• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Landwirtschaft: Welcher Scheppschuh kann’s am besten?

21.07.2017

Isens Nicht ganz so groß wie ein Einfamilienhaus, aber fast genau so teuer: Moderne Güllefässer sind hochkomplexe landwirtschaftliche Maschinen. Viele namhafte Hersteller stehen zurzeit mit neuen Modellen in den Startlöchern, denn Anfang 2018 wird eine novellierte Düngeverordnung mit deutlich strengeren Umweltschutzauflagen in Kraft treten. Dem müssen die Hersteller Rechnung tragen – vor allem durch veränderte Techniken zum Ausbringen der Gülle.

Doch wer wird im Rennen um die Gunst der Landwirte und Lohnunternehmer letztlich die Nase vorne haben, welches Güllefass sich als top und welches als hopp erweisen? In dieser Frage schaut die gesamte Branche zurzeit gespannt nach Butjadingen, genauer: Auf den Hof von Frerk Francksen in Isens. Der Landwirtschaftsverlag aus Münster testet dort für sein Fachmagazin „Profi“ neun Güllefässer. Und das Urteil der drei Tester wird einen nicht unwesentlichen Einfluss darauf haben, ob ein Güllefass zum Renner oder zum Ladenhüter wird.

Die drei Tester sind Jan-Martin Küper, Lars Beckereit und Tobias Bensing. Letzterer ist Redakteur beim Landwirtschaftsverlag. Das war acht Jahre lang auch Jan-Martin Küper aus Mitteldeich. Inzwischen ist der Maschinenbau-Ingenieur im Betrieb von Frerk Francksen in Isens tätig; er schreibt aber immer noch als freier Mitarbeiter für „Profi“ sowie für „Top Agrar“, das zweite große Fachmagazin, das der Landwirtschaftsverlag herausbringt.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Lars Beckereit studiert Maschinenbau in Wilhelmshaven. Davor hat er auf dem Hof von Frerk Francksen seine Ausbildung absolviert und arbeitet dort nun regelmäßig in den Semesterferien.

 Bis zu 180 000 Euro

In diesen Ferien eine besonders spannende Arbeit. Denn schließlich macht man nicht alle Tage mit bei einem Test von Güllefässern, die zwischen 80 000 und 180 000 Euro kosten. Genau genommen betrifft der Test weniger die Fässer an sich als vielmehr die Ausbringevorrichtungen, die allesamt nach einem neuen, effektiveren und emissionsärmeren Prinzip konstruiert wurden.

Wer ein Bild von einem Güllefass im Einsatz vor Augen hat, der denkt an die sogenannten Prallteller, aus de-nen die Gülle munter über das Feld spritzt. Das Prinzip funktioniert laut Jan-Martin Küper so: Die Gülle wird aus dem Fass gegen eine Platte gedrückt, die so geformt ist, dass die Gülle gleichmäßig über die Arbeitsfläche verteilt wird.

Der Vorteil: Die Prallteller-Vorrichtung ist vergleichsweise günstig. Der Nachteil ist, dass der in der Gülle enthaltene Stickstoff, mit dem die Pflanzen gedüngt werden, zum Teil in der Luft verpufft, ehe er den Boden erreicht. Zudem verschmutzt die Gülle die Pflanzen – was deren Photosynthese beeinträchtigt, sollte es nicht unmittelbar nach dem Ausbringen regnen.

Die neue Düngeverordnung, die bereits verabschiedet ist, schreibt ein bodennahes und entsprechend emissionsarmes Ausbringen der Gülle vor. „Prallteller werden auf Grünland spätestens 2025 verboten sein“, sagt Jan-Martin Küper. Und an dieser Stelle kommt das neue Verfahren ins Spiel, das er und seine Kollegen in Isens testen.

 Effektivere Düngung

Ablösen werden den Prallteller sogenannte Schleppschuhverteiler. Bei denen, so Jan-Martin Küper, wird die Gülle durch Schläuche in Schleppschuhe geleitet, die die Pflanzen auseinanderdrücken und die Gülle dann in unmittelbarer Nähe zur Wurzel auf dem Boden ablegen. Die Folge: Die Düngung ist effektiver, die Pflanzen verschmutzen nicht, es gerät weniger Stickstoff in die Luft – und es stinkt auch nicht.

Welche Schleppschuhe ihre Aufgabe am besten erfüllen, das wollen Jan-Martin Küper und seine beiden Mitstreiter nun herausfinden. Wer denkt, dass das an zwei Nachmittagen zwischen Kaffee und Abendbrot erledigt ist, der liegt nicht nur haarscharf daneben. Von der Ideen für den Test, die Jan-Martin Küper und Tobias Bensing entwickelt haben, über die Festlegung der Test-Kriterien, die in enger Absprache mit den Herstellern erfolgte, bis zum fertigen Test-Bericht, der im November in der „Profi“ erscheinen soll, wird ein Jahr ins Land gegangen sein.

Die eigentlichen Tests erstrecken sich über zwei Monate. Und die Tester sind mitten drin. Die neun nicht nur in Deutschland, sondern auch im benachbarten Ausland ansässigen Herstellerfirmen, die zu dem Vergleichstest antreten, haben nicht nur ihre Maschinen nach Isens geschafft. Sie haben in diesen Tagen auch Vertreter nach Butjadingen entsandt. „Die Leute kennen ihre Maschinen natürlich noch besser als wir und können uns entsprechend helfen“, sagt Jan-Martin Küper.

Ohne diese Unterstützung würden die Tester womöglich Gefahr laufen, durch einen Bedienfehler zu einer schlechten Note zu kommen, wo eine schlechte Note gar nicht angebracht ist. Und da ihr Wort viel Gewicht hat und ihr Urteil daher wasserdicht sein muss, darf das nicht passieren.

 Daumen hoch?

Mit welcher Genauigkeit und Gleichmäßigkeit schaffen es die Maschinen, die Gülle auf dem Acker oder Grünland zu verteilen? Wie gut drücken sie die Pflanzen auseinander, um die Gülle punktgenau an der Wurzel ablegen zu können? Das sind nur zwei von vielen Fragen, auf die die Tester in der Theorie und in der Praxis und – um eine Vergleichbarkeit herzustellen – unter immer den gleichen Bedingungen eine Antwort suchen. Für jedes Kriterium verteilen sie Plus- oder Minuspunkte, deren Summe am Ende das Gesamtergebnis ergibt.

Frerk Francksen hat seinen Hof schon etliche Male für solche Tests zur Verfügung gestellt. Und auch für die Hersteller der Güllefässer entscheidet sich nun im kleinen Isens, ob der Daumen am Ende nach oben oder unten zeigt.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2204
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.