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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Kindern Chance auf besseres Leben geben

16.07.2014

Brake Kinder tollen durch den Garten des Inselhauses auf Harriersand, Erwachsene trinken Kaffee und haben ein wachsames Auge auf die in der Weser planschenden Kleinen. Gelächter und Gesprächsfetzen wehen über das Areal, während beim Mitmach-Zirkus „Fantaasi“ aus Nordenham Bälle durch die Luft fliegen und sich Teller auf Stöcken drehen.

„Entweder man ist mit Herz und Seele dabei, oder man macht es nicht“, sagen Anke Stührenberg aus Butjadingen und Anke Latussek aus Lemwerder. Die beiden Frauen eint nicht nur der Vorname, sondern auch der Grund ihres Aufenthaltes auf Harriersand: Beide sind Pflegeeltern und nehmen am Sommerfest des Pflegekinderdienstes vom Jugendamt des Landkreises Wesermarsch teil. Rund 30 Familien mit insgesamt 80 Personen aus dem gesamten Landkreis sind auf Harriersand zusammengekommen, um zu feiern und sich auszutauschen.

Gisela Rückoldt vom Pflegekinderdienst organisiert mit ihren Kollegen Wiltrud Jahn und Michael Hinderkinck einmal im Jahr ein Sommerfest für Pflegefamilien. „Wir wollen den Kontakt mit den Familien stärken“, sagt Gisela Rückoldt, und Hinderkinck ergänzt: „Es ist auch eine Form der Wertschätzung für die Arbeit.“ Hinzu komme, dass das Fest für Geschwister, die in unterschiedlichen Familien untergebracht sind, eine gute Gelegenheit darstellt, sich wiederzusehen. Die Sommerfeste finden seit über 30 Jahren statt.

Rund 150 Pflegekinder in 100 Pflegefamilien gibt es in der Wesermarsch. Manche sind nur kurz in einer Familie, bis sie zu ihren leiblichen Eltern zurückkehren können, andere leben bis zur Volljährigkeit bei ihren Pflegeeltern. „Ich habe noch zu fast allen meiner Kinder Kontakt“, sagt Anke Latussek. Seit 1972 nimmt die Frau aus Lemwerder Pflegekinder auf; insgesamt waren es 36 in all den Jahren. Alles fing an, als ihr ältester leiblicher Sohn zwei Freunde mitbrachte: Heimkinder aus Lemwerder. Beide Freunde wollten bleiben, und so nahm Anke Latussek ihre ersten Pflegekinder auf.

Trotz aller Anstrengungen, die ein Pflegekind mit sich bringt, sind es doch eher die Vorurteile der Gesellschaft, die vielen Pflegeeltern Probleme bereiten. „Viele denken, man macht es, um einfach an viel Geld zu kommen“, so Michael Hinderkinck. „Aber der Unterhalt für die Kinder, den das Amt zahlt, ersetzt bei weitem keine Erwerbstätigkeit.“

Bevor einer Familie ein Pflegekind zugewiesen wird, müssen die Pflegeeltern in spe ein Auswahlverfahren durchlaufen. Viele Gespräche, eine Beurteilung der Familienstruktur, eine Analyse der örtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse sowie ein Seminar müssen absolviert werden. Dabei sind die Pflegefamilien ganz unterschiedlich. „Jedes Kind ist anders und braucht andere Strukturen, andere Verhältnisse“, stellt Gisela Rückoldt fest. „Deshalb suchen wir auch immer Familien, die bereit sind, Pflegekinder aufzunehmen.“

Auch die Brakerin Anke Michels ist seit fünf Jahren Pflegemutter; sie hatte sich beim Jugendamt beworben. „Wir haben zwei leibliche Kinder und wollten auch anderen Kindern eine Chance auf ein besseres Leben geben.“

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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