• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Neue Bombe: Evakuierung am Dienstag

23.08.2007

Eindringendes Wasser verhindert BombenentschärfunG – Heute neuer Versuch

Entschärfung verschoben: Die für Mittwoch geplante Entschärfung eines Blindgängers im Bereich Bardewisch fand nicht statt. Eindringendes Grundwasser machte es dem Team um Sprengmeister Oltmann Harms (Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen) unmöglich, an die Bombe heranzukommen. Die Entschärfungsaktion wurde kurz nach 18 Uhr abgebrochen.

Der Blindgänger liegt vermutlich in einer Tiefe von 6,70 Metern. Mit Hilfe von zwei Sonden versuchte ein Mitarbeiter der Kampfmittelbeseitungsfirma Schollenberger aus Celle den Sprengkörper genau zu orten – zunächst ohne rechten Erfolg. Genauen Aufschluss über die Lage des Blindgängers dürften für heute, Donnerstag, geplante Untersuchungen ergeben.

Die Bardewischer Bombe liegt auf dem Land von Karl Rowehl. Im Alter von 13 Jahren wurde Rowehl Zeuge des Bombenabwurfes im Frühjahr 1945. „Wir standen gerade draußen als ein Bomberschwarm am helllichten Tag unseren Hof überflog. Kurz darauf fielen mindestens vier Bomben“, so Rowehl. Einer der Bomber, es soll sich um Flugzeuge der US Airforce gehandelt haben, wurde wenig später von einer in der Nähe liegenden Flak-Stellung abgeschossen. Rohwehl: „Das war der, der die Bomben über unserm Land abgeworfen hat.“ Der Landwirt hat den Blindgänger schon vor Jahren der Gemeinde gemeldet. Vermutlich wird er heute, Donnerstag, entschärft und dann zur Kampfmittelbeseitigungslage in Munster abtransportiert werden.

Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen sind erforderlich. Es handelt sich um die 14. Bombenentschärfung im Gemeindegebiet seit 2004.

von Hauke Fooken

Lemwerder Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen wird am Dienstag, 28. August, einen weiteren Bombenblindgänger, der auf einem Grundstück an der Friesländer Straße entdeckt wurde, entschärfen. Es handelt sich um die 14. Bombe, die seit Sommer 2004 in Lemwerder entschärft wird. Aus Sicherheitsgründen müssen alle Menschen, die im Umkreis von 1000 Metern um den Fundort des Sprengkörpers leben, ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Betroffen von der Bombenräumung sind rund 2600 Einwohner Lemwerders.

„Vermutlich handelt es sich damit um eine der größten Evakuierungsmaßnahmen der jüngsten Zeit“, meint Jürgen Peters, Leiter des Hauptamtes im Rathaus und für die Koordinierung der Bombenräumungen in Lemwerder zuständig.

Der Blindgänger an der Friesländerstraße liegt in einer Tiefe von circa 4,50 Metern. Unklar ist derzeit noch, ob es sich um eine 5-Zentnerbombe (250 Kilogramm) oder eine 10-Zentnerbombe (500 Kilogramm) handelt. „Deshalb ist vorsorglich ein Umkreis von 1000 Metern – der große Sicherheitsbereich – zu evakuieren“, so Peters.

Polizei und Feuerwehr werden alle Bewohner auffordern, ihre Wohnungen ab 16 Uhr (voraussichtlich bis circa 18.30 Uhr) zu verlassen. Zudem werden die Bewohner gebeten, ihre Fenster im Obergeschoss auf Kipp zu stellen. Peters: „Falls die Bombe einen Langzeitzünder hat und vorzeitig zur Explosion kommt, lassen sich so eventuell auftretende Schäden durch die Druckwelle vermindern.“

