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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Dreschen wie zu Uropas Zeiten

13.08.2018

Moorsee Wer am Wochenende mit dem Auto von Abbehausen in Richtung Butjadingen fuhr, wunderte sich wahrscheinlich über den 60 Meter hohen Kran in Moorsee. Er war mit seiner Aussichtsgondel eines der Highlights des 30. Moorseer Mühlenfestes.

Thorsten Fink gehörte am Sonnabend zu den vielen Besuchern, die den Panoramablick über die nördliche Wesermarsch genossen. Zugegeben, bei dem Wind drehte sich die Gondel weit oben mitunter kräftig. Aber das tat der Begeisterung, die bei klarer Sicht herrschte, keinen Abbruch. Der Eigentümer des Krans, Michael Prölschild aus Bremen, ist mit dem Leiter des Mühlenmuseums, Christoph Greim, befreundet und hatte von sich aus auf eine Bezahlung verzichtet – schließlich feierte das Mühlenfest einen runden Geburtstag.

Aber nicht nur die Gondelfahrt erfreute sich am Sonnabend und Sonntag großer Beliebtheit. Zahlreiche Besucher, Einheimische wie Touristen, verfolgten interessiert die vielen Vorführungen historischer Handwerkskunst. Das Dresch-Team rund um Hans-Gerd Gerdes demonstrierte, wie in früheren Zeiten Getreide mit Dreschflegeln, Wurfschaufeln und Windfege gedroschen wurde. Den Weizen dafür hatten die freiwilligen Helfer vom Rüstringer Heimatbund wieder traditionell mit Sichte und Pickhaken in Stollhamm geerntet. Hans-Gerd Gerdes, Gert Seggermann, Erwin Jürgens, Hans Willms, Hans-Hermann Struß und Christoph Tantzen beantworteten bereitwillig Fragen der Besucher – zum Beispiel zur 26 PS starken Lokomobile, die wieder pfeifend und zischend im Einsatz war.

Spannend waren die zahlreichen Präsentationen und das bunte Rahmenprogramm. Die freiwilligen Müller nahmen mehrmals den mit bunten Wimpeln geschmückten Galerieholländer in Betrieb. Sie erzählten vom Arbeitsalltag eines Müllers. Dr. Wolfgang Meiners berichtete über die Brände der Mühle im Jahr 1840. Ein Seilmacher, ein Besenbinder, ein Drechsler und ein Korbmacher gehörten zu den Traditionshandwerkern. Sie gaben Einblick in ihr Metier.

Richtig viel Spaß hatten die Kinder – vor allem, weil sie mithelfen, selbst Seile herstellen und sich im Sackhüpfen oder Dosenwerfen üben durften. In den Museumsräumen bestand die Möglichkeit, mit Filz und Wolle zu basteln und selbst Kerzen aus Wachs zu ziehen. Außerdem konnten die Kinder ein kleines Bienenvolk – natürlich hinter Glas – in Augenschein nehmen. Für Alina Baser (4) aus Gummersbach eine spannende Sache; ihr Bruder Berkay (11) hatte dagegen schon zweimal einen Imker besucht.

Zahlreiche der erwachsenen Besucher zog es in die Sonderausstellung anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Museums Moorseer Mühle oder an die Verkaufsstände mit selbst gefertigten Handwerksprodukten, Dekorationsartikeln und vielem mehr. Und natürlich nutzten die Besucher die zwei Aktionstage auch, um die geschichtsträchtige Mühle zu besichtigen.

Angeboten wurden Familienführungen mit vielen Informationen rund um die Mühle und die Landwirtschaft in alten Zeiten sowie eine kleine Kunstausstellung der „Gruppe 82“. Den musikalischen Rahmen bestritten die Mitglieder des Shantychors Butjenter Blinkfüer und die Gruppe Seewind sowie der Akkordeonspieler Stefan von Kneten. Und auch für das leibliche Wohl der Gäste war gesorgt. Das selbst gebackene Mühlenbrot ging weg wie warme Semmel.

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