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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Amtsgericht: Mehr Fälle von Gefährdung des Kindeswohles

17.02.2016

Nordenham Deutlich mehr gemeldete Kindeswohlgefährdungen, deren Zahl sich verdreifachte und im mittleren zweistelligen Bereich lag, sowie mehr Vormundschaftsentscheidungen, verursacht durch die Einquartierung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, haben dem Amtsgericht Nordenham im vergangenen Jahr einen Anstieg der „Familiensachen“ um 32 auf 429 Fälle beschert. In 2015 ließen sich 116 Ehepaare scheiden und damit fast genau so viele wie im Jahr zuvor (115).

Diese Zahlen gehen aus der Jahresstatistik 2015 des Nordenhamer Amtsgerichtes hervor, die dessen neuer Leiter Martin Staubwasser an diesem Dienstag vorstellte. Über alle Bereiche des für die Stadt Nordenham sowie die Gemeinden Butjadingen und Stadland zuständigen Gerichts gesehen, habe es keine gravierenden Veränderungen zu anderen Jahren gegeben.

Der deutliche Anstieg der Kindeswohlgefährdungen ist nach Ansicht des Amtsgerichtsdirektors, der im August vergangenen Jahres die Nachfolge von Dr. Claudia Peplau antrat (ging in den Ruhestand), die Folge einer gesellschaftlichen Entwicklung. In früheren Jahren kam es vornehmlich bei drogenabhängigen oder psychisch kranken Erziehungsberechtigten zur Gefährdung des Wohls eines Kindes. Heute gehe es mehr um Vernachlässigung und Verwahrlosung, machte Martin Staubwasser deutlich.

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Ein Grund dafür sei, dass Eltern nicht mehr wissen, wie sie ihr Kind erziehen, weil ihnen auch feste Strukturen und Tagesabläufe fehlen. Weil sie vor viele Entscheidungen gestellt würden, seien Eltern überfordert und hilflos, erläuterte der Familienrichter.

Kindeswohlgefährdungen zum Beispiel wegen Gewalt oder Vernachlässigung werden dem Gericht vom Jugendamt dann gemeldet, wenn deren angebotenen Hilfen nicht angenommen werden. „Das Gericht kann natürlich mehr Druck ausüben“, so Martin Staubwasser.

Die möglichen Maßnahmen des Familiengerichts reichen von Ermahnungen, Auflagen, Ge- und Verboten über Weisungen bis hin zu Eingriffen in die elterliche Sorge. Nur im Einzelfall komme es dazu, dass die Unterbringung eines in seinem Wohl gefährdeten Kindes in einer Pflegefamilie gerichtlich angeordnet wird, berichtete der Amtsgerichtsdirektor.

Mit den 116 Scheidungen setzte sich der Trend fort, dass in der nördlichen Wesermarsch jede zweite Ehe in die Brüche geht. 2015 gaben sich in Nordenham, Butjadingen und Stadland insgesamt 201 Paare das Ja-Wort. Auffällig sei, dass immer häufiger Ehen geschieden werden, die schon relativ lange Bestand haben. „Auch Scheidungen nach der Silberhochzeit sind keine Seltenheit mehr“, sagte Martin Staubwasser.

Unterbringungsverfahren gab es in 2015 in 34 Fällen bei psychisch Kranken, einem Fall wegen Abschiebehaft und zehn Fällen nach dem Niedersächsisches Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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