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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Kleine U-Boote erkunden Meeresgrund

20.01.2017

Elsfleth „We all live in a yellow submarine, yellow submarine“, mag beim Anblick der Gerätschaften des neuen Forschungsprojektes der Jade-Hochschule so mancher Beatles-Fan vor sich hin summen.

Zwar handelt es sich bei dem gelben Ungetüm, das Prof. Dr. Holger Korte und der wissenschaftliche Mitarbeiter Oliver Köckritz auf den Beckenrand des Manöverbeckens des Fachbereichs Seefahrt und Logistik hieven, nicht um ein kleines gelbes U-Boot, sondern viel mehr um den Teilrumpf eines in Zukunft völlig autonom fahrenden Überwasserfahrzeugs. Doch dieses Fahrzeug soll später helfen, den Raum unter Wasser zu erforschen.

Durch Offshore-Windenergie beispielsweise gewinnen die Meere als Wirtschaftsraum immer mehr an Bedeutung. So eine Offshore-Windanlage will jedoch auf sicherem Boden stehen und muss auch wenn sie aufgebaut ist unter Wasser überprüft werden. Hier könnten diese selbstständig agierenden Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

In einem Gemeinschaftsprojekt aller drei Standorte der Jade-Hochschule sollen Komponenten für selbstständige Fahrzeuge entwickelt werden, die sich unter Wasser fortbewegen und – ausgestattet mit Messsonden – unter Wasser Daten sammeln, die sie über eine schwimmende Plattform an Satelliten weiterleiten. Zusätzlich sollen diese autonomen Fahrzeuge miteinander kooperieren können.

Sie werden für den Einsatz in geringeren Wassertiefen wie in Binnen- und Küstengewässern konzipiert, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Klaus-Jürgen Windeck. Die Anforderungen an ein solches selbstständig operierendes Fahrzeug sind jedoch hoch: Der Datentransfer unter Wasser an sich ist nicht einfach. Ziel des Projektes ist es aber unter anderem, die bei einer Erkundungsmission gesammelten Daten in Echtzeit zu verarbeiten, sagt Dr. Holger Korte.

Sogar die Umgebung, das Salzwasser der Meere, stellt eine Herausforderung dar. Die Geräte müssen starken chemischen Angriffen standhalten. Als Elektrolyt ist Wasser elektronikfeindlich, erklärt Korte. Wellen und Strömungen in den Gewässern wirken sich ebenfalls auf die Sensorik und die von den Fahrzeugen eigenständig durchzuführende Positionierung aus. Dies müssen die Teams im Projekt nicht nur berücksichtigen, sondern wollen diese Herausforderungen auch erforschen.

Das Projekt wird von der Niedersächsischen Volkswagen Stiftung mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert. Es ist über einen Zeitraum von vier Jahren ausgelegt.

So ein Projekt könne ein Fachbereich allein gar nicht stemmen, sind sich Windeck, Korte und Köckritz einig. Auf die Zusammenarbeit der Standorte sind sie sichtlich stolz. Aufgeteilt in fünf Teilbereiche entwickeln die Teams der Jade-Hochschule die nötigen Technologien. Am Ende werden die Ergebnisse zu einem System zusammengefügt.

Die Einsatzmöglichkeiten der Fahrzeuge sind vielfältig, nicht nur für die Wartung von Offshore-Windenergieanlagen können sie genutzt werden. Sie könnten zum Beispiel in unbekannten oder schwer zugänglichen Gebieten eingesetzt Messdaten im Umweltbereich oder für den Unterwasserbergbau sammeln.

Das Team des Fachbereichs in Elsfleth konzentriert seine Forschungen auf die Elektronik im Überwasserfahrzeug. „Wir erschaffen sozusagen das Gehirn und die Sprachorgane“, erklärt Windeck. „Damit sich das Fahrzeug selbstständig positionieren kann und die gesammelten Daten weitergegeben werden“, fügt Köckritz hinzu. Die bereits vorhandenen Bauteile zum Beispiel von bisher noch ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen wie eben jener gelbe Teilrumpf des Überwasserfahrzeugs, passen die Forscher an ihre Bedürfnisse an.

Bisher ist das gelbe Ungetüm im Fachbereich Seefahrt also noch leer, doch das wollen die Forscher durch ihre Technologie in den nächsten vier Jahren mit Leben füllen.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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