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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Integration soll ganz easy sein

29.03.2006

FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE Die Zusammenkunft findet im „Easy“ statt. Diese Kneipe soll dann Vereinsheim werden.

von henning bielefeld FRIEDRICH-AUGUST-HÜTTE - Mit dem Neben- und Gegeneinander von Deutschen und Zuwanderern in Nordenham soll jetzt Schluss sein. Dazu will Sedat Yildiz mit einer neuen Initiative beitragen: Der 36-Jährige lädt für morgen zur Gründungsversammlung eines „Vereins zur Förderung der Integration“ ein.

Treffpunkt ist um 19 Uhr die Gaststätte „Easy“. Sie liegt an der Martin-Pauls-Straße – schräg gegenüber der Einfahrt zu Metaleurop und Xstrata. Inhaberin ist seine Mutter Sükriye Yildiz, er selbst bedient hier.

„Es wird in Nordenham so viel über Integration geredet, und wir machen es jeden Tag“, sagt Yildiz unter Anspielung auf die Auseinandersetzung des türkischstämmigen Deutschen Cengiz Keles um eine Parzelle im Kleingärtnerverein „Gartenfreude“. In seiner Kneipe verkehrten Gäste aus aller Herren Länder – und das vollkommen friedlich. Darauf will Sedat Yildiz aufbauen: „Wir werden das ,Easy‘ schließen, einige Wochen lang renovieren und dann als Vereinsheim des neuen Vereins wiedereröffnen. Ein bisschen Geld haben wir selbst, den Rest bringen wir schon zusammen.“

34 Bürger aus Friedrich-August haben nach seinen Worten Interesse am Mitmachen bekundet. Es handele sich dabei um Deutsche, Polen, Türken, Kurden, Russen, Libanesen, Ghanesen und einen Einwohner von Sierra Leone. Sie seien bei Diskussionen in der Kneipe darauf gekommen, einen Integrations-Verein zu gründen. Bei einem Notar habe er sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert. Sedat Yildiz selbst will für den Vorsitz kandidieren; als Name für den Verein schwebt ihm – in Anlehnung an die Kneipe – „Easy-Integration“ vor. „Easy“ ist englisch und bedeutet „einfach“.

Der Verein soll vor allem Sprach- und Kochkurse anbieten. „Beim gemeinsamen Kochen von Hausmannskost – ob deutscher, polnischer oder türkischer – kommt man sich am besten näher“, ist Yildiz überzeugt. Hier sollen die Zuwanderer Deutsch lernen und die Deutschen die Kultur der Zuwanderer kennen lernen. Der 36-Jährige gibt ein großes Ziel vor: „Wir wollen den vom Bürgermeister angeregten Integrationswettbewerb gewinnen!“

Ganz billig wird die Mitgliedschaft aber nicht: Sedat Yildiz spricht von einem Monatsbeitrag zwischen 20 und 30 Euro.

Sedat Yildiz ist in Nordenham ein bekannter Mitbürger. Der frühere NSW-Mitarbeiter hatte sich vor drei Jahren mit dem eigenen Mode-Label „Kangal“ an der Herbertstraße selbstständig gemacht. Die Kleidung lieferte eine Manufaktur in Istanbul. Nachdem der britische Moderiese „Kangol“ mit einer sehr hohen Konventionalstrafe gedroht hatte, musste Yildiz sein Geschäft schließen. Bekannt wurde er auch als Darsteller bei den „Plattdüütschen“. Unter anderem spielte der Türkischstämmige einen Pastor.

Yildiz war bei den Plattdüütschen

als Pastor

zu sehen

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