• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Das ist hier keine Kuschellandschaft“

12.07.2018

Langwarden „Das ist hier keine Kuschellandschaft“, betonte Peter Südbeck. Was der Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer damit meinte: Der Langwarder Groden kann sich, etwa bei einer Sturmflut, durchaus von einer sehr ungemütliche Seite zeigen. Am Mittwoch tat er das nicht. Der hohe Besuch, der am Vormittag über den Naturerlebnispfad streifte, war aber nicht nur deshalb voll der Lobes.

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) befindet sich zurzeit auf Sommertour, ebenso Dr. Hubert Weiger aus Bayern, Bundesvorsitzender des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Am Mittwoch trafen die beiden am Langwarder Groden aufeinander und informierten sich über die Entwicklung der Natur auf dem mehr als 150 Hektar großen Areal. Der Umweltminister und der BUND-Chef erfuhren: Die Entwicklung schreitet mit sehr großen Schritten voran – schneller bald, als es die Verantwortlichen zu hoffen gewagt hatten.

Der Langwarder Groden entstand 2014 als Ausgleichsmaßnahme für eine Deichverstärkung in Cäciliengroden sowie den Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven. Dass es seinerzeit sehr kontroverse Diskussionen um das Projekt gab, hat sich auch bis zu dem in Sande im Kreis Friesland lebenden Olaf Lies herumgesprochen. „90 Prozent Ablehnung in der Bevölkerung“, bestätigte am Mittwoch Peter Südbeck. Doch die Stimmung habe sich schnell gedreht.

Zum Highlight gemausert

„Aus einem umstrittenen Projekt ist ein Highlight für Einheimische und Gäste geworden“, ergänzte Bürgermeisterin Ina Korter bei dem Ortstermin, an dem auch Vertreter des II. Oldenburgischen Deichbands, Landrat Thomas Brückmann und Kurdirektor Robert Kowitz teilnahmen.

Olaf Lies lobte den Langwarder Groden als ein „Vorzeigeprojekt“, bei dem es gelungen sei, wirtschaftliche Interessen mit denen des Küstenschutzes und des Naturschutzes unter einen Hut zu bringen. „Der Prozess war laut, aber am Ende gab es ein hervorragendes Ergebnis, das allen Belangen gerecht wird“, unterstrich der Minister.

„Das Wattenmeer ist ein Naturraum von weltweiter Bedeutung“ sagte Dr. Hubert Weiger. Den Langwarder Groden bezeichnete er als „ein Mut machendes Beispiel für die Zukunft“ – weil es Modellcharakter habe. Ausgleichsmaßnahmen seien bislang stets dort erfolgt, wo auch der Eingriff in die Natur stattfand. Der Langwarder Groden zeige, dass es auch anders geht. Die Ausgleichsmaßnahme habe zu einer „deutlichen Steigerung der Qualität dieses Lebensraums geführt“, sagte der BUND-Vorsitzende.

„Ziele erreicht“

Das konnte Landschaftsarchitekt Martin Sprötge von der Planungsgruppe Grün, die das Projekt begleitet hatte und immer noch begleitet, nur bestätigen. Bereits vor zwei Jahren hatten sich 108 Hektar des 158 Hektar großen Planungsgebietes in einen Küstenlebensraum mit Salzwiesen und Wattlandschaften verwandelt. Auf dem Groden sind inzwischen viele Watvögel vom Austernfischer über Säbelschnäbler und Rotschenkel bis hin zur Uferschnepfe zu beobachten. Das Areal ist zu einem wichtigen Brut- und Rastgebiet für Vögel geworden.

„Unsere Ziele sind erreicht oder übererfüllt“, sagte Peter Südbeck, betonte dabei aber auch, dass das nur eine Momentaufnahme sei. Der Groden sei – erwartungsgemäß – einer großen Dynamik unterlegen. Peter Südbeck: „Wir haben hier gar nichts im Griff. Das macht alles die Natur.“


Sehen sie ein Video unter   www.nwzonline.de/videos 
Video

Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

Weitere Nachrichten:

BUND | SPD

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.