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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

J. Müller greift in Bremen zu

28.10.2016

Brake /Bremen Die Braker J. Müller AG stärkt den Standort Bremen – und baut ihn weiter aus. Mit der Entscheidung der Bremischen Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen für den Verkauf der Getreideverkehrsanlage in der Bremer Überseestadt an sein Unternehmen sei „ein wichtiger Meilenstein“ erreicht, sagte Vorstandsvorsitzender Jan Müller. „Wir stehen kurz vor der Vertragsunterzeichnung.“ In Bremen ist J. Müller seit Jahren durch die J. Müller Weser GmbH & Co. KG vertreten, die am Holzhafen einen Terminal für Rohkaffeelogistik und Futtermittelumschlag sowie Bearbeitung betreibt.

Nun wird das Unternehmen neuer Eigentümer des rund 47 500 Quadratmeter großen Grundstückes samt Immobilie und 320 Meter Kaje. Müller hatte in der Ausschreibung das höchste Kaufpreisangebot vorgelegt und den Zuschlag erhalten. Zur Höhe der Investition in Bremen machte der Vorstandsvorsitzende keine Angaben. Der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB), die die Immobilie im Auftrag der Stadt angeboten hatte, zufolge sollte das riesige Industriedenkmal für mindestens 2,5 Millionen Euro veräußert werden.

Die Getreideverkehrsanlage an der Unterweser passe gut zum Unternehmen, so Müller. Derzeit finde dort der Umschlag von Getreide und anderen Agrarprodukten sowie Kaffeelagerung statt.

„Die Getreideverkehrsanlage mit ihrer beeindruckenden Architektur ist sichtbarer Ausdruck von Geschichte und Zukunft der bremischen Hafenwirtschaft“, so Hafensenator Martin Günthner. „Deshalb war es zentraler Baustein der Ausschreibung, dass hier auch in Zukunft hafenwirtschaftliche Aktivitäten stattfinden.“

Nicht nur das sagte Müller zu. Er kündigte auch an, in Bremen „erheblich zu investieren. Das wird schon eine deutliche Aufgabe“, meinte er mit Blick auf die teilweise unter Denkmalschutz stehende Immobilie. „Dennoch lohnt es sich, die Anlage zu übernehmen als Teil unserer Strategie.“ Teilweise sind die Gebäude laut WFB „stark sanierungsbedürftig“ und müssen aktuellen Sicherheitsstandards angepasst werden.

Übernommen werden sollen auch die Mitarbeiter. „Langfristig streben wir an, weitere Stellen zu schaffen und den Betrieb auszubauen“, ergänzte Jürgen Huntgeburth, Geschäftsführer J. Müller Weser GmbH. Derzeitiger Mieter der Getreideverkehrsanlage ist das Unternehmen D. Wandel, dessen Pachtvertrag ausläuft. Da dieses noch eine Übergangsfrist habe, hofft Müller auf eine Übernahme „in der ersten Jahreshälfte 2017“.

Die Getreideverkehrsanlage wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in mehreren Phasen errichtet und ist eines der imposantesten Bauwerke in den stadtbremischen Häfen. Der Industriebau aus rotem Klinker ist in seiner Monumentalität in Deutschland einmalig.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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