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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Millionenbaustelle im Watt

20.03.2017

Wapelersiel Auf der Großbaustelle Wapelersiel wird an den Gewerken für den Hochwasserschutz mit Hochdruck gearbeitet. Jede Menge zu tun gibt es in der riesigen Baugrube für die ersten beiden westlich gelegenen Sielzüge neben dem Mündungsschöpfwerk.

Die beiden neuen Sielzüge will man im August in Betrieb nehmen. Danach erfolgt dann der Abbruch der restlichen beiden alten Sielzüge, in denen der Wasserdurchfluss reguliert wird.

Die derzeitigen Arbeiten werden von der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Wapeler Siel durchgeführt. Bauleiter Carsten Neuhaus aus Abbehausen zeigt sich mit dem Verlauf der Arbeiten zufrieden: „Wir sind im Zeitplan“, sagt er im Gespräch mit der NWZ.

Die Baugrube ist 75 Meter lang, 15 Meter breit und 11,40 Meter tief. 20 Arbeiter sind allein in der Grube täglich bei den Bewehrungs- und Betonarbeiten im Einsatz. Für das Errichten der Grube war eine Grundwasserabsenkung unablässig.

Der Techniker des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände Jörg Weimann gibt einen Überblick, was in Waperlersiel verbaut wird. Es sind 12  000 Kubikmeter Beton, 1400 Tonnen Bewehrungsstahl, 2500 Tonnen Spundwandstahl und für die Gründung 1700 Tonnen Stahlträger, die eine Einzellänge von 32 Meter aufweisen.

Auf dem Grund ist zuerst eine 30 Zentimeter breite Sauberkeitsschicht zu errichten. Hierauf wird eine 1,10 Meter dicke Betonsohle aufgebracht. An alle Extremfälle in der Bauphase wurde gedacht. So sind zur Seeseite zum Jadebusen drei Schieber in der Spundwand eingebracht. Bei einer schweren Sturmflut können die Tore geöffnet und die Grube geflutet werden.

Nach Fertigstellung der Betonarbeiten werden je zwei Stemm- und Hubtore eingebaut. Das Stemmtor – pro Sielzug,seeseitig angeordnet – schließt sich bei Flut automatisch durch den Druck des auflaufenden Wassers. Sie öffnen wieder bei steigendem Innendruck, wenn bei eintretender Ebbe der Wasserstand unter den Binnenwasserstand Jade fällt. Die Tore dienen der Deichsicherheit. Als zusätzliche Deichsicherung wird ein Hubtor pro Sielzug in etwa der Mitte der Grube eingebaut. Es wird je nach Bedarf bedient, zum Beispiel bei extremen Hochwasserständen.

In der Bauzeit gibt es wöchentlich die Besprechungen mit den Gutachtern, Firmen, dem Ingenieurbüro, dem Entwässerungsverband Jade, dem Verbandsvorsteher Fritz-Harald Strodthoff-Schneider und der Bauleitung. Burkhard Wulff, Verbandsvorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes lobt die gute Koordination: „Das läuft alles bestens. Wir haben hier gute Firmen und Mitarbeiter vor Ort.“

Nach dem Fünf-Jahres-Plan soll dann 2020 alles fertig sein. Für Hochwasser-und Deichschutz muss man ziemlich tief in die Tasche greifen. „Mit den Planungskosten liegen wir allein für Wapelersiel bei jetzt zirka 30 Millionen Euro“, sagt Burkhard Wullf. Als eine der letzten größeren Maßnahmen müssen dann noch die Pumpenausläufe des Mündungsschöpfwerks verlängert werden.

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