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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Stillgelegte Bahnstrecke wird reaktiviert

02.03.2017

Nordenham /Hannover Die Gleise sind zugewuchert, zum Teil kaum noch in dem Dickicht aus Büschen und Bäumen zu erkennen. Die Vorstellung, dass auf den verwaisten Schienen zwischen Friedrich-August-Hütte und Blexen noch einmal Züge rollen könnten, erfordert schon einiges an Fantasie. Doch genau dazu soll es bald kommen: Ein privates Unternehmen hat die Gleisstrecke gekauft und will sie für den Güterverkehr wiederbeleben. Bei dem Investor handelt es sich um die Hanseatische Infrastrukturgesellschaft aus Braunschweig, die zur Deutschen Eisenbahn-Service AG (DESAG) gehört.

Deutliche Signale

Der Geschäftsführer der Hanseatischen Infrastrukturgesellschaft, Dr. Wolfgang Bacher, bescheinigt dem Wirtschaftsstandort Nordenham ein „großes Entwicklungspotenzial“. In Gesprächen mit Vertretern mehrerer Industriebetriebe aus dem Stadtnorden habe es „deutliche Signale“ gegeben, dass ein starkes Interesse an einer Bahnanbindung bestehe. Daher habe sich die Hanseatische Infrastrukturgesellschaft entschlossen, der Deutschen Bahn die etwa vier Kilometer lange Schienenstrecke abzukaufen und sie