• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Vortrag Zu Landwirtschaft Ohne Chemie In Moorriem: Pilze im Boden als Super-Dünger

25.11.2019

Moorriem Die Landwirtschaft muss sich ändern, das hören die Bauern von allen Seiten. Es herrscht frustrierte Stimmung auf vielen Höfen und Unsicherheit bei den Verbrauchern. Wie sollen Betriebe in Zukunft nachhaltig und gleichzeitig profitabel arbeiten?

In Moorriem konnte man sich jetzt ein Bild davon machen, wie weit die Wissenschaft sich mit diesen Themen beschäftigt hat. Die Naturschutzorganisation Nature Fund mit Sitz in Wiesbaden hatte zu einem Seminar über „Die Landwirtschaft von Morgen“ auf den Hof Janßen in Burwinkel eingeladen. Ein Dutzend Besucher, darunter Landwirte aus dem Ort und Studenten der Uni Oldenburg, waren dieser Einladung gefolgt.

Sie wurden von Prof. Ralf Otterpohl, Leiter des Instituts für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz an der Technischen Universität Hamburg, mit Riesenschritten in die Welt der aktuellen Forschung eingeführt.

Guter Boden, gute Ernte

Sein Schwerpunkt dabei: der Aufbau eines guten Ackerbodens für eine ertragreiche Ernte. Otterpohl gab sich optimistisch. „Es gibt erstaunlich viele Möglichkeiten“, sagte er. Auch in der Flächenwirtschaft sei ein profitabler Humusaufbau möglich. Mit Beispielen aus den USA oder Österreich zeigte der Forscher, wie landwirtschaftliche Böden ohne chemikalische Düngemittel verbessert werden können.

Denn, das machte der Forscher klar: besonders produktiv seien die gedüngten landwirtschaftliche Böden, verglichen mit denen beispielsweise im Tropenwald, überhaupt nicht (gemessen in Biomasse). Woran das liegen kann, wurde in einem Forschungsprojekt ermittelt, das Otterpohl in Moorriem vorstellte. Das Ergebnis: Versuche hätten gezeigt, dass die Pflanzen dort am besten gediehen, wo Bodenpilze und Bakterien in einem richtigen Verhältnis stehen. „Auf den Äckern gibt es zu wenige Bodenpilze, auch in Bio-Betrieben“, erklärte er. Versuche mit Düngungen mit Steinmehl oder Meeresmineralien, um die Pilze zu fördern, liefen bereits. Auch Holz liefere den Bodenpilzen eine gute Grundlage.

Erfolge in den USA

Bodenpilze als Superdünger: Das höre sich gut an, sei aber kein Selbstgänger, erklärte der Professor. Landwirte in den USA würden die neuen Erkenntnisse aber bereits nutzen. „Sie können tatsächlich ein höheres Einkommen verzeichnen, weil ihre Kosten für Dünger sinken und die Erträge gut sind“, sagte er.

Diese Landwirte haben ihre Betriebe komplett umgestellt. Sie arbeiten nach neuen Prinzipien: um die Pilze zu erhalten, werden die Felder nicht mehr umgepflügt, der Boden soll nur minimal gestört werden. Außerdem wird er durch Bewuchs bedeckt gehalten. Auch das fördert die Pilze. Dieser Bewuchs – möglichst aus verschiedenen Pflanzen – wird anschließend lediglich plattgewalzt und das Saatgut im Direktverfahren eingebracht. Der platte Bewuchs sorge dann wiederum dafür, dass der Unterwuchs klein gehalten werde. „Es zeigt sich allerdings, dass es sehr schwierig ist, von den Herbiziden wegzukommen“, so Otterpohl.

Gerade für Tierhalter hatte er noch einen Tipp: „Sehr gut geeignet für die Düngung des Bodens ist die Portionsbeweidung“, erklärte Otterpohl. Das habe sich in Versuchen gezeigt. Dabei werden die Tiere jeden Tag auf einem anderen abgezäunten Stück geweidet.

Für die Landwirte in der Wesermarsch, wo nur 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Ackerland sind, sind sicher nicht alle Erkenntnisse zum Thema Bodenaufbau wichtig für die tägliche Arbeit. Trotzdem wurde mit Interesse verfolgt, in welche Richtung sich die Forschung bewegt.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
Rufen Sie mich an:
04401 9988 2321
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.