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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Kohleumschlag verliert an Bedeutung

25.06.2015

Nordenham Die Kohle stand mit riesigem Abstand auf Platz eins, weit dahinter folgte das Holz. Diese beiden Güter machten noch vor wenigen Jahren rund 90 Prozent des Umschlagsgeschäfts von Rhenus Midgard in Nordenham aus. Mittlerweile sieht die Sache ganz anders aus. Die Kohleverladung spielt zwar immer noch eine wichtige Rolle, aber ihr Anteil am Umsatzvolumen ist auf 50 Prozent abgesackt. Der Holzumschlag taucht nur noch als Randerscheinung in den Bilanzen auf. Diese Entwicklung spiegelt den strukturellen Wandel wider, mit dem sich das traditionsreiche Hafenunternehmen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet.

Das Unternehmen stellt sich breiter auf, bedient inzwischen eine ganze Reihe verschiedener Geschäftsfelder und ist dadurch flexibler geworden. Der Erfolg ist bereits zu erkennen: „Wir befinden uns auf einem guten Weg“, sagt der Geschäftsführer Uwe Oppitz. Er legt Wert darauf, dass nicht ausschließlich die Umschlagsmengen der Gradmesser sind, sondern auch die Geschäftszahlen in Euro.

Nordenhamer Hafen gehört zur Rethmann-Gruppe

Der Hafen von Rhenus Midgard in Nordenham gehört zur Rethmann-Gruppe, die ihren Stammsitz im westfälischen Selm hat. Der Unternehmensverbund beschäftigt rund 63 000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 12,2 Milliarden Euro. Die Logistik-Sparte mit 25 000 Beschäftigten an etwa 460 Standorten ist an dem Umsatz mit 4,2 Milliarden Euro beteiligt.

Am Standort Nordenham verfügt Rhenus Midgard über eine 1090 Meter lange Pier. Drei Umschlagbrücken und ein Drehwippkran stehen zur Verfügung.

Zusätzlich betreibt Rhenus Midgard im Nordenhamer Stadtnorden eine kombinierte Pier für Massengutfrachter und RoRo-Schiffe. Dort werden unter anderem große Container verladen, in denen sich Flugzeugrumpfschalen für Airbus befinden. Sie werden im benachbarten Werk von Premium Aerotec hergestellt.

Das Hafenunternehmen in Nordenham hat sich nach der Krise stabilisiert. Das Jahr 2014 konnte laut Uwe Oppitz mit einem „sehr zufriedenstellenden Ergebnis“ abgeschlossen werden. Allerdings verheimlicht er nicht, dass die Geschäfte in 2015 bisher nicht so gut angelaufen sind, wie er es erhofft hat. Das gilt vor allem für Aufträge in den Bereichen Baustoffe und Seekabel.

Den Spitzenplatz im Mengenranking bei Rhenus Midgard in Nordenham belegt nach wie vor die Kohle, deren Anteil sich auf 1,6 Millionen Tonnen im Jahr eingependelt hat. Dass es früher deutlich mehr war, hat verschiedene, zum Teil auch interne Gründe. Unter anderem führte der Ausbau des Rhenus-Standortes in Wilhelmshaven dazu, dass Nordenham einen Teil des Kohleumschlags verlor. Außerdem haben Kohlekraftwerke in der Energieproduktion längst nicht mehr den Stellenwert wie früher.

Umso mehr begrüßt Uwe Oppitz es, dass das Kohlekraftwerk Bremen-Farge wieder zu den Kunden seiner Niederlassung zählt. Zwischenzeitlich hatte es seine Kohle über Wilhelmshaven auf dem Schienenweg bezogen, gibt jetzt aber wieder dem Hafen in Nordenham und von dort der Anlieferung per Binnenschiff den Vorzug. Aus Kostengründen, wie es heißt.

Bei der Umstrukturierung der Geschäftsfelder hat Rhenus Midgard ein besonderes Augenmerk auf die Offshore-Windkraftbranche geworfen. In Nordenham werden nicht nur Innerpark-Kabel für Windmühlen auf See gelagert und verladen, sondern auch Ersatzteile und Versorgungsgüter für den Offshore-Einsatz.

Zu den weiteren Umschlagssparten, die Rhenus Midgard an den zwei Pieranlagen in Nordenham bedient, gehören Flüssiggüter (Schiffs- und Dieseltreibstoffe sowie Futtermittelzusätze), Baustoffe, Erze und Großcontainer. Die versuchsweise eingeführte Verladung von Gebrauchtautos ist inzwischen kein Thema mehr.

Am Standort Nordenham beschäftigt Rhenus Midgard rund 150 Mitarbeiter.

250 000 Euro hat das Unternehmen unlängst in eine neue Entladestation für Kesselwagen investiert. Das ermöglicht in Nordenham die Anlieferung von Schiffsbrennstoffen per Zug.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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