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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Justiz: Mit Ehestreitigkeiten landesweit vorn

25.01.2013

Nordenham Die Wesermarsch-Bewohner als ein streitbares Volk zu bezeichnen, wäre sicherlich eine überzogene Verallgemeinerung. Aber wenn es um Ehekonflikte geht, hat diese Feststellung durchaus ihre Berechtigung. Das lässt sich auch mit Zahlen belegen. In seiner Jahresstatistik für 2012 führt das Nordenhamer Amtsgericht 453 Familiensachen auf. „Das ist im Verhältnis zur Einwohnerzahl einer der höchsten Werte in ganz Niedersachsen“, sagt die Gerichtsdirektorin Dr. Claudia Peplau. Nach ihren Angaben sieht es in Brake ähnlich aus.

Streit um Sorgerecht

Unter Familiensachen verstehen Juristen in erster Linie Scheidungen sowie Auseinandersetzungen um den Unterhalt, die elterliche Sorge und das Güterrecht.

Wenn zerstrittene Eltern sich nicht darauf einigen können, zu welchen Zeiten und Bedingungen die Kinder entweder von der Mutter oder vom Vater betreut werden, versuchen zunächst das Jugendamt oder Familienberatungsstellen zu vermitteln. Kommt dabei keine Lösung zustande, landet der Fall vor Gericht. „Oft scheitert eine Einigung daran, dass die Eltern nicht miteinander reden können“, sagt die Gerichtsdirektorin. Schlimmstenfalls muss dann per Urteil eine Regelung getroffen werden. Sollte sich ein Elternteil nicht daran halten, drohen Zwangsgeld oder -haft.

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Gegenüber dem Vorjahr (487) hat sich im Bereich des Nordenhamer Amtsgerichts, das auch für die Gemeinden Butjadingen und Stadland zuständig ist, die Zahl der Familiensachen zwar verringert. „Aber das Niveau ist immer hoch sehr hoch“, sagt Claudia Peplau. Das gilt ebenfalls für die Scheidungen. Die Zahl der gerichtlich vollzogenen Ehetrennungen ist von 140 auf 126 gesunken. Dem standen im vergangenen 104 Hochzeiten in Nordenham, 39 in Butjadingen und 37 in Stadland gegenüber. „Der Anteil der Scheidungen nimmt zu“, sagt Claudia Peplau, „früher war das Verhältnis etwa 1:3.“

Der Gerichtsdirektorin ist zudem aufgefallen, dass immer mehr Ehen schon nach weniger als drei Jahren ausein­anderbrechen. Die Bereitschaft der Partner, sich nach einer Krise wieder zusammenzuraufen, ist nach ihren Beobachtungen rückläufig. „Der Trend zur Trennung verstärkt sich“, sagt sie, „und wirkt offenbar ansteckend.“

Warum die Menschen in der Wesermarsch bei Familienkonflikten besonders reizbar sind, kann die Chefin des Amtsgerichts nicht sagen. „Es herrscht hier eine ausgeprägte Streitkultur“, hat sie festgestellt, „mit der Beratung durch das Jugendamt geben sich viele Eltern nicht zufrieden.“ Sie bedauert, dass die Kinder oft die Leidtragenden sind.

Mehr Strafbefehle

Bei den Strafangelegenheiten vermeldet das Amtsgericht steigende Zahlen. Die Zahl der Strafbefehle ist von 220 auf 261 angewachsen, die der Ordnungswidrigkeiten von 105 auf 164. Das hängt vor allem damit zusammen, dass der Landkreis Wesermarsch die Tempokontrollen auf der unfallträchtigen Bundesstraße 212 verschärft hat.

Wenn ein Autofahrer gegen den Bußgeldbescheid des Landkreises angeht, kommt das Amtsgericht ins Spiel. Gegebenenfalls muss ein Gutachter klären, ob es sich bei dem Temposünder auf dem Blitzerfoto tatsächlich um den Beschuldigten handelt.

Bei den Grundbuchsachen gab es wie im Jahr zuvor 1030 Fälle. Die Zahl der Immobilien-Zwangsversteigerungen hat sich von 35 auf 41 erhöht. Gesunken ist jedoch das Aufkommen an Insolvenzanträgen – von 255 auf 235 .

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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