der Werft bis zu ihrer Pensionierung treu blieben, regelmäßig bei den Weihnachtsfeiern treffen, war es für die übrigen Teilnehmer oft das erste Wiedersehen mit den Hallen und Anlagen nach rund einem halben Jahrhundert. Viel hat sich in dieser Zeit geändert.

Die Idee zu dem Wiedersehen hatte Walter Dauter. Gemeinsam mit Rolf Grabhorn als Unterstützung beim Schriftverkehr, organisierte der 82-jährige Schiffbauer bereits vor drei Jahren ein derartiges Treffen für einen weitaus kleineren Kreis.

Nach dem damaligen Erfolg war das Interesse groß, so dass eine Wiederholung im großen Stil geplant wurde. Klaus Wiechmann unterstützte das gerne, indem er nicht nur die Erlaubnis zu einer Werksbesichtigung gab, sondern sich dabei neben Dauter und Roland Bolles auch als einer der Führer über das Gelände zur Verfügung stellte. Schiffsneubauten, wie damals in den Nachkriegsjahren, gibt es auf der Werft schon lange nicht mehr. Stattdessen hat man sich in Elsfleth auf Reparaturen und Umbauten spezialisiert, hieß es.

Vorbei am Magazin, der Tischlerei mit dem darüber liegenden Konferenzraum, der liebevoll „Café Behrend“ getauft wurde, und entlang der Hallen, in denen sich Rohrlegerei, Schiffschlosserei und Möbellager befinden, führte die Runde.

Spannend war der Blick in eine der früheren Schiffbauhallen. Auf deren Fundament befindet sich heute eine moderne, beheizbare Halle mit Schlosserei und Rohrlegerei. Der gesamte Energieverbrauch werde jetzt mit den Solarzellen auf dem Dach abdeckt, erklärte Dauter.

Bei den Besuchern kamen beim Anblick der Halle indessen Erinnerungen hoch: Wie sie – im forschen Jugendalter – zum Beispiel von den Fischereifrauen mit Heringen beworfen wurden, wenn sie es mal wieder allzu arg übertrieben. Wie ein Iltis habe man gestunken, wurde bei dem Treffen gescherzt. Erinnerungen gab es aber auch daran, wie die Lehrlinge dafür sorgen mussten, dass pünktlich zur Mittagszeit das mitgebrachte Essen sämtlicher Gesellen im Wärmeschrank stand.

Gut war den die meisten Teilnehmern noch im Gedächtnis, wie in einer anderen, damals noch ganz neuen Schiffbauhalle, ganz groß das 50-jährige Jubiläum gefeiert wurde. „Und nächstes Jahr wird die Elsflether Werft schon 100 Jahre alt“, staunten Dautner und seine ehemaligen Kollegen, wie schnell die Zeit vergangen ist, während Erinnerungen an den Ausbau von 500 Fernmelde-VW-Bussen oder den Bau sämtlicher, komplett ausgestatteter Kabinen für die MS Europa wach wurden.

Bei Kaffee und Kuchen im „Café Behrend“ schwelgten die ehemaligen Mitarbeiter nach dem Rundgang noch lange in alten Zeiten.

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