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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Keine erhöhte Strahlung feststellbar“

18.09.2017

Kleinensiel 0,088 Mikrosievert pro Stunde betrug am Samstag die durchschnittliche von außen auf den Menschen einwirkende Strahlung in Deutschland. Ermittelt wurde der Wert durch bundesweit 1700 Messstellen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Davon befinden sich neun im Landkreis Wesermarsch, die für Brake, Butjadingen und Nordenham einen Tageswert von 0,081, für den Standort des Kernkraftwerkes Unterweser (KKU) in Kleinensiel von 0,072 Mikrosievert pro Stunde ermittelten. Die BfS-Messstellen sind ein Mosaikstein einer umfangreichen Umgebungsüberwachung des KKU.

Die stand im Mittelpunkt des zweiten Informationstages, zu dem der KKU-Eigentümer Preussenelektra eingeladen hatte, um weiter über den im kommenden Jahr beginnenden Rückbau der Anlagen zu informieren. Für den werde die für den Leistungsbetrieb des Atommeilers konzipierte radiologische Umgebungsüberwachung nicht reduziert, versicherte KKU-Sicherheitschefin Dr. Susanne Engstler. Mit dem System sei auch der Nachweis erbracht worden, dass es bislang keine vom KKU ausgehende schädliche Strahlung für Mensch und Umwelt gegeben habe. Deren Schutz bleibe auch beim Rückbau ein wichtiges Ziel.

Die Umgebungsüberwachung des Kleinensieler Atommeilers, die Stephan Thode, Leiter des Teilbereichs Strahlenschutz, und sein Stellvertreter Lars Wiese, den interessierten Besuchern erläuterten, erfolgt bundeseinheitlich nach Vorgaben des Atomgesetzes und der Strahlenschutzverordnung. So werden die radioaktiven Emissionen über die Luft und Abwasser kontinuierlich überwacht, dokumentiert und den zuständigen Aufsichtsbehörden gemeldet. Ergänzt wird das eigene Überwachungssystem des KKU durch das Kernreaktor-Fernüberwachssystem der Landesbehörde und durch Kontrollmessungen des BfS.

Grenzwerte unterschritten

Die von der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde festgelegten Grenzwerte für Ableitungen aus dem KKU wurden bislang in allen Bereichen stets deutlich unterschritten, berichtete Stephan Thode, der den Besuchern auch die eingesetzten Messsysteme und -geräte erläuterte. Das gelte auch für die Proben, die kontinuierlich oder in festgelegten Abständen von Boden und Pflanzen sowie Regen-, Grund- und Oberflächenwasser in der KKU-Umgebung gemacht werden, die von Emissionen des Kernkraftwerks betroffen sein könnten. Untersucht werden die Proben auch durch die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LuFa) in Oldenburg.

Auch die direkte Messung der Strahlung findet nicht nur im Kraftwerk, sondern auch in der Umgebung statt. Dazu sind 52 Messorte am Kraftwerkszaun und in der Umgebung festgelegt, an denen sogenannte Umweltdosimeter ausgelegt werden. An vier weiteren Stellen wird die Strahlung zusätzlich elektronisch gemessen und aufgezeichnet. So wird kontinuierlich nicht nur die aktuelle Dosisleistung (Strahlungsintensität), sondern die Jahresdosis ermittelt. In Deutschland beträgt der Grenzwert der Gamma-Ortsdosisleistung für die Bevölkerung 0,1 Mikrosievert pro Stunde zusätzlich zur natürlichen Strahlung.

Alle Messungen lieferten Ergebnisse, die im Bereich der natürlichen Strahlung lägen. Erhöhte Werte durch das Kernkraftwerk seien nicht feststellbar, so Stephan Thode. Neben dem KKU betreiben auch der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz sowie das BfS ein Netzwerk von Dosisleistungsmessgeräten. Deren kontinuierliche Messungen sind unter www.odlonline.nlwkn.niedersachen.de und https://odlinfo.bfs.de) abrufbar.

Eigene Messverfahren

Das KKU verfügt zudem über ein eigenes Messfahrzeug, das Michael Pulm, der für die Strahlenschutzmesstechnik zuständig ist, vorstellte. Die Ausstattung des Wagens ermöglicht unter anderen eine großflächige Messung der Bodenkontamination sowie eine Vor-Ort-Analyse von genommenen Proben. Bei monatlichen Messfahrten trainiert das Strahlenschutzpersonal seine Kenntnisse im Umgang mit dem Fahrzeug sowie die einwandfreie Funktion der Mess- und Kommunikationsgeräte.

Den Besuchern des Informationstages wurden auch die für die Zwischenlagerung der abgebrannten Brennelemente sowie der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle im KKU verwendeten Behälter vorgestellt. Michael Köbl von der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Essen erläuterte anhand von Modellen den Castor V/19, in dem nach fünfjährigen Abklingzeit maximal 19 Brennstäbe gelagert werden können, und den Mosaikbehälter für mittelradioaktive Abfälle.

Den sechs Meter hohen, zwei Millionen Euro teuren und unbeladen 100 Tonnen schweren Castor, von dem nach Leerung des Reaktors rund 40 im KKU-Zwischenlager stehen werden, konnten die Besucher auch auf einen Eisenbahnwaggon bestaunen. Dort beantwortete Horst Sander die Fragen der Besucher. Die Behälter für schwach- und mittelradioaktive Abfälle präsentierte Thomas Frerichs den Gästen.

Rolf Bultmann
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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