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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Pond erweist sich als Glücksfall

13.06.2019

Kleinensiel Frank Buscher ist um klare Worte nicht verlegen. „Die Beschäftigungssicherung ist in dieser Form bundesweit einmalig“, sagt der Verdi-Gewerkschaftssekretär zu dem Sozialtarifvertrag, den er als Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite mit der Pond Security Service GmbH geschlossen hat.

Das Ergebnis übertrifft alle Erwartungen: Nicht nur die 89 unbefristeten Stellen der KKU-Wachleute bleiben erhalten, sondern auch die 38 befristeten – wenn auch nicht alle in Kleinensiel. Dabei hatte Alfons Reichert, der Vorsitzende des Pond-Betriebsrates am KKU, noch vor gut einer Woche oft von „Sozialplan“ und „Sozialauswahl“ gesprochen. Doch bei den Verhandlungen gab es eine große Wende in letzter Minute.

Ein wesentlicher Beitrag dazu kam vom KKU-Betreiber Preussen-Elektra, der Pond auch für die weitere Bewachung des Rückbaus anforderte, sowie von der neuen bundeseigenen Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), die bei der Bewachung der Zwischenlager am stillgelegten Kernkraftwerk Unterweser (KKU) ebenfalls auf Pond-Kräfte setzt.

Diese Nachricht kam gerade noch rechtzeitig, denn nach Erreichen der Brennstofffreiheit des Kraftwerks waren die Hundestaffeln nicht mehr erforderlich. 36 Mitarbeiter verloren ihre Aufgabe im KKU-Bewachungskonzept. Dass sie dennoch ihren Arbeitsplatz nicht verlieren, ist dem Sozialtarifvertrag zu verdanken.

Rente ohne Abschlag

Er ermöglicht den Mitarbeitern, die 35 Beitragsjahre in der Rentenversicherung haben, mit 63 ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen; Pond gleicht die Verluste aus. Zudem werden Lebenszeitkonten mit attraktiver Verzinsung eingerichtet, die einen früheren Übergang in die Rente ermöglichen. Außerdem kann die Monatsarbeitszeit nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz auf 140 bis 168 Stunden reduziert werden, wovon viele Kollegen Gebrauch machen. Auch das schafft Arbeit für die ehemaligen Hundeführer.

Des Weiteren gibt es neue Arbeitsplätze für 30 bis 35 Mitarbeiter bei der Bewachung des Rückbaus und der Zwischenlager. Zusätzliche Arbeitsplätze stellen in Kleinensiel die PEL-Strahlenschutz-Tochter Safe-Tec und die Reinigungsfirma ISS Evantec zur Verfügung. Das bedeutet insgesamt, dass die Wachleute, die nach Auslaufen dieses Vertrags am 31. Dezember 2020 noch Arbeit brauchen, auch Arbeit haben, sagt der Betriebsratsvorsitzende Alfons Reichert.

„Es wird auch 2021 und danach keine betriebsbedingten Kündigungen geben“, betont Alfons Reichert, „im Gegenteil: Weil es auch auf lange Sicht kein Endlager gibt, werden die Arbeitsplätze in der Bewachung noch auf Jahrzehnte sicher sein.“

Die befristet Beschäftigten können nach Ablauf ihrer Verträge auf Wunsch in anderen Bereichen von Pond weiterbeschäftigt werden – etwa bei der Frachtkontrolle am Flughafen Köln/Bonn.

Pond ist ein expandierendes Unternehmen mit Sitz in Erlensee bei Frankfurt am Main. Es beschäftigt 4500 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 200 Millionen Euro, sagt Alfons Reichert: „Pond ist ein Glücksfall für uns, denn mit einem kleineren Unternehmen hätten wir so großzügige Regelungen wohl kaum aushandeln können.“ Dabei hatte der Betriebsrat das Unternehmen eher kritisch gesehen, als es 2017 die Bewachung übernahm.

Für die Hunde ist gesorgt

Die Verhandlungen haben etwa ein halbes Jahr gedauert, Frank Buscher bezeichnet sie als „intensiv, aber nicht schwierig.“

Und auch für die 46 Diensthunde ist gesorgt: 16 von ihnen bleiben bei ihren früheren Hundeführern, die übrigen 30 werden von vier Pond-Hundepflegerinnen in der Hundestation auf dem Gelände des Kernkraftwerks Unterweser versorgt, ehe sie in andere Hände abgegeben werden.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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