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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wirtschaft: „Mit starkem Binnenmarkt aus der Krise“

18.10.2014

Elsfleth Auch wenn der Liberale Frank Schäffler nicht mehr Mitglied des Bundestages ist, zur Finanzkrise und zur aktuellen Politik der Notenbanken hat der 45-jährige „Euro-Rebell“ noch einiges zu sagen. Festgehalten hat Frank Schäffler seine Erkenntnisse und Überzeugungen jetzt in seinem kürzlich erschienenen Buch „Nicht mit unserem Geld“. Auf Einladung der Liberalen Norbert Winter und Thomas Fries las er am Donnerstagabend im Hotel-Restaurant „Kogge“.

Zu Beginn seiner Lesung rekapitulierte Frank Schäffler die Mechanismen, die zunächst zur Immobilienkrise in den USA geführt hatten und schließlich in einer globalen Finanzkrise mündeten. „Der Beginn der EU-Finanzkrise 2010 im heruntergewirtschafteten Griechenland – das war gleichzeitig der Beginn einer immensen Rettungsorgie.“ Zu dieser Zeit sei er in eine mediale Falle getappt, erinnert sich der FDP-Politiker. Sein Statement gegenüber einem Journalisten hätte gelautet: „Wer Liquiditätsprobleme hat, muss sparen oder sein Tafelsilber verkaufen!“ Die Headline der Tageszeitung hatte am nächsten Tag gelautet: „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleitegriechen, und die Akropolis gleich mit!“ Frank Schäffler: „Im Jahr 2012 gab es dann tatsächlich eine Verkaufswelle griechischer Inseln.“ Das Dilemma der Euro-Krise hat nach seiner Ansicht damit begonnen, dass sich Griechenland, Irland, Spanien, Portugal und sogar Zypern unter dem Euro-Rettungsschirm drängelten.

In seiner Zeit als FDP-Bundestagsabgeordneter hatte sich Frank Schäffler gegen sämtliche Maßnahmen der Schuldenvergemeinschaftung der Europäischen Union gestemmt, er initiierte einen Mitgliederentscheid der FDP gegen den Europäischen Stabilitätsmechanismus und verlor ihn.

Der Preis für den Rettungsschirm sei eine immer stärkere staatliche Kontrolle der Banken gewesen, fuhr der Redner fort, billiges Geld hätte Unsummen an Krediten produziert. „Mit billigem Geld und Verschuldung ist kein Wohlstand zu erzielen. Die Annahme der Banken, ihnen würde im Ernstfall der Staat helfen, ist unmoralisch und demokratiegefährdend. Den Preis dafür zahlen letztlich die Bürger, sie verlieren ihre Sparvermögen.“

Nach den Ergebnissen des dritten Bankstresstestes befürchtet Frank Schäffler die Verstaatlichung von Teilen europäischer Banken. „Dieses Instrument zur Entschuldung von Staaten halte ich für grundlegend falsch!“ Einen Ausweg aus der Schuldenkrise sieht der Politiker in der Stärkung des Binnenmarktes, der Wahrung liberaler Grundwerte und Eigenverantwortung. „Wir kommen raus aus der Krise, wenn wir einen atmenden Euroraum schaffen“, so der Referent. „Griechenland wird das allerdings nicht schaffen, aus meiner Sicht ist ein Austritt Griechenland aus der Eurozone das beste Mittel.“ In der Stärkung von Bitcoins – einer virtuellen Geldeinheit als dezentrales Zahlungssystem – sieht Frank Schäffler ein „zartes Pflänzchen“, das sich zu einer Parallelwährung zum Euro entwickeln könnte.

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