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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Mit dem Bogen kleine Löcher bohren

13.05.2014

Hartwarderwurp Trotz des instabilen Wetters mit vielen Schauern und Wind nutzten am Sonntag etliche Familien den Aktionstag am und im Nachbau des Bronzezeithauses, um sich über die Zeit und ihre Lebensumstände vor 3000 Jahren zu informieren. Nicht nur Gäste aus der Wesermarsch registrierten die Mitarbeiter und Gästeführerin Bärbel Hinrichs, auch Urlauber verbrachten einige Zeit im reetgedeckten Wohnstallgebäude.

Bronzezeit mit Strom

Alle Außenaktionen bis auf das Brotbacken wurden an diesem Tag in das Haus verlegt, das genügend Platz bot für den Schnitzer Markus Lüpping, die Filzerin Steffi Woida-Driesner, die Weberin Martina Ressel und die üblichen Gegenstände, die ständig im Bronzezeithaus aufbewahrt werden. Auch eine Ecke für die Zubereitung des bronzezeitlichen Eintopfes fand sich noch, der nicht ganz zeitgemäß auf einer mobilen Elektrokochstelle gefertigt wurde. Die Gäste konnten die heiße Suppe zusammen mit dem frischen Schrotbrot aus dem Lehmkuppelofen probieren und es mit Schmalz oder Quark aufpeppen.

Den Umgang mit einem scharfen Messer brauchten die Kinder beim Flötenschnitzer Markus Lüpping nicht zu fürchten. Der Neuenkirchener zeigte den Teilnehmern den sachgemäßen Umgang mit einem scharfen Gegenstand und vermittelte ihnen ein Gefühl für dessen Eigenschaften. Es gebe drei Grundregeln beim Schnitzen, erklärte er: „Schnitzen nur im Sitzen. Mit dem Messer nicht herumlaufen. Immer von sich weg schnitzen.“ So konnten die Kinder ihre Stöcker spitzen oder sogar ein kleines Messer aus Haselnussholz fertigen. Auch selbst gefertigte Holzflöten mit nur einem oder zwei Löchern hatte Markus Lüpping im Gepäck. Hiermit ließ er hauchdünne Seifenblasen aufsteigen. „Seife gibt es seit 5000 Jahren, und seit dieser Zeit gibt es auch Seifenblasen“, war er sich sicher.

Mit Seife hantierte auch die Filzerin Steffi Woida-Driesner, die seit einiger Zeit ihre Werkstatt in Alse hat. Im Bronzezeithaus demonstrierte sie das Filzen einer kleinen grauen Maus, die über einen Finger passt. Immer wieder tunkte sie ihre Finger in die Olivenseife und walkte die Wolle fest und fester.

Fledermaus und Drache

Als „Zaungäste“ mit dabei waren ihre „Fledras“ in verschiedenen Designs. Diese Handpuppen sind eine Chimäre zwischen Feldermaus und Drachen und regen mit ihrem Aussehen sofort den Spieltrieb an. Auch bunte Fische, Taschen, steinreiche Mäuse, blühende Steine oder Seifenäpfel lagen aus und zeigten die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten von Filzwolle. Ein erster Fund eines Filzobjektes in dieser Region wurde auf 600 vor Christus datiert: eine gefilzte Mütze.

Über alte Kleidung informierte auch Webermeisterin Martina Ressel aus Jade, die nicht nur den festinstallierten Gewichtswebstuhl einrichtete, sondern auch Beispielkleidung aus handgesponnener Wolle mitgebracht hatte. Der Kimono-Schnitt aus der Bronzezeit ist ein Original-Schnittmuster, bei dem die Jacke aus einem Stück gefertigt wird. Auch ein Hemd zeigte diesen einfachen, aber effektiven Schnitt.

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