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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Kein grünes Licht für mehr Windenergie

15.02.2008

ISENS Der 1997 eröffnete Windpark Isens soll mehr Energie erzeugen. Die Projekt GmbH Oldenburg, die den Park geplant und errichtet hat und ihn auch bewirtschaftet, will künftig die Mindestleistung auf 7,2 Megawatt verdoppeln. Dafür müsste auch die Nabenhöhe von bisher 40,5 auf 80 Meter verdoppelt werden.

Ob es soweit kommt, ist offen. Der Ausschuss für Planung und Umwelt des Gemeinderates hat in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwochabend im Rathaus die Entscheidung einstimmig zurückgestellt. Auf Anregung der Gemeindeverwaltung will das Gremium zunächst die Entwicklungsplanung Windenergie abwarten, die der Landkreis zurzeit erstellt.

Die weitere Beratung des Antrags steht in Zusammenhang mit der Änderung des Flächennutzungsplanes, denn eine Entscheidung über diesen Antrag wird auch Auswirkungen auf die drei anderen Butjenter Windparks haben. Bauamtsleiter Meinert Cornelius teilte mit, dass für keinen der drei anderen Windparks bislang ein vergleichbarer Antrag vorliegt.

Wie der Diplom-Ingenieur Zabihulla Alefi-Hapke von der Projekt GmbH im Ausschuss erläuterte, ist ein Ausbau des Parks – ein so genanntes Repowering – nur dann wirtschaftlich, wenn mindestens die doppelte Leistungsfähigkeit erreicht wird. Dazu aber sei eine Nabenhöhe von 80 Metern unabdingbar. Wie Meinert Cornelius erfahren hat, hält der Landkreis wegen der Auswirkungen auf das Landschaftsbild und den Tourismus nur eine Nabenhöhe von höchstens 70 Metern und eine Gesamthöhe von maximal 100 Metern für verträglich. Diplom-Ingenieur Alefi-Hapke hielt dagegen, dass aus einigen 100 Metern Entfernung praktisch kein sichtbarer Unterschied zwischen Anlagen mit einer Nabenhöhe von 70 Metern und solchen mit 85 Metern bestehe und bewies dieses anhand eines Fotos.

Cornelius regte an, statt der Nabenhöhe nur die Gesamthöhe und den Rotordurchmesser festzulegen.

Ein weiteres ungeklärtes Problem ist der Abstand zu benachbarten Wohngebäuden. In Isens beträgt er jetzt 300 Meter; nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg sollte er dagegen 800 bis 1000 Meter betragen. Das wäre wohl in der südlichen Wesermarsch oder in Ostfriesland einzuhalten, aber nicht in Butjadingen, sagte Cornelius. Laut Alefi-Hapke vergrößert sich durch das Repowering der Abstand zum nächsten Bauernhof auf 450 Meter, weil die Zahl der Anlagen von sechs auf drei verringert wird. Jede dieser Anlagen hat eine Leistungsfähigkeit von mindestens 2,4 Megawatt – das vierfache der jetzigen.

Weil Windenergieanlagen stark gefragt sind – vor allem für den Export – rechnet Diplom-Ingenieur Alefi-Hapke mit Liederzeiten von zwei bis drei Jahren.

„Und was haben wir davon?“ fragte der FDP-Ratsherr Helmut Siefken mit Blick auf ausbleibende Gewerbesteuereinnahmen. „Die Erträge sind nicht wie erhofft“, räumte der Techniker Albrecht Beckmann von der Projekt GmbH ein. „Kein Gewinn – keine Gewerbesteuer.“ Und sollten Gewinne fließen, müsse die Gewerbsteuer an die Stadt Oldenburg entrichtet werden, weil dort der Firmensitz sei. Dafür liege ein entsprechendes Gerichtsurteil vor.

SPD-Fraktionschef Dieter Kuhlmann sprach sich dafür aus, die örtlichen Interessenlagen – Abstand, Lautstärke, Schattenwurf – zu diskutieren. Alefi-Hapke sagte, es gebe Computerprogramme, die die Anlagen so drehen könnten, dass kein Schattenwurf entstehe.

Rund 19 Megawatt Energie aus Wind in Butjadingen

Die vier Windparks Isens, Schütting, Deichhof und Inte erzeugen zusammen rund 18 Megawatt Strom. Dazu stehen auf 208 Hektar Land 35 Windenergieanlagen. Das sagte Zabihulla Alefi-Hapke von der Projekt GmbH.

Ein knappes Dutzend Einzelanlagen erzeugen rund ein Megawatt Energie. Nach Auskunft von Meinert Cornelius haben die Anlagen eine Leistung von etwa 80 bis 150 Kilowatt. Sollten sie nicht mehr repariert werden können, müssen sie ersatzlos abgebaut werden, weil sie nicht im Flächennutzungsplan abgesichert sind. Eine Absicherung sei nicht vorgesehen, weil sonst weitere Einzelanlagen genehmigt werden müssten.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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