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Moorschutz: „Massive Eingriffe in Grund und Boden“

16.10.2014

Brake /Rodenkirchen Das Land Niedersachsen will künftig Moorflächen als natürliche Speicher von Kohlendioxid besonders schützen (die NWZ  berichtete). Nach Meinung der betroffenen Landwirte würde eine Moorentwicklung durch Wiedervernässung eine landwirtschaftliche Nutzung wie im bisherigen Umfang generell ausschließen. Die Existenz vieler Betriebe sei gefährdet. Alle betroffenen Mitglieder sind nun dazu aufgerufen, beim Landwirtschaftsministerium in Hannover bis zum 14. November Einwendungen gegen die geplanten Änderungen des Landesraumordnungsprogramms zu erheben.

Über die geplanten Änderungen des Landesraumordnungsprogramms informierten am Mittwoch die Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland in der Markthalle Rodenkirchen. Der Kreislandvolkvorsitzende Dr. Karsten Padeken (Wesermarsch) begrüßte dazu mehr als 200 Teilnehmer.

Wie die Kreislandvolkverbände mitteilen, betrifft die geplante Ausweisung von Vorranggebieten zum Torferhalt und zur Moorentwicklung rund 8000 Hektar in den Landkreisen Wesermarsch und Friesland, wovon die Gemeinden Ovelgönne, Jade, Elsfleth, Berne, Stadland und die Stadt Varel betroffen sind, die Ortsteile Jaderberg, Jaderkreuzmoor, Nordmentzhausen, Südmentzhausen, Rüdershausen, Jaderlangstraße, Barghorn, Oberströmische Seite, Großenmeer, Kuhlen, Moorseite, Birkenheide, Niederhörne, Nordermoor, Bardenfleth, Eckfleth, Fuchsberg, Gellen, Kortendorf, die Hunteniederung, Buttel, Bäke, Köterende, Neuenhuntorfermoor, Ochholt, Neuenkoop, Hiddigwardermoor, Dangastermoor, Langendamm, Neudorf-Büppel, Süderschwei und Achterstadt insbesondere.

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In der Wesermarsch und Friesland handelt es sich nach Aussagen der Verbandsvorsteher um eine lang besiedelte Kulturlandschaft, die eng vernetzt ist zwischen Siedlungsstruktur und landwirtschaftlichen Hofstellen und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Wesermarsch sei aufgrund ihrer geografischen Lage insbesondere von geplanten Wiedervernässungsmaßnahmen betroffen. Wiedervernässung dieser Ortsteile hätte zur Folge, dass nicht nur landwirtschaftliche Nutzflächen, sondern ganze Ortschaften und Gewerbegebiete von derartigen Maßnahmen betroffen wären. „Ebenfalls sollen Tätigkeiten, die einer Entwicklung naturnaher Moore entgegenstehen, verhindert werden. Durch diese Zielvorstellungen ergibt sich die Frage, ob es sich in diesem Fall um eine Verhinderungsplanung handelt und die Zielvorstellungen des Landes Niedersachsen erheblich denen der hiesigen Landwirtschaft entgegenstehen“, heißt es.

Die geplanten Ausweisungen stellen nach Einschätzung der Kreislandvolkverbände einen massiven Eingriff in die Verfügbarkeit von Grund und Boden dar. Daher fordern sie die Landesregierung auf, sämtliche landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie Hofstellen aus der Gebietskulisse „Vorranggebiet für Torferhalt und Moorentwicklung“ herauszunehmen.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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