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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Junge Kandidaten haben viele Ideen

07.09.2016

Brake /Wesermarsch Ungeachtet aller inhaltlicher Differenzen herrscht bei den jungen Kreistagskandidaten, die die NWZ  zu einer Diskussion an einen Tisch gebeten hatte, in einem Punkt Einigkeit: Nicht meckern, anpacken, lautet ihr Motto. War die Motivation für den Schritt in die Politik auch unterschiedlich, das Ziel ist dasselbe: Etwas für die Menschen in der Wesermarsch bewirken. Tobias Beckmann (18, CDU), Marcel Schmikale (31, SPD), Christina-Johanne Schröder (32, Grüne), Hermann Robert Meyer (36, Unabhängige Wähler) und Michael Sanders (39, FDP) waren in die Redaktion nach Brake gekommen, zwar nicht immer die jüngsten Kandidaten ihrer Partei, aber auf jeden Fall mit die jüngsten. Die Linke und AfD waren der Einladung nicht gefolgt.

Applaus der Runde gibt es vorweg schon mal für Tobias Beckmann, mit 18 Jahren der Jüngste am Tisch. Und er macht seine Motivation für einen Einstieg in die Politik gleich an einem konkreten Beispiel deutlich: „Ich habe keine Möglichkeit, aus Diekmannshausen mit einem Bus herzukommen.“ Und noch ein Aspekt des Personennahverkehrs würde er im Kreistag gerne anpacken: „Schüler sollten immer kostenfrei Bus fahren können, nicht nur bis zur zehnten Klasse.“

Mit und ohne Erfahrung

„Schlechte Mobilitätschancen“ waren auch Grund für das Engagement von Christina-Johanne Schröder, die bereits seit sechs Jahren Mitglied des Kreistags ist. Aber auch gegen die geringen Kulturangebote für Kinder und Jugendliche sowie die „massive Abwanderung von Frauen“ wollte die Sozialwissenschaftlerin aus Berne etwas ausrichten.

Im Alter von 21 ist Marcel Schmikale erstmals in den Braker Stadtrat eingezogen – und bringt somit zehn Jahre kommunalpolitische Erfahrung mit. Diskussionen auf einer Familienfeier über alles, was falsch läuft, gipfelten bei ihm in einer Kandidatur. „Jemand, der mit jungen Menschen zu tun hat, bringt einen auch mal auf andere Gedanken.“ Vernünftige Bolz- und Spielplätze waren es bei ihm. Dass er nun in den Kreistag strebt, hat vor allem finanzielle Gründe: „Wir sind in Brake an einem Punkt, an dem es nicht weitergeht. Wir müssen das Kaputtsparen beenden.“

Etwas längere Bedenkzeit hat Hermann Robert Meyer gebraucht. „Ich habe drei, vier Jahre überlegt.“ Und da der Finanzbuchhalter aus Lemwerder sich als Mitbegründer einer Bürgerinitiative „nicht in den etablierten Parteien aufgehoben fühlte“, zog es ihn zur Unabhängigen Wählergemeinschaft Wesermarsch.

Lebenswerte Region

„Wo man kann, muss man was tun“, meint Michael Sanders aus Stadland. „Wir leben in einer Region, in der es sich zu leben lohnt.“ Da ihm aber ein Konzept fehlt, wie Arbeitsplätze geschaffen und die Wirtschaft gefördert werden soll, möchte er „nachhelfen“.

Gemeindeübergreifende Konzepte müssten künftig stärker gefördert werden, meint Christina-Johanne Schröder. Das sieht auch Tobias Beckmann so, vor allem bei der Wirtschaftsförderung. Und auch Marcel Schmikale spricht sich für einen „gemeinsamen Weg“ aus. Oftmals mache es den Eindruck, dass die Gemeinden konkurrieren; hier müsse man stärker ins Gespräch kommen. Gerade jüngere Leute könnten das über Parteigrenzen hinweg vielleicht einfacher. Allerdings sei eine gemeinsame Wesermarsch-Identität nur schwer zu entwickeln, gibt Michael Sanders zu bedenken. „Der Fokus liegt in Lemwerder auf ganz anderen Dingen als in Butjadingen.“ Diese Gegensätze zueinander zu bringen sei die Kunst – vielleicht zu erreichen, so Hermann Robert Meyer, durch verstärkte Diskussionen.

Vom sozialen Wohnungsbau (Sanders) über die Krankenhausfrage und eine interfraktionelle Runde (Schmikale), Digitalisierung (Beckmann) und freies W-Lan und E-Mobilität (Meyer) bis hin zu Mitfahrzentralen und Car-Sharing (Schröder) haben die Kandidaten viele unterschiedliche Ideen und Prioritäten.

Allerdings wissen sie auch, dass die Kassen leer sind. „Die Aufgaben für die Kommunen nehmen zu, die Gelder sind aber nicht ausreichend“, betont Christina-Johanne Schröder. Man solle sich nur auf realistische Projekte konzentrieren. „In fünf Jahren wird es kein Wirtschaftswunder geben.“ Bessere Voraussetzungen seien aber auch mit geringen Mitteln zu schaffen, so Sanders mit Blick auf Bildung von Technologiezentren. Gestoppt werden müsse, so Marcel Schmikale, auf jeden Fall der Trend, dass hoch qualifizierte Menschen den Landkreis verlassen. Helfen könnten dabei auch „weiche Standortfaktoren“ wie bezahlbarer Wohnraum oder neue Bus- und Bahnhaltestellen.

An einem Strang ziehen

Zustimmendes Nicken gibt es abschließend parteiübergreifend noch bei einer Bemerkung von Marcel Schmikale: „Wir sollten nicht so viel über die negativen Dinge reden.“ Und bei den positiven fallen der Runde auch einige ein, allen voran die Kinderbetreuung in allen Kommunen. Nur, so Hermann Robert Meyer, komme das außerhalb der Wesermarsch nicht an. Auch daran müsse gearbeitet werden – möglichst gemeinsam.

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