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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Handy nicht einfach wegwerfen

25.05.2019

Lemwerder Die Zahl der ausgedienten Handys, die ungenutzt irgendwo herumliegen, ist enorm. Rasant entwickelt sich die Technik fort. Nach kürzester Zeit sind die aktuellen Modelle schon wieder veraltet und die Wirtschaft lockt mit Neuem.

40 Millionen Tonnen elek-tronische Geräte landen jährlich weltweit auf dem Müll. Mit 21,6 Kilogramm pro Kopf gehört Deutschland dabei zur Spitzengruppe der Verursacher, kritisiert das katholische Hilfswerk Missio, das mit der Sammel- und Hilfsaktion „Schutzengel“ den katastrophalen Folgen dieses Trends etwas entgegensetzen möchte.

Denn in der globalen Welt wird kaum zur Kenntnis genommen, wie viel Blut an den zum Bau dieser Geräte nötigen Bodenschätze klebt.

Die Idee, Lemwerder als Fair-Trade-Gemeinde in die Schutzengel- Handysammelaktion mit einzubeziehen, hatte Marion Materny. „Ich war ganz erschüttert von dem Film ,Welcome to Sodom’, der zeigt, was mit unserem Elek-troschrott in Afrika passiert. Den Gestank konnte ich förmlich riechen“, berichtet das Mitglied des Eine-Welt-Laden-Teams. Das motivierte sie, etwas zu tun. Schließlich wolle man als Fair-Trade-Gemeinde nicht auf der Stelle treten, ergänzt Mitstreiterin Christel Krapp-Heckers.

Erschütternd ist aber nicht erst die Entsorgung elektronischer Geräte, sagt Marion Materny und hat dabei besonders die Demokratische Republik Kongo im Blick, die aufgrund ihrer vielen Bodenschätze eigentlich ein reiches Land ist. Dieser Reichtum weckt allerdings Begehrlichkeiten der Falschen: Tausende Menschen werden für den illegal betriebenen Abbau vertrieben.

Rohstoffe im Wert bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar werden jährlich aus dem Kongo geschmuggelt, um davon Waffen oder den Krieg im Osten der Republik zu finanzieren. Mord, Vergewaltigungen und Kinderarbeit gehören zu den grausamen Begleiterscheinungen der Gier nach den begrenzten Ressourcen, über die sich jenseits von Afrika nur wenige Gedanken machen.

Nahezu zur Hälfte (46 Prozent) bestehen Smartphones aus Kupfer, Kobalt, Silizium, Aluminium oder Silber. Rund 60 verschiedene Rohstoffe sind darin verbaut. 41 Handys enthalten so viel Gold wie eine Tonne Golderz.

Ihnen die Chance auf ein zweites Leben, eine Reparatur oder Recycling zu geben, hat den Nutzen, begrenzte Rohstoffe mehr wertzuschätzen und Hilfsprojekte zu unterstützen

Zwei Euro für jedes aufbereitete und 40 Cent für jedes recycelte Handy fließen Projekten im Kongo zu, versprechen Firmengründer Eric Schumacher und Till von Pidoll von Mobil-Box in ihrem Flyer. 18 Traumazentren hat die Erzdiözese mit Projektpartner „Justice&Peace Bukavu“ seit 2009 im Osten vom Kongo eingerichtet, in denen Opfer von Gewalt psychosoziale Betreuung und juristischen Beistand finden.

Missio, an die der Erlös der gesammelten Handys geht, unterstützt die Aktion „Schutzengel“ seit 2012. Wer sein ausgedientes Mobiltelefon möglichst mit Ladegerät und Akku mit seinen Kontaktdaten bis zum 2. Oktober 2019 im ausgelegten Beutel, auf dem alles noch einmal genau erklärt wird, in eine der Sammelboxen steckt, hat außerdem die Chance, eines von zehn fair gehandelten Handys zu gewinnen. Die Teilnehmer können sich darauf verlassen, dass sämtliche auf dem Telefon gespeicherten Daten vor einer Weitergabe gelöscht werden.

Im Eine-Welt-Laden, im katholischen Gemeindehaus, in allen drei evangelischen Gemeindehäusern, im Rathaus, in der Begegnungsstätte und im Gymnasium sind in Lemwerder ab sofort Sammelboxen aufgestellt. Drei weitere Sammelboxen hat die Werbegemeinschaft übernommen.

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