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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Klare Absage an Rente mit 67

20.07.2009

NORDENHAM „Die Rente mit 67 sollte noch vor der Bundestagswahl ausgesetzt werden.“ Das sagte Dr. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Industriegewerkschaft Metall, am Sonnabend bei einer Veranstaltung, zu der die IG-Metall-Verwaltungstellen Nordenham, Oldenburg und Wilhemshaven in die Friedeburg eingeladen hatten.

Hans-Jürgen Urban erntete viel Zustimmung bei den knapp 100 Besuchern, überwiegend Gewerkschaftsmitglieder. Er stellte das Modell eines von der IG Metall entworfenen neuen Generationenvertrages vor. Es wundere ihn nicht, dass die Rente wieder zum Topthema in Wahlkampfzeiten werde. „Die Angst vor Arbeitslosigkeit und Altersarmut liegt den Menschen wie Blei auf der Seele.“

Nach den Worten von Hans-Jürgen Urban ist gerade bei jungen Menschen das Vertrauen ins Rentensystem beschädigt. Die Einschnitte seien so tief, dass es nicht mehr darum gehe, den Ist-Zustand zu bewahren, sondern eine „solidarische Veränderung des Alterssicherungssytems“ herbeizuführen.

Die IG Metall fordert die Fortentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer „solidarischen Erwerbstätigenversicherung“. „Und in dieses Solidarsystem sollen alle einbezogen werden“, so Hans-Jürgen Urban, „also auch Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Parlamentarier.“

Altersarmut vermeiden

Der Gewerkschafter fordert zudem, dass die gesetzliche Rente einen deutlich höheren Beitrag zur Absicherung des Lebensstandards leistet als bisher. „Alle müssen vor Altersarmut geschützt werden.“ Darüber hinaus fordert die IG Metall unter anderem eine Pflicht der Arbeitgeber, ihren Beschäftigten eine betriebliche Altersversorgung anzubieten.

Die Rente mit 67 lehnt Hans-Jürgen Urban strikt ab: „Durch einen Abschied von der Rente mit 67 könnte die Politik zeigen, dass sie endlich die Realität in den Betrieben und auf dem Arbeitsmarkt anerkennt.“ Der für Sozialpolitik zuständige Gewerkschafter schlug ein „Sofortpaket“ vor, dass rentennahen Jahrgängen den Ausstieg aus dem Erwerbsleben erleichtere und jungen Menschen eine Beschäftigungsperspektive eröffne. Es gehe um einen flexiblen Übergang in den Ruhestand.

Wie Hans-Jürgen Urban weiter erläuterte, sind sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und faire Einkommen unverzichtbare Elemente, um Altersarmut zu vermeiden. „Wer permanent gezwungen wird, zu einem Armutslohn zu arbeiten, könne keine auskömmliche Rente aufbauen.“

Geld aus Vermögenssteuer

Zur Realisierung der Erwerbstätigenrente schlägt die Gewerkschaft höhere Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern vor sowie Bundeszuschüsse, die aus einer Vermögenssteuer finanziert werden.

Eine Wahlempfehlung für die Bundestagswahl gab der Gewerkschafter seinen Zuhörern ausdrücklich nicht mit auf den Weg. Es gehe ihm darum, den gesellschaftlichen Diskussionsprozess anzuschieben. Wer im Bundestagswahlkampf um Stimmen werbe, werde sich „an seinem Beitrag zur drohenden Beschäftigungskrise und an seiner Haltung zur Rente mit 67 messen lassen müssen.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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