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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Neues Gutachten bestätigt desolaten Zustand

06.10.2015

Hammelwarden „Das Gutachten liegt vor. Das Ergebnis ist nicht überraschend“, sagt Martin Wenderoth, Eigentümer des Hammelwarder Wasserturms auf Nachfrage der NWZ . In fast allen Bereichen weise das Hammelwarder Wahrzeichen Schäden auf: Fugen, Mauerwerk, Betongerüst, Fenster, Treppe und Dach. Das hat der Monumentendienst mit Sitz in Cloppenburg in diesem Sommer ermittelt. „Es gibt zwar keine Einsturzgefahr aber eine Unmenge kleiner Schäden“, stellt der Eigentümer fest und sagt „Die Tendenz zum Abriss ist da.“

Seit drei Jahrzehnten steht der Wasserturm leer und wird nicht genutzt. „Ich wünsche mir eine Erhaltung“, stellt der Eigentümer klar, das ginge aber nur mit einem nachhaltigen Nutzungskonzept. „Das Kernproblem ist die örtliche Immobiliensituation und die Lage. Der Turm steht ja nicht irgendwo in Hamburg an der Alster.“ Bisherige Nutzungskonzepte, etwa als Klettertreff oder Hotel, scheiterten allesamt an der Finanzierung.

Im Moment werde ausgerechnet, was eine Instandsetzung des Turmes koste. „Dann wird diskutiert, ob man ihn in sinnvoller Weise nutzen kann.“ Doch das bleibe ein Problem. Wahrscheinlich ist, dass Martin Wenderoth nach einer Schätzung der Reparaturkosten Verhandlungen mit der Stadt Brake aufnimmt – dann geht es um die Realisierung eines Abrisses aufgrund wirtschaftlicher Unzumutbarkeit. Bis zum Ende des Jahres sollen die Kosten ermittelt sein. Dann wird es ernst für den Wasserturm.

„Ich bedaure es natürlich, wenn der Turm abgerissen wird, aber ich sehe keine andere Chance“, sagt Paul Leske, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Brake-Hammelwarden. Hauptsächlich wolle die Gemeinschaft die Gefahr durch auf Grundstücke fallende Steine unterbunden wissen. „Denkmalschutz ist da unsere zweite Sorge.“

„Daran können wir nichts ändern“, findet auch Heiko Schütte, Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Hammelwarden. Es sei aus Sicht des Eigentümers nicht ratsam, weiteres Geld zu investieren. „Der Wasserturm ist im Wappen von vielen Vereinen. Wenn es den dann nicht mehr gibt, wäre das schon schlecht.“ Auf der anderen Seite verstehe er, dass der Turm in einem desolaten Zustand ist. Das Risiko, dass Steine aus großer Höhe auf Kinder oder Erwachsene fallen könnten, sei zu groß.

Sascha Sebastian Rühl Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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