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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Kein Grund zur Schadenfreude

16.08.2005

BLEXEN BLEXEN - Nicht jeder wird sich mit großem Vergnügen an die Ereignisse rund um die Sail zurückerinnern. Zu schlecht war das Wetter, zu schlecht die Resonanz auf das viertägige „Weserfest“ in Blexen. Auch zur Windjammer-Parade am Sonntag blieb der Besucherandrang weit hinter den Erwartungen zurück, was allerdings den Vorteil hatte, dass der Verkehr problemlos aus Blexen abfließen konnte.

Immerhin kann Ilona Tetzlaff, die Geschäftsführerin von Nordenham Marketing & Touristik (NMT), eine positive Bilanz ziehen. „Wir haben unser Bestes gegeben“, sagte sie gestern. „Und ich glaube, dass die Gäste zufrieden waren.“

Nach den Worten von Tetzlaff galt Nordenham schon Monate vor dem Großereignis als ausgebucht. „Wir haben es aber noch am Sonnabendmorgen hinbekommen, kurzfristig angereisten Touristen ein Zimmer zu vermitteln.“ Wie Tetzlaff weiter mitteilte, sind Sail-Besucher bis nach Brake und Ovelgönne vermittelt worden. „Aus unserer Sicht ist alles gut verlaufen.“

Nicht so gut lief es bekanntlich beim viertägigen „Weserfest“. Die Idee, parallel zur Sail in Blexen etwas auf die Beine zu stellen, hat nicht gefruchtet. Obwohl die Blexer Dorfgemeinschaft wie vor fünf Jahren gerne Ausrichter der Sail-Veranstaltungen in Blexen gewesen wäre, sieht deren Sprecher Uwe Böger keinen Grund zur Schadenfreude. Ihm tun vor allem die Schausteller leid. Dass das „Weserfest“ ein Reinfall wurde, hat Böger nicht überrascht. Seiner Ansicht nach war das Programm zu sehr auf die Interessen junger Leute zugeschnitten, wie er auf Nachfrage mitteilte. „Für das schlechte Wetter kann aber keiner etwas.“

Böger macht kein Geheimnis daraus, dass die Dorfgemeinschaft das Fest am Weserufer ganz anders aufgezogen hätte, mit einem Shantychor-Abend und einem Frühschoppen im Festzelt. Er befürchtet, dass der Stadt durch das verkorkste „Weserfest“ ein Image-Schaden entstanden ist.

Die Dorfgemeinschaft war übrigens mit 40 Helfern am Sail-Sonntag in Blexen unterwegs. Die Helfer standen als Ansprechpartner für Fußgänger zur Verfügung. „Wir haben uns bemüht, die Atmosphäre möglichst freundlich zu gestalten“, sagte Böger.

BLEXEN/WMZ - Alles in allem ruhig verlief das Sail-Wochenende für die Johanniter Unfallhilfe. Das teilte Pressesprecher Markus Wedemeyer mit. Die Nordenhamer hatten für das Sail-Wochenende Verstärkung aus Ahlhorn, Berne und Wilhelmshaven angefordert. Alle 30 Helfer waren ehrenamtlich im Einsatz.

Die Sanitäter und die Rettungswagenbesatzungen hatten kaum etwas zu tun. Am Sonntag musste eine Besucherin nach einem Kollaps notärztlich versorgt werden. Sie konnte nach ambulanter Behandlung nach Hause entlassen werden. Ansonsten beschränkte sich der Einsatz auf die Versorgung kleinerer Wunden und die Begutachtung von Kreislaufbeschwerden. Transporte ins Krankenhaus waren nicht notwendig. Auch die beiden Stauhilfe-Motorräder der Johanniter mussten ihre medizinische Ausstattung nicht einsetzen.

Nicht so stark nachgefragt wie vor fünf Jahren war der Fahrdienst für Behinderte. Die Johanniter setzten am Sonnabend ein Fahrzeug und am Sonntag zwei Fahrzeuge ein, um Rollstuhlfahrer nach Blexen zu bringen. 25 Menschen machten von diesem Angebot Gebrauch. Bei der Sail vor fünf Jahren seien es noch doppelt so viele gewesen, teilte Wedemeyer weiter mit.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte am Sonntagnachmittag der Spielmannszug der Johanniter aus Ahlhorn, der trotz Regen und Schlamm auf dem Festgelände musizierte. Die Verpflegung von rund 220 Einsatzkräften der Hilfsorganisationen hatten Küchenchef Dieter Liedtke aus Berne und sein Team übernommen.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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