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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Nesthocker bekommen schon mal Besuch

06.07.2016

Berne /Hude Ein Besuch in der Storchenstation Berne lohnt sich in diesen Tagen besonders. Spannend ist es, zu beobachten, wie in den unzähligen Horsten der Storchennachwuchs heran wächst. Für die Elterntiere und für Udo Hilfers bedeutet diese Zeit allerdings vom Sonnenaufgang bis zum Dunkelwerden jede Menge Arbeit.

Neben der in Deutschland einzigartigen Baumbrutkolonie der streng geschützten Weißstörche pflegen der „Storchenvater“ und seine Frau Anke seit mehr als zwei Jahrzehnten auch verletzte und dauerbehinderte Tiere. Derzeit sind es rund 50 dieser Störche, zum Beispiel mit Schnabel- oder Flügelbrüchen – jeder Vogel mit seiner Geschichte.

Die Bodenhorste der beeinträchtigten Störche sind „barrierefrei“ in maximal einem Meter Höhe angelegt, so dass Besucher auf Augenhöhe Einblicke ins Familienleben von Adebar haben können. „Bereits im Februar kehren die ersten Störche aus dem Süden zurück. Dann müssen die Nester gesäubert werden, damit später bei starkem Regen das Wasser im Nest abfließen kann und die Jungen nicht an Kälte und Nässe sterben“, erzählt Hilfers, wie die Hauptsaison des Storchjahres eingeläutet wird. Inzwischen ist der gesamte Nachwuchs geschlüpft und in der Storchenpflegestation geht es so richtig rund.

Anders als bei den gesunden Artgenossen, muss das Futter für die „Pflegefälle“ herbeigeschafft und für die Kleinen schnabelgerecht zubereitet werden. „Nur 75 Gramm wiegt ein gerade geschlüpfter Storch, dementsprechend klein muss auch die Nahrung sein. Während erwachsene Pflegestörche nur ein bis zwei Mal am Tag gefüttert werden müssen, braucht der Nachwuchs regelmäßig alle zwei bis drei Stunden eine kleine Portion“, berichtet Udo Hilfers.

Aber nicht nur daheim in der Station, sondern bis weit über die Grenzen des Landkreises hinaus ist Hilfers für die majestätischen Tiere, die über 20 Jahre alt werden können, im Notfall im Einsatz. Verwaiste Jungtiere, aus dem Nest gefallene oder verletzt aufgefundene Störche, die Hilfers in seine Obhut nimmt oder Anrufe von Ratsuchenden – zu tun gibt es für den Fachmann das ganze Jahr hindurch reichlich. Dabei muss er auch immer sämtliche Kosten im Auge behalten, denn Futter, tierärztliche Versorgung und alle sonstigen Ausgaben müssen zum größten Teil aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert werden. Oft reichen die Spenden nicht aus.

Im Alter von vier bis sieben Wochen werden die Jungstörche in der Region durch Hilfers beringt. Die Ringe stellt die Vogelwarte Helgoland zur Verfügung. Das Beringen bedeutet für den Storchenvater nicht nur das Abpassen des richtigen Moments bei jedem Jungstorch, sondern auch das Zurücklegen weiter Wege. Absolute Knochenarbeit, denn immer wieder müssen die schweren Leitern neu aufgestellt werden, um in schwindelerregender Höhe die Störche zu beringen. In der Storchenpflegestation sind Besucher täglich zwischen 10 und 18 Uhr willkommen. Führungen für Gruppen sind frühzeitig anzumelden, Telefon   04406/1888. Neu ist der „Storchen Podcast“ des gemeinnützigen Vereins im Internet, auf dem es Berichte zu einzelnen Schicksalen von Störchen und ihren Reisen gibt.

Auch unter www.storchenstation.de gibt es viele spannende Informationen rund um den Storch und die Arbeit der Storchenstation in Berne, sie liegt am Storchenweg 6 in Glüsing., in der Nachbargemeinde Berne, nur rund 7,5 Kilometer vom Huder Ortskern entfernt.


Alle Beiträge finden Sie unter   nwzonline.de/ferien-familienfreizeit 

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