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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Kraftwerk will Nachbarn informieren

22.09.2016

Kleinensiel Rechtzeitig vor Beginn des Rückbaus voraussichtlich Anfang nächsten Jahres startet das Kernkraftwerk Unterweser (KKU) seine angekündigte Informationsoffensive. Der erste Informationstag findet statt am Sonnabend, 22. Oktober. Schwerpunktthema ist das Freimessverfahren für den Rückbau.

Fünf langjährige Mitarbeiter des Unternehmens wollen den Bürgern die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln erklären. Dabei besuchen alle Teilnehmer auch das Materiallagergebäude ZL 2, in dem die neue Freimessanlage steht, die das KKU für 430 000 Euro angeschafft hat (die NWZ  berichtete).

Am Vormittag können sich Landrat Thomas Brückmann sowie Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende aus allen Kommunen der Wesermarsch und aus den Gemeinden Loxstedt und Hagen im Landkreis Cuxhaven informieren.

In vier Gruppen

Ab 13 Uhr sind dann die Bürger dran. In überschaubaren 20-köpfigen Gruppen erleben sie ein zweistündiges Informationsprogramm vom Stand der Stilllegung bis zum Freigabeverfahren, also der Entlassung von Reststoffen aus der atom- und strahlenschutzrechtlichen Überwachung.

Insgesamt vier Gruppen können gebildet werden, die ab 13, 14, 15 und 16 Uhr die Runde machen. Mehr als 80 Bürger können an diesem Tag also nicht durchgeschleust werden. Sollte es deutlich mehr Anmeldungen geben, müssten weitere Termine anberaumt werden.

Die Tour beginnt im Informationszentrum des Kraftwerks, wo in etwa 20 Minuten über das Rückbauverfahren informiert wird.

Dann fahren die Gäste mit einem Kleinbus zum Materiallager ZL 2 in unmittelbarer Nachbarschaft der Reaktorkuppel, wo das Freigabeverfahren an vier Stationen erläutert wird. Vorgesehene Dauer: etwa 60 Minuten. Dabei lernen die Besucher nicht nur die neue Freimessanlage kennen, sondern auch mobile Messgeräte, von denen das KKU etwa 30 besitzt.

Während die Freimessanlage neu ist, waren die orangefarbenen mobilen Messgeräte ebenso wie die Messkammern im Labor auch schon im Leistungsbetrieb im Einsatz.

Das KKU kann mit seinen Messgeräten etwa 99 Prozent der radioaktiven Belastung des Materials erfassen, sagt Lars Wiese, stellvertretender Teilbereichsleiter Strahlenschutz. Um das verbleibende Prozent bemühen sich spezielle Labore; in ganz Deutschland sind nur vier oder fünf dafür akkreditiert.

Über die formale Freigabe und den Abtransport wird schließlich wieder im Informationszentrum berichtet.

An den Stationen informieren:

  Dr. Susanne Engstler, stellvertretende Kraftwerksleiterin, Fachbereichsleiterin Überwachung und Strahlenschutzbeauftragte; sie spricht über die formale Freigabe und den Abtransport,

  Lars Wiese, stellvertretender Teilbereichsleiter Strahlenschutz, seit zwei Jahren in Kleinensiel und zuvor beim Rückbau der Kernkraftwerke Stade und Würgassen tätig,

 Stephan Thode, Teilbereichsleiter Strahlenschutz, seit neun Jahren in Kleinensiel und zuvor ebenfalls beim Rückbau der Kernkraftwerke Stade und Würgassen tätig,

Ingo Schäfer, seit drei Jahren stellvertretender Teilbereichsleiter Entsorgung, und

Michael Pulm, der seit 16 Jahren im Strahlenschutz tätig ist.

Während Wiese, Thode und Schäfer über die Messstationen berichten, informiert Pulm über Radioaktivität in Alltagsgegenständen.

98 Prozent Wertstoffe

Angestrebt wird, dass 98 Prozent des Materials freigemessen und damit zu Wertstoffen erklärt wird, erinnert Gerd Reinstrom, der Leiter der Anlage. 2 Prozent kommen ins geplante neue Zwischenlager, dessen Genehmigung für Ende dieses Jahres und dessen Fertigstellung für 2019 erwartet wird. Inzwischen soll das Material im Castor-Zwischenlager abgestellt werden.

„Mit dem Informationstag wollen wir um Vertrauen für unsere Arbeit am Rückbau werben“, sagt Gerd Reinstrom. Weitere Veranstaltungen dieser Art sollen folgen.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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