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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Vortrag: Klimawandel: „Wir sind längst mitten drin“

17.01.2013

Brake Überaus groß war das Interesse an dem Vortrag „Klimawandel an der Unterweser – Kein Grund zur Beruhigung“, zu dem die Grünen eingeladen hatten. Der Saal des Hammelwarder Landhauses war bis auf den letzten Platz besetzt. „Der Klimawandel kommt nicht, sondern wir sind bereits mitten drin“, begann Dr. Michael Schirmer seinen Vortrag. Der Referent ist nicht nur Vorsteher des Bremischen Deichverbands ist, sondern auch Diplombiologe. Er entwarf ein düsteres Szenario, das die Menschheit in naher Zukunft erwarte.

Bereits für die Jahre von 1961 bis 1990 lassen sich nachweisen, dass die Winter rund drei Wochen kürzer und wärmer geworden sind. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre sei in den vergangenen 2,1 Millionen Jahren noch nie so hoch gewesen wie heute. Im Jahr 2011 habe der Ausstoß von Klimagasen erneut um 3 Prozent zugenommen, berichtete Schirmer.

Selbst bei einer optimistischen Prognose werde bis zum Ende des Jahrhunderts die Durchschnittstemperatur um zwei Grad zunehmen. Wesentlich wahrscheinlicher jedoch sei ein Anstieg von sogar vier Grad – was die äußerste Grenze für heimische Pflanzen und Tiere darstelle.

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Immer extremer

Dabei steuert der Norden nicht etwa auf ein mediterranes Klima zu. Vielmehr werde es immer häufiger extreme Wetterlagen mit Trockenheit und Hitze auf der einen und Hagelschlag, Sturm und Starkregen auf der anderen Seite geben.

Der schon seit langem beobachtete Anstieg des Meeresspiegels, der auch die Menschen in der Wesermarsch direkt treffen wird, ist ein weiteres Problem, auf das der Referent einging. Die erneute Vertiefung der Unterweser hält Schirmer vor diesem Hintergrund und seinen bisherigen Erfahrungen für „unverantwortlich“. Neun Zentimeter mehr Tidenhub und eine deutlich höhere Strömungsgeschwindigkeit seien nach der letzten Vertiefung festgestellt worden.

Bei schweren Sturmfluten wie beispielsweise im November 2007 gebe es künftig eine wesentlich kürzere Vorwarnzeit für die Deichschutzverbände. Denn durch einen noch weiter ausgebaggerten Fluss könnten die Wassermassen von der Nordsee ungebremst und mit erheblich größerer Wucht bis nach Bremen fließen. Irreparable Schäden und derzeit noch kaum vorhersehbare negative Folgen prognostizierte der Deichvorsteher – zumal sich die Situation durch einen Anstieg des Meeresspiegels noch verschärfen werde. Schirmers Rechnung: Bei einem Anstieg von einem Meter sei es nötig, die Deiche um zweieinhalb Meter zu erhöhen.

Angeregte Diskussion

Wenn es nicht gelingt den Klimawandel erheblich zu verlangsamen, seien spätestens im 23. Jahrhundert Grönland und die Antarktis abgeschmolzen, der Golfstrom verebbt und die Meeresspiegel um drei bis fünf Meter gestiegen, mahnte der Biologe ein Einlenken an. Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Gäste, die aus der gesamten Region angereist waren, die Gelegenheit, Fragen an den Experten zu richten und zu diskutieren.

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