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Naturschutz: Kreuzkröte soll auf Ochtumer Sand gelockt werden

11.01.2017

Lemwerder Die Kreuzkröte soll wieder heimisch werden auf dem Ochtumer Sand. Das wünscht sich die Ortsgruppe Stedingen des Naturschutzbundes (Nabu) und hat deshalb bereits Ende 2015 einen Antrag auf Förderung eines Projektes zur Revitalisierung von Stillgewässern gestellt. Inzwischen wurde dieses Naturschutzprojekt – übrigens das einzige in der Wesermarsch berücksichtigte – in das EU-Förderprogramm „LIFE“ aufgenommen, mit dem so genannte atlantische Sandlandschaften gefördert werden. 38 000 Euro fließen dafür in die Wesermarsch. Auf rund zehn Jahre ist das Projekt angelegt.

Und darum geht es: Vor mehr als 15 Jahren sind auf dem Ochtumer Sand spezielle Tümpel angelegt worden, um der Kreuzkröte und anderen „Liebhabern“ atlantischer Sandlandschaften optimale Lebensbedingungen zu bieten. Laut Hartmut Drebing vom Nabu Stedingen war die scheue Kreuzkröte, die man eher hören kann als sehen, noch bis vor etwa fünf Jahren in großer Zahl auf dem Ochtumer Sand anzutreffen. Die nur vier bis acht Zentimeter große Kröte mag sandige Böden und eben Tümpel, die auch mal trocken fallen können.

Doch im Lauf der Zeit sind die Gewässer völlig ausgetrocknet oder mit Bäumen und Gestrüpp zugewachsen. Die Kreuzkröte liebt aber eher die Sandwüstenlandschaft, weiß Hartmut Drebing. Und so hat sie sich immer mehr zurückgezogen.

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Mit dem nun von der EU anerkannten Projekt soll die Kreuzkröte an ihren angestammten Platz wieder zurückgeholt werden. „Auch im Einzugsbereich der Weser liegen wir durch den Einfluss der Nordsee noch in einem atlantisch beeinflussten Gebiet“, erklärt Hartmut Drebing. „Mit dem Förderprogramm will die Landesregierung bestimmte seltene Tierarten fördern. Neben der Schlingennatter und der Zauneidechse wird explizit die Kreuzkröte genannt.“

Das Ziel des „Revitalisierungs“-Projektes ist, die Tümpel vom Gehölz zu befreien und neu anzulegen. Auch die Sandfläche soll wieder freigelegt werden. „Davon profitieren dann auch andere Tiere in diesem Gebiet, zum Beispiel die Insekten“, erklärt Drebing. „Die Maßnahme ließe sich auch auf die Wesersande Ritzenbüttel, Warfleth, Ruschsand, Tegeler Sand und Harriersand übertragen.“

Die Bewilligung der Fördergelder ist der erste Schritt zur Umsetzung. Nun gilt es, mit dem Eigentümer der Flächen – laut Hartmut Drebing das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen – zu klären, ob das Projekt dort umgesetzt werden kann. Danach werde in die Feinplanung eingestiegen. Frühestens in drei Jahren beginnen dann die eigentlichen Arbeiten, sagt Drebing.

Der Naturschützer stellt das Projekt an diesem Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft und Umwelt in Lemwerder vor. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Ratssaal, Stedinger Straße 51.

Torsten Wewer Kanalmanagement / Redakteur
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