Folgende Straßen sind von der Evakuierung betroffen: Ahornweg, Am Kamp, Am Leuchtturm, Ammerländer Straße, Auricher Straße, Baltrumweg, Bardewischer Straße Nr. 24 und 25, Borkumweg, Braker Weg, Breite Fahr 6-15, Buchenweg, Butjadinger Straße, Depenflether Straße, Edenbütteler Straße, Eichenweg, Elsflether Weg, Erlenweg, Ernst-Wiechert-Straße, Eschenweg, Friedhofstraße, Friesländer Straße, Hansering Nr. 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14-26, Heimstättenstraße, Hohewurthstraße, Huder Weg, Industriestraße Nr. 16-47 (Außendeichssiedlung), Jeverweg, Juistweg, Kapellenweg, Langeoogweg, Lindenweg, Lürssenstraße, Mellumring, Niedersachsenstraße Nr. 55-83, Nordenhamer Weg, Norderneyweg, Nordseering, Oldenburger Straße, Osnabrücker Straße, Pollenstraße, Rasteder Weg, Rethkampplatz, Ritzenbütteler Straße Nr. 14-92, Rotdornweg, Spiekeroogweg, Stader Straße, Stadlandstraße, Stedinger Straße Nr. 42 bis 56 A (gerade Hausnummern), Vareler Weg, Vegesacker Weg, Vulkanstraße, Wangeroogeweg, Weserstraße,

Westersteder Weg, Wiefelsteder Weg, Wiesenstraße, Wiesmoorer Weg und Wilhelmshavener Straße.

Besonders betroffen sind die meisten Gewerbebetriebe am Hansering (ausgenommen Autohaus Lampe, Aldi, Rodiek und Netto) sowie die Tankstelle an der Stedinger Straße und die Begu, die alle ab 16 Uhr ihren Betrieb ohne Ausnahme einstellen müssen.

Gesperrt werden folgende Straßen beziehungsweise Straßenabschnitte: Die Industriestraße (von der Einmündung Bardewischer Straße bis Deichtrift/Tor Lürssen-Werft), die Ritzenbütteler Straße (ab Brücke Industriestraße bis Einmündung Heimstättenstraße), die Bardewischer Straße (ab Einmündung Industriestraße bis Einmündung Depenflether Straße), der Hansering (zwischen Lidl und Firma Vetter)

Außerdem werden die fußläufigen Wege in die Wohngebiete abgesperrt. Die Sperrungen beginnen ebenfalls um 16 Uhr und werden voraussichtlich gegen 18.30 Uhr wieder aufgehoben. Der überörtliche Verkehr wird über die Stedinger Straße umgeleitet. Außerdem steht für den örtlichen Verkehr die Umleitung über die Deichstraße zur Verfügung.

Für die Dauer der Bombenräumung können sich Betroffene in der Ernst-Rodiek-Halle aufhalten. Einwohner die gehbehindert, pflegebedürftig oder bettlägerig sind, können vom DRK oder von den Johannitern abgeholt werden. Eventuell notwendige Transporte können unter 0421/673939 (Peters) angemeldet werden.

Die Verwaltung weist darauf hin, dass alle Informationen, die die Räumung am Dienstag betreffen, auf der Internetseite der Gemeinde unter www.lemwerder.de nachgelesen werden können. Dort ist auch ein Lageplan zu sehen, der den Sicherheitsbereich veranschaulicht.

Die Blindgänger, eine Altlast des Zweiten Weltkrieges, wurden meist anhand von Luftbildern entdeckt. In der Zeit von 1940 bis 1945 war Lemwerder mehrere Male Angriffsziel für US-amerikanische und britische Bomber. Die Angriffe galten in der Regel dem Flugzeugwerk der „Weser“ Flugzeugbau. Dort wurden u.a. die Sturzkampfbomber Junkers Ju 87 in Lizenz gebaut. Attackiert wurde auch die gegenüberliegende Vulkan-Werft. Manchmal kam es vor, dass die Bomber beim Rückflug nicht abgeworfene Bomben über Lemwerder fallen ließen. Mehrere Sprengkörper drangen ohne zu detonieren in den Marschboden ein. Weil die Alliierten oft schon am Tag nach den Angriffen Aufklärer losschickten, die die Schäden dokumentierten, können die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes heute die Blindgänger anhand der alten Luftbilder orten.

Mehr Infos unter

www.lemwerder.de

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.