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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Nachwuchs fast eine Sensation

01.10.2016

Diekmannshausen /Ovelgönne Auf ein sehr erfreuliches Jahr kann Addo Diekmann zurückblicken. Auf seinem Areal hat ein Storchenpaar in diesem Sommer gleich vier Jungstörche großgezogen.

Der Diekmannshauser hatte vor 20 Jahren eine viereinhalb Hektar große Fläche am Ortsrand mit sechs Teichen nach und nach zu einem Biotop entwickelt. Und vor genau 15 Jahren wurde an einem Teich ein zehn Meter hoher Gittermast errichtet. Dabei hatte Diekmann die Expertentipps von Udo Hilfers, Leiter der Storchenpflegestation Berne, befolgt und ein für Störche geeignetes Nest auf der Spitze des Mastes platziert.

15 Jahre gewartet

Die Lage schien den Störchen aber zunächst nicht zu gefallen. Denn erst vor zwei Jahren kam erstmals ein Paar – allerdings spät im Mai, und ein Bruterfolg sollte sich so nicht einstellen. Im vergangenen Jahr kreiste nun ein Männchen über dem Horst. Das Tier war dann vier Wochen vor Ort, doch ein zweiter Storch gesellte sich nicht dazu.

Erleichert zeigte sich der Naturliebhaber Addo Diekmann, als er in diesem Jahr schon im März Störche über seinem Areal kreisen sah. Das Männchen ließ sich am 20. März auf dem Nest nieder. Es ist beringt und Udo Hilfers konnte recherchieren, dass es als Jungtier vor vier Jahren in Ovelgönne auf dem Nest bei Rudi Federmann geschlüpft war. Es handelt sich also um einen Sohn des berühmtesten Strochenpaares der Wesermarsch, Benno und Olga, das seit 2011 in Ovelgönne regelmäßig jedes Jahr für Nachwuchs sorgt und in Ovelgönne sogar überwintert. Ein Weibchen, nicht beringt, folgte dann acht Tage später.

Der Nachwuchs stellte sich Mitte Mai zu Pfingsten ein. Alle zwei Tage schlüpfte ein Junges, drei an der Zahl, ein vierter Jungstorch erblickte dann als echter Nachzügler eine Woche später das Licht der Welt.

„Die Freude war bei mir und der ganzen Familie groß. Nachwuchs, und dann gleich vier Jungstörche, das war schon eine Sensation“, sagt Addo Diekmann rückblickend.

Dabei war 2016 durch die Kälte und den Regen im Frühjahr eigentlich kein gutes Storchenjahr. So waren die sechs in Barßel ((Landkreis Cloppenburg) geborenen Jungstörche tatsächlich eine große Ausnahme.

2015 ging hingegen als ein Rekordstorchenjahr in die Geschichte ein. Da gab es 772 Weißstorchenpaare in Niedersachsen, die brüteten. In der Wesermarsch wurden derweil mehr als 130 Storchenpaare gezählt.

Kaltes Frühjahr

Der erfolgreiche Storchennachwuchs machte in Diekmannshausen schnell die Runde. Selbst die ältesten Bewohner konnten sich nicht daran erinnern, dass es hier, am Rande der Wesermarsch, jemals Storchennachwuchs gegeben hat.

Zeitnah sind die Jungtiere von Udo Hilfers beringt worden. Der Storchenexperte hat auf seinen Touren festgestellt, dass in diesem Jahr zahlreiche kinderlose Störche in der Wesermarsch unterwegs waren.

Addo Diekmann, dessen Biotop inzwischen von zahlreichen Vogelarten bevölkert wird, von der Schleiereule bis zum Turmfalken, hielt im Sommer übrigens zwischendurch immer wieder Leckereinen für die Alttiere bereit. Aus dem Hafen in Varel oder aus Fedderwardersiel holte er den Beifang ab – und die Fische wurden von den Storcheneltern immer gierig geschluckt. Dann folgte der Flug zum Nest mit einer Extra-Mahlzeit für die Jungen.

So entwickelten sich die Jungstörche prächtig. Die ersten Flugstunden mit den Eltern zur nächst gelegene Weide fanden am 24. Juli statt. Und bereits im August zogen die vier Jungstörche in den Süden. Die Eltern folgten ein paar Wochen später.


     www.nwzonline.de/fotos-wesermarsch