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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Medizin: Kapsel gewährt scharfen Einblick

16.05.2017

Brake Mit einem für das St.-Bernhard-Hospital neuen Verfahren wird nicht nur die dortige Diagnostik verbessert, vor allem wird auch die Belastung der infrage kommenden Patienten verringert. Diese müssen künftig nicht mehr in andere, weiter entfernte Krankenhäuser, um sich den Dünndarm untersuchen zu lassen. Mit der Dünndarmkapselendoskopie, die die Chefärzte Dr. Thorsten Austein, Jörn Glock, Dr. Jan Henrik Herrfurth und Dr. Martin Krakor sowie Schwester Kerstin Lehmann jetzt vorstellten, wird den Ärzten ein allgemein gut verträgliches Verfahren an die Hand gegeben, wenn es darum geht, die Ursache von ansonsten nicht zur erklärender Blutarmut durch Eisenmangel zu ergründen.

„Der Dünndarm war bis 2001 ein blinder Fleck“, sagt Dr. Martin Krakor. „Man kam einfach nicht hin“, erläutert der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III (Gastroenterologie und Endoskopie). Bei Spiegelungen war entweder am Anfang (bei Magenspiegelungen) oder am Ende (bei Darmspiegelungen) Schluss für die Optik des Endoskops. Das Innere des rund sechs Meter langen Dünndarms konnte nur durch eine relativ langwierige und aufwendige Ballonenteroskopie betrachtet werden.

Nun können die Patienten eine im Durchmesser knapp ein Zentimeter messende Kapsel schlucken. Diese hat nach fünf bis zehn Minuten den Dünndarm erreicht, wo die Übertragung der Bilder an einen Empfänger startet, den der Patient wie einen Walkman für acht bis zwölf Stunden mit sich führt.

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Da die Einmal-Kapsel, die nach der Darmpassage ausgeschieden und entsorgt wird, und vor allem die Auswertung der Bilder sehr zeitaufwendig („im Bereich von Stunden“) und somit kostspielig ist, sei das Verfahren „nicht das Mittel erster Wahl“. Vielmehr werde es dann angewandt, wenn andere zu keinem Ergebnis geführt hätten, betont Dr. Martin Krakor. Da insbesondere bei älteren Menschen die Ursachen von Blutarmut oft im Unklaren blieben, käme ihnen diese neue Methode mit sehr wenigen Risiken besonders zugute, ergänzt Dr. Thorsten Austein. Sie können künftig sämtliche Schritte der Diagnostik in Brake erledigen.

100 000 Bilder von der Darmpassage

Die Dünndarmkapselendoskopie ist eine Form der kabellosen Endoskopie und ermöglicht die Inspektion des gesamten Dünndarms. Bei dieser erstmals 2001 zur Anwendung gekommenen Untersuchung wird eine etwa 10 x 26 Millimeter kleine Kapsel geschluckt, in der Leuchtdioden, eine Kamera und eine Batterie enthalten sind. Pro Sekunde werden 2 bis 6 Bilder in sehr hoher Bildqualität aufgenommen und über einen Transmitter an einen Empfänger gesendet, den der Patient in einem Gürtel mit sich trägt.

Nach Abschluss der acht bis zwölf Stunden dauernden Untersuchung werden die rund 100 000 gespeicherten Bilder auf einen PC übertragen und mit Hilfe spezieller Software ausgewertet. Damit ist die wenig belastende und ungefährliche ambulante Untersuchung des bis 2001 weitgehend unzugänglichen Dünndarms auch ohne die heute überwiegend zu Behandlungszwecken eingesetzte, relativ langwierige und aufwendige Dünndarmendoskopie (Ballonenteroskopie oder Spiralenteroskopie) möglich.

Wichtigstes Einsatzgebiete ist die Blutarmut durch Eisenmangel bzw. chronischen Blutverlust, der durch herkömmliche Darm und Magenspiegelung nicht geklärt werden konnte. Auch in manchen Fällen eines Morbus Crohn (chronisch entzündliche Darmerkankung) kann die Kapseluntersuchung hilfreich sein. Seltener besteht ein Einsatzgrund bei anderen Fragestellung z.b. Polypenerkrankungen, Tumorverdacht, Zöliakie. In Ausnahmefällen kann auch eine Untersuchung des Dickdarms mit technisch etwas modifizierten speziellen Videokapseln sinnvoll sein.

Zur Vorbereitung ist ähnlich wie zur Dickdarmspiegelung das Trinken einer Spüllösung zur Darmsäuberung notwendig.

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Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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