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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Jeder muss mehr bezahlen“

06.01.2017

Brake Dass man sich mit illegaler Müllentsorgung strafbar macht, dürfte kein Geheimnis sein. Dennoch muss sich Hans-Hermann Vowinkel regelmäßig über die unschönen Müllkippen rund um Altglas- und Kleidercontainer ärgern: „Was die Leute dort auf die Straße werfen ist kaum zu glauben. Altpapier, Geschirr, Holz, das ist keine Seltenheit. Sogar einen kleinen Kühlschrank habe ich schon gesehen.“ Er habe bereits mit einigen Menschen gesprochen, denen diese unschönen Anblicke ebenfalls gegen den Strich gingen.

Vowinkel appelliert deshalb an alle Bürger, wachsam zu sein und Täter direkt anzuzeigen, wenn man sie denn erkenne. „Der Müll muss ja extra mit einem Wagen abgeholt werden. Und die zusätzlichen Kosten werden auf alle umgelegt. Jeder muss dann mehr bezahlen“, schimpft er.

Andree Stelljes-Schmalge von der GIB Entsorgung Wesermarsch kann das bestätigen: „Für die Extrakosten kommen die allgemeinen Gebührenzahler auf. Es sind zwar geringe Beträge, die jeder Einzelne mehr bezahlen muss, aber man könnte das Geld sparen.“

Die GIB ist für die Aufreinigung der Altglassammelstandorte zuständig, das sei vertraglich so geregelt, berichtet Stelljes-Schmalge. „Ein Mitarbeiter fährt regelmäßig die über 100 Standorte in der Wesermarsch ab und sammelt den abgelagerten Müll ein. Da liegt alles mögliche herum – Sperrmüll, Wäscheständer oder alte Liegestühle sind da nur ein paar Beispiele.“ Dabei schaue der Mitarbeiter vor Ort nach Material, das den Täter unter Umständen identifizieren könne. „Natürlich werden geschlossene Säcke nicht durchwühlt, das stellt trotz Handschuhen ein zu hohes Sicherheitsrisiko dar. Aber wenn offensichtlich etwas auf den Verursacher hinweist, wird es fotografiert und als Beweismittel gesichert“, erzählt der GIB-Mitarbeiter.

Die Informationen werden dann an die Untere Abfallbehörde weiter gegeben, die dann ein Bußgeld verhängen könne. „Das fängt bei 50 Euro an und kann bis in den fünfstelligen Bereich gehen.“ Entscheidend sei die Art von Müll, die illegal entsorgt wurde. „Wenn jemand zum Beispiel einen Altölkanister irgendwo abstellt und dieser beschädigt ist oder beschädigt wird, wird direkt das Grundwasser verunreinigt. Das wird dann ziemlich teuer“, weiß Stelljes-Schmalge.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, sei man auf die Unterstützung der Anwohner angewiesen. „Wenn jemand etwas beobachtet, sollte er sich zum Beispiel das Autokennzeichen notieren. Das hilft, den Verursacher zu finden und für seine Tat zu belangen“, erklärt er.

„Fakt ist, wenn jeder seinen Müll richtig entsorgt und dabei die anfallenden, meist geringen Kosten in Kauf nimmt, kann die Allgemeinheit dadurch Geld sparen“, erklärt Andree Stelljes-Schmalge abschließend.

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