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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Tragische Fälle Halten Jade In Atem: Schafe gerissen und in den Tod getrieben

26.09.2017

Jade Es sind schreckliche Bilder: Die getöteten, inzwischen geborgenen Schafe liegen auf einem Anhänger an der Jader Straße. „13 tote Tiere haben wird bereits geborgen. Zehn weitere vermissen wir noch. Sie treiben vermutlich noch in der Jade herum.“ Landwirt Werner Idema holt ein Röhrchen aus seinem Overall, sucht beim toten Tier eine Bissstelle und zieht einen DNA-Test, den er noch am selben Tag zu einem Institut nach Hamburg schickt.

„Doppelt hält besser“, sagt Idema im Gespräch mit der NWZ. Zuvor hatte sich nämlich bereits Franz-Otto Müller, Wolfsberater in der Wesermarsch, um den Vorfall gekümmert. „Wir haben DNA-Proben ans Senckenberg-Institut geschickt. Noch ist völlig unklar, ob ein Wolf oder ein Hund für die Tragödie verantwortlich ist“, so Müller gegenüber der NWZ.

Aus Sicht der Schafzüchter war es ein schwarzes Wochenende in Jade. Neben den vermutlich 23 toten Texel-Schafen in Jade, die vermutlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag gerissen und in den Tod getrieben wurden, hat es nach Angaben von Müller bereits am Freitag einen Vorfall in Jaderkreuzmoor gegeben. Dort wurden zwei Schafe gerissen, ein Tier musste schwer verletzt eingeschläfert werden. Beide Fälle sind von den Wolfsberatern der Wesermarsch dokumentiert worden. Mit großer Spannung werden die Ergebnisse der DNA-Proben erwartet.

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Rückblick: Erst im Dezember 2015 waren in der Gemeinde Ovelgönne 27 Schafe gerissen und in den Tod getrieben worden. Über DNA-Proben konnte bewiesen werden, dass ein Haushund aus der Nachbargemeinde Stadland die Katastrohe verursacht hatte.

Ob es in den aktuellen Fällen aber tatsächlich ein Hund war, bleibt abzuwarten. „Wir hatten vor längerer Zeit schon mehrfach gerissene Schafe zu beklagen, aber die Bisswunden sahen völlig anders aus “, sagt Idema im Gespräch mit der NWZ. Es könne sich bei den jetzt vorliegenden Bisswunden um einen Wolfshund, einer Kreuzung aus einem Wolf und einem Hund, handeln, vermutet Idema.

Das hält auch Dr. Uwe Bruns, Tierarzt aus Großenmeer, für nicht unwahrscheinlich. Er verweist auf einen Schafsriss vom 7. August zwischen Brake und Golzwarden. Der DNA-Test habe zweifelsfrei ergeben, dass das Schaf von einem Wolfshund getötet worden sei. Ein genetischer Fingerabdruck liege vor.

Unterdessen hat sich die Nachricht der gerissenen Schafe bis nach Hannover herumgesprochen. Der Jader Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen (Grüne) bezeichnete den Fall als tragisch, verwies aber auch darauf, dass ein Wolfsabschuss nur im Einzelfall möglich sei. „Dennoch ist so ein Vorfall für jeden Schafzüchter eine Tragödie“, sagt Janßen.


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Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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