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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

In drei Minuten soll die große Klappe oben sein

22.05.2015

Huntebrück Imposant ist die neue Klappbrücke über die Hunte ohne Zweifel. Aber wenn sich dieser Stahlkoloss rund 60 Meter in die Höhe erhebt, um Schiffen die Durchfahrt bei Huntebrück zu ermöglichen, dann könnte aus der Bewunderung für dieses technische Bauwerk schnell Verärgerung werden. Denn viele Autofahrer, die regelmäßig die B 212 nutzen und dabei über die Huntebrücke fahren müssen, fürchten längere Wartezeiten als bisher.

Denn die neue Klappbrücke befindet sich bereits in der Erprobungsphase (die NWZ  berichtete). Das bedeutet, dass die große Klappe von Zeit zu Zeit gehoben und wieder gesenkt wird. Dies dauert zurzeit zwischen zehn und 15 Minuten, wie Tobias Schwenger, Projektleiter des mit dem Bau der Hubbrücke beauftragten Unternehmens „SAM“ aus Magdeburg, auf Nachfrage einräumt. „Wir fahren sie nur im eingeschränkten Betrieb“, erläutert er. „Es fehlen noch einige Sensoren.“

Zwei Stufen

Die Klappbrücke wird, das bestätigt auch Joachim Delfs, Leiter des Geschäftsbereichs Oldenburg der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, vorrangig den Bedürfnissen der Schifffahrt auf der Hunte angepasst – so wie die derzeit vorhandene Hubbrücke stets dann geöffnet wird, wenn ein Schiff die Hunte passieren will, das mit seinen Aufbauten nicht unter der Brücke hindurchpasst.

Die in den Jahren 1951 bis 1953 gebaute Hubbrücke kann in zwei Stufen zunächst auf vier und in der zweiten Stufe noch einmal um rund 20 Meter angehoben werden. Das dauert in der ersten so genannten Hubstufe nur eine halbe Minute; für die zweite braucht es aber immerhin vier Minuten. Und anschließend muss die Brücke wieder geschlossen werden. Fast zehn Minuten können also im längsten Fall vergehen, die Autofahrer aus Richtung Berne oder aus Richtung Elsfleth kommend jeweils vor der Brücke halten müssen.

Und nun? Nichts gewonnen durch die neue Klappbrücke? Doch. Tobias Schwenger beruhigt alle Autofahrer. „Das Anheben und Absenken wird im Normalbetrieb schneller gehen.“ Rund drei Minuten sollen es nach seinen Angaben sein, bis die Klappe vollständig angehoben ist. Das Absenken soll sogar noch schneller vonstatten gehen.

Aber die Klappe wird nach seiner Einschätzung deutlich seltener angehoben werden müssen als das Vorgängerbauwerk. „Die neue Brücke ist 1,90 Meter höher gebaut“, erklärt der Projektmanager. Soll heißen: Ein Großteil der Schiffe wird unter der Brücke hindurchfahren können, ohne dass die Klappe angehoben werden muss.

Außerdem kann die neue Brücke auch in zwei Stufen angehoben werden, führt Tobias Schwenger weiter aus. In vielen Fällen werde es reichen, die Klappe nur bis zur ersten Stufe anzuheben; dieses Anheben und das anschließende Absenken würden dann wesentlich schneller vonstatten gehen als wenn die Klappe vollständig bis auf rund 60 Meter hochgeklappt wird.

20 Millionen Euro

Der Brückenneubau ist Teil der Ortsumgehung Berne. Im September soll nach derzeitigem Stand der offizielle Probebetrieb der Klappbrücke beginnen. Sie wird nach Inbetriebnahme, die noch für Ende des Jahres geplant ist, die größte einzügige Hubbrücke Deutschlands sein, betont Projektleiter Tobias Schwenger mit einem gewissen Stolz.

Die Brücke kostet rund 20 Millionen Euro. Die gesamte Ortsumgehung Berne wird nach Berechnungen von Joachim Delfs mit 95 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Torsten Wewer
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2322

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