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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Kostspieliger Klotz wird zum Sicherheitsrisiko

26.08.2015

Nordenham Ein Schönheitspreis lässt sich mit dem kantigen Riesen ohnehin nicht gewinnen. Und jetzt kommen auch noch bauliche Mängel hinzu: Der in die Jahre gekommene Rathausturm wird zunehmend zu einem Problemfall für die Stadt Nordenham. Wie dringend der Handlungsbedarf ist, zeigt sich in der nächsten Woche. Dann rücken Bauarbeiter an, um den Zustand der Fassade zu kon­trollieren. Bei der Gelegenheit klopfen sie auch gleich lose Betonplacken ab, damit die nicht auf die Straße und den Gehweg stürzen.

Dass der Beton Schäden aufweist, ist nicht neu. Schon vor zwei Jahren hatte ein Gutachter das 1972 errichtete Gebäude unter die Lupe genommen und dabei erhebliche Schwachstellen in der Außenhaut festgestellt. Ein zusätzliches Problem neben dem altersmürben Beton ist der Rostfraß an den Fassadenbindern der Klinker. Über kurz oder lang besteht die Gefahr, dass sie sich vom Gebäude lösen und in die Tiefe fallen.

Strasse für drei Tage gesperrt

Wegen der Fassadenarbeiten am Rathausturm ist die Walther-Rathenau-Straße von Montag, 31. August, bis Mittwoch, 2. September, in dem Abschnitt zwischen der Hafenstraße und der Viktoriastraße für den Verkehr gesperrt. Eine Umleitung wird ausgeschildert. Anlieger haben freie Fahrt bis zur Baustelle.

Das 50 Meter hohe Gebäude war einst als Wasserturm errichtet worden und diente diesem Zweck von 1972 bis 1992. Aufgrund der zunehmenden Industrieansiedlungen in Nordenham hatte der Wasserverband den Neubau errichten lassen. Sein Vorgänger, der 1908 in Betrieb genommene Wasserturm an der Kabelstraße, reichte nicht mehr aus. 1992 erfolgte die Umstellung auf das neue Speicherpumpwerk an der Oldenburger Straße.

Die Vorstellung, dass Autos oder Fußgänger von herunterstürzenden Betonstücken oder Klinkern getroffen werden, zwingt zum Handeln. „Es geht um die Sicherheit“, sagt Peter Kania, „daher sind regelmäßige Überprüfungen erforderlich.“ Der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Bauordnung weiß, dass es irgendwann mit Kontrollen und Ausbesserungen nicht mehr getan ist. Die Stadt muss sich entscheiden, ob sie den Rathausturm runderneuern oder abreißen lassen will. Und das ist in erster Linie eine Frage des Geldes.

Laut Peter Kania will die Bauverwaltung in Zusammenarbeit mit einem Oldenburger Ingenieurbüro ein Sanierungskonzept erstellen, das die möglichen Maßnahmen aufzeigt und einen Kostenvergleich enthält. Für dieses Konzept sind 30 000 Euro im Haushaltsplan reserviert.

Nach ersten Schätzungen würde eine Sanierung des Turms mit rund 2 Millionen Euro zu Buche schlagen. In diesem Preis sind allerdings noch keine Ausgaben für Renovierungsarbeiten im Inneren des Gebäudes enthalten.

Die Alternative wäre, den Turm abzureißen und ihn durch ein neues Bürogebäude zu ersetzen. Bei dieser Lösung könnte die Stadt auch gleich einen Fahrstuhl einplanen, der aus Gründen der Barrierefreiheit schon seit langem für das Rathaus gefordert wird. Für die Variante Abriss/Neubau liegen noch keine Kostenschätzungen vor.

Die jetzt anstehenden Untersuchungen sollen auch aufzeigen, wie sich der Gebäudezustand seit der vorherigen Überprüfung entwickelt hat. Dabei geht es um die bange Frage, wie schnell sich der Alterungsprozess fortsetzt und wie viel Zeit die klamme Stadt Nordenham noch hat, bis sie groß investieren muss.

Norbert Hartfil
Redaktionsleitung Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2201

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