• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Letzter Castor verlässt das Kernkraftwerk Unterweser

01.03.2019

Kleinensiel Der 21. Februar 2019 war ein historischer Tag: Zum letzten Mal hat ein Castor-Behälter den Kontrollbereich des Kernkraftwerks Unterweser (KKU) verlassen. Damit ist das Kraftwerk knapp acht Jahre nach seiner Abschaltung am 18. März 2011 brennstofffrei.

„Das ist ein wichtiger Meilenstein im Rückbau der Anlage“, sagte KKU-Chef Gerd Reinstrom am Mittwochabend beim Jahresauftaktgespräch im Kommunikationszentrum des Kraftwerks. „Damit sind 99 Prozent der radioaktiven Masse aus der Betriebszeit entfernt.“

Eigens konstruiert

Jetzt ist das Lagerbecken komplett leergeräumt. Brennelementefrei war das abgeschaltete Kraftwerk schon seit Februar 2018. Danach bereitete das Beladeteam die Verladung der restlichen 87 einzelnen Brennstäbe vor, die noch im Abklingbecken lagen. Sie wurden unter Wasser in spezielle Behältnisse, sogenannte Köcher, gesteckt, die eigens dafür konstruiert werden mussten, wie Gerd Reinstrom vor den Gästen aus Politik, Verwaltung und Feuerwehr erläuterte.

Sowohl die Köcher als auch das Beladeverfahren mussten qualifiziert und genehmigt werden, ergänzt die verantwortliche Projektleiterin Dr. Susanne Engstler. Der letzte Castor-Behälter hat drei dieser Köcher aufgenommen. Sie wurden im vergangenen November entwässert, getrocknet und verschweißt – auch das ein anspruchsvolles Pilotprojekt, bei dem sich sowohl das Projektteam im KKU als auch die damit beauftragte Fremdfirma bewährt hatten, betonte Gerd Reinstrom.

1717 Brennelemente

Wie Almut Zyweck ergänzt, die bei Preussen-Elektra in Hannover für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, hat das KKU während seines Leistungsbetriebs von September 1978 bis  März 2011 insgesamt 1717 Brennelemente eingesetzt. Mit ihnen erzeugte die Anlage 305 Milliarden Kilowattstunden Strom – das entspricht der Hälfte des jährlichen Strombedarfs in Deutschland. Für die gleiche Energie hätten mehr als 100 Millionen Tonnen Steinkohle verbrannt werden müssen – ein Güterzug von 20 000 Kilometern Länge.

Bis zum Verbot im Juli 2005 hatte das KKU 1000 Brennelemente zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich und Großbritannien gebracht. Die restlichen 717 Brennelemente lagern in 39 Behältern im Castor-Zwischenlager nördlich der Kuppel. Mit dem 40. und letzten Behälter ist das Zwischenlager zur Hälfte gefüllt.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2203
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.