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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Motorkraft hilft bei Gegenwind

19.07.2013

Berne /Lemwerder Eigentlich hat sich nicht viel verändert: Kaum zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen, bevölkern zahlreiche Fahrradfahrer die Radwege durch die Wesermarsch. Doch wo früher mit Gegenwind und gelegentlichen Steigungen gekämpft wurde, überholen heute weniger sportliche Radler ambitionierte Fahrer dank elektronischer Unterstützung. Fahrräder mit Elektromotor, kurz E-Bikes genannt, werden immer beliebter. Der Allgemeine Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) schätzt die Zahl der E-Bikes in Deutschland auf 1,3 Millionen.

Einige davon wurden auch in Berne verkauft. Hier bietet Udo Borchers in seinem Fahrradhaus Stedingen im Gewerbepark Ritzenbüttel neben normalen Rädern auch E-Bikes an. Groß ist seine Auswahl nicht, dafür bietet er nur Räder an, von denen er auch überzeugt ist. „Wenn ich mir jetzt ein Rad hinstelle, dann ist es im nächsten Jahr veraltet“, sagt Borchers. Zu rasant ist der technische Fortschritt. Was sich nicht ändert, ist die Höchstgeschwindigkeit. Ein Pedelec unterstützt den Fahrer bis 25 Stundenkilometer – für Radtouren trotzdem ganz schön schnell.

„Kaum schneller“

Ein größeres Risiko durch erhöhtes Tempo sieht Bettina Cibulski vom ADFC nicht. „Gerade ältere Menschen fahren mit einem E-Bike kaum schneller als mit einem normalen Rad“, sagt sie mit Verweis auf zwei Studien, die in Süddeutschland durchgeführt wurden. Demnach nutze kaum einer die zugelassene Höchstgeschwindigkeit aus. „Die meisten fahren maximal 15 bis 20 Stundenkilometer.“

„So schnell bin ich auch unterwegs“, meint Udo Borchers, der selbst auf elektronische Unterstützung verzichtet. „Ich sehe das Radfahren eher von der sportlichen Seite.“ Für Menschen, die sonst auf das Fahrrad verzichten müssten, sei die Unterstützung beim Treten aber durchaus sinnvoll. „Ich habe einen Kunden, dem ein Teil der Lunge entfernt wurde. Der fährt mit seinem E-Bike auch längere Strecken“, sagt der 51-Jährige. Die meisten E-Bike-Nutzer sind über 60.

Heinz-Werner Busse setzt sich hingegen auch selbst gerne auf ein Pedelec. „Ich bin auch einer von der bequemen Sorte“, sagt der Geschäftsführer vom Fahrradservice HWB in Lemwerder. Er befürchtet durch die Elektromotoren allerdings ein größeres Unfallrisiko. „25 Stundenkilometer können ganz schön schnell sein“, sagt er. Schnell überschätze man sich. „Und irgendwann knallt es mal.“

Der 67-Jährige verleiht und verkauft E-Bikes. Seine Auswahl ist jedoch ebenfalls begrenzt. „Die meisten Kunden kaufen über den Preis, und da kann ein kleiner Händler nicht mithalten“, sagt Busse. Stattdessen setzt er auf Qualität und Service, so wie auch Udo Borchers. Doch Qualität kostet: „Das fängt so bei 1600 Euro an und geht bis 2600“, meint Borchers mit Blick auf sein Angebot.

Test zeigt Schwächen auf

Beide Händler wollen mit Beratung punkten, denn die kommt laut Busse oft zu kurz: „Elektroräder sind eine gute Sache, wenn die Leute auch richtig eingewiesen werden.“ Und Borchers ergänzt: „Viele sind verunsichert bei den ganzen Angeboten.“ Dazu beigetragen hat auch eine Studie der Stiftung Warentest, die Ende Mai veröffentlich wurde. Bei mehr als der Hälfte der getesteten Elektroräder wurden Schwächen offenbart.

„Da wurde ich öfter drauf angesprochen“, sagt Busse. Er findet, dass die Räder zu Unrecht schlecht geredet werden. „Die Testbedingungen waren an der Realität vorbei.“ Trotzdem: Die Verunsicherung sei spürbar. Was für ein Motor soll es sein, was für ein Akku wird benötigt? „Man muss sich vorher überlegen, was man braucht. Man benötigt keinen Akku, der 140 Kilometer hält, wenn man nicht so weit fährt“, erklärt Borchers: „Man muss auch mit einem E-Bike selber Rad fahren.“

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