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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

GESCHICHTE: Kohle aus Amerika für deutsche Öfen

12.08.2005

In der siebten Folge schildert die NWZ Wirtschaftswunder und Sturmflut.

Das Grubengold spielte eine große Rolle. Dazu kam Munition.

von henning bielefeld NORDENHAM - Lächerliche 146 000 Tonnen – das war der Umschlag der Midgard im Jahr der bedingungslosen Kapitulation 1945. Nur im ersten Betriebsjahr 1906 war er mit 135 000 Tonnen noch niedriger gewesen. Doch bald ging es wieder aufwärts.

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1946 führten die Amerikaner in großen Mengen Munition ein und Gas-Munition aus, die auf abwrackreifen Seeschiffen im Atlantik versenkt wurde. 1947 schwollen die amerikanischen Hilfslieferungen für die deutsche Bevölkerung im Zuge des Marshall-Plans an.Es kamen Kartoffeln, Mehl, Care-Pakete, Getreide und Düngemittel. Nach Schleswig-Holstein gingen bis 1951 große Mengen so genannte „Küsten-Kohle“.

Und dann gab es noch die amerikanische Canterbury Corporation. Sie hatte 1948 von den amerikanischen Besatzungsbehörden die Genehmigung erhalten, den in Deutschland und Ostfrankreich übrig gebliebenen Wehrmachtsschrott einzusammeln, zu zerkleinern und nach Amerika zu verschiffen. Das Unternehmen schloss mit der Midgard einen Vertrag ab. Zusätzliches Personal wurde für die Bedürfnisse der Amerikaner gebraucht; fast an jedem Tag wurde in drei Schichten gearbeitet.

Bereits 1947 war der später legendäre Erich Eilers vom stellvertretenden zum ordentlichen Vorstandsmitglied befördert worden. Er war lange Prokurist gewesen und 1939 zum stellvertretenden Vorstandsmitglied ernannt worden. 1952 rückte er zum Vorstandsvorsitzenden auf; Ende 1968 schied er nach 57 Jahren aus dem Unternehmen aus.

Mit der Währungsreform am 20. Juni 1948 wurde das Grundkapital des Unternehmens von 1 Million Reichsmark auf 2,5 Million DM umgestellt. Der Rest des Stinnes-Konzerns wurde von den Amerikanern als Feindvermögen beschlagnahmt; die Familie Stinnes musste aus dem Konzern ausscheiden und Hugo Stinnes junior nach mehr als 20 Jahren den Vorsitz des Midgard-Aufsichtsrates aufgeben.

Am 1. Juni 1949 trat die Midgard dem neuen Bremer-Braker Getreidevertrag bei, der ihr elf Prozent am Getreideumschlag – rund 200 000 Tonnen pro Jahr – garantierte. 1950 schloss sie mit der Deutschen Shell einen langfristigen Vertrag zur Nutzung der vier 1937 gebauten Öltanks für Bunkeröl ab.

Im Januar 1951 setzte die Einfuhr amerikanischer Kohlen ein. Die deutschen Kohlebergwerke, die nach Krieg und Niederlage einen riesigen Sanierungsstau hatten, konnten den wachsenden Bedarf nicht mehr decken. Die Einfuhr amerikanischer Munition stieg auf 90 000 Tonnen an. Ebenfalls 1951 trat die Midgard in den Bremerhavener Schlepper-Pool ein, dem schon der Norddeutsche Lloyd und die Unterweser-Reederei AG (URAG) angehörten. Am 28. Juli 2004 hat sich das Unternehmen aus dem Geschäft zurückgezogen und seine drei Schlepper an die URAG verkauft.

Am 9. Juli 1953 schlossen Niedersachsen und Bremen das Unterweser-Verkehrsabkommen ab. Beide Seiten verpflichteten sich auf eine gemeinsame Seehafen-Politik und eine weitgehende Angleichung der Eisenbahn- und Binnenschiffs-Frachten. „Mit dem Abkommen wurde der alte Gegensatz zwischen Bremen und den Unterweser-Häfen beseitigt und anstatt der bisherigen rücksichtslosen Konkurrenz einem gesunden Wettbewerb zwischen den Häfen der Boden bereitet“, resümierte der Midgard-Chronist Emil Springer 1979. „Der seit langem angestrebte Ausgleich zwischen den oldenburgischen Unterweserhäfen und der Stadt Bremen war Wirklichkeit geworden.“

Die Midgard feiert 100-jähriges Bestehen. Die NWZ zeichnet in dieser Serie die Geschichte des Betriebs nach.

Familie Stinnes

muss ihren

Konzern verlassen

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