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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Stadtrat: Innenstadt soll nicht Bach runtergehen

01.11.2016

Nordenham Von der Nordenhamer Fußgängerzone wohnt Edeltraut Spreen nur einen Steinwurf entfernt. Als die 63-Jährige noch als Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall beschäftigt war, führte ihr Weg täglich durch den nördlichen Teil der Einkaufsmeile. „Ich habe früher immer gern durch die Schaufenster geguckt und nach Klamotten und anderen Sachen geschaut“, erinnert sich die 63-Jährige. Wenn sie heute durch die Schaufenster schaut, sieht sie überwiegend leerstehende Geschäfte. „Wir haben in Nordenham tolle Firmen und eine tolle Industrie“, sagt Edeltraut Spreen. „Aber ich habe das Gefühl, dass die Innenstadt so langsam den Bach runtergeht.“

Die Sozialdemokratin will sich dafür einsetzen, dass der nördliche Teil der Fußgängerzone wieder belebt wird, wohlwissend, dass es dafür keine Patentrezepte gibt. Im Nordenhamer Stadtrat hat sie Gelegenheit dazu. Edeltraut Spreen ist zwar schon seit Jahrzehnten aktives Gewerkschaftsmitglied und somit auch politisch aktiv. Aber dem Stadtrat, der sich an diesem Dienstag konstituiert, gehört sie zum ersten Mal an – als eines von 17 Mitgliedern der SPD-Fraktion.

Edeltraut Spreen ist eine waschechte Nordenhamerin. Sie ist hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Und sie hat einen Großteil ihres Berufslebens in Nordenham verbracht. Die letzte Station war ein Büro im IG-Metall-Haus an der Gate. Hier hat sie von 1988 bis 2012 gearbeitet.

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Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis die Nordenhamer beruflich Wurzeln schlug. Begonnen hatte sie mit einer Ausbildung als Bürogehilfin im Einswarder Flugzeugwerk, das damals noch zu VFW Fokker gehörte. Edeltraut Spreen arbeitete anschließend unter anderem bei Felten & Guillaume, im Kaufhaus Hertie in Oldenburg, in der Gutehoffnungshütte, absolvierte eine Umschulung zur Tischlerin und war in der Jugendgerichtshilfe in Blexersande tätig. Besonders gern denkt Edeltraut Spreen an die Jahre 1979/1980 zurück, als sie Leiterin des Nordenhamer Jugendzentrum war, das sich damals noch am Westrand des Marktplatzes befand. „Das war eine tolle Zeit“, erinnert sich die 63-Jährige.

Edeltraut Spreen findet den Umgang mit Menschen reizvoll. „Das hat mir schon immer viel Freude gemacht.“ Gerade zu jungen Leuten habe sie einen guten Draht. „Wir müssen zusehen, dass wir uns mehr für die Jugendlichen einsetzen“, sagt die Nordenhamerin, die gerne im Wirtschafts-, im Sozial- und im Jugendausschuss mitarbeiten möchte. Die Initiative des Jugendparlaments, das sich für einen Fitnessparcours am Strand einsetzt, findet sie klasse.

Edeltraut Spreen hatte sich vor 30 Jahren schon einmal um einen Sitz im Stadtrat beworben. Damals klappte es nicht. „Eigentlich wollte ich gar nicht mehr kandidieren“, gesteht die Mutter eines Sohnes, die inzwischen auch eine Enkeltochter hat. Aber sie ließ sich überzeugen von befreundeten Genossen im SPD-Ortsverein Nordenham, deren Zweite Vorsitzende sie ist. Darüber hinaus ist Edeltraut Spreen noch im Refugium Wesermarsch und im Präventionsrat aktiv.

In ihrer Freizeit kocht Edeltraut Spreen gerne. Sie unternimmt Camping-Touren mit ihrem Ehemann Siegfried, treibt Sport und liest. Außerdem näht die Rentnerin –  allerdings selten für sich selbst. In der Familie und im Freundeskreis hat sie viele dankbare Abnehmer für ihre Handarbeiten.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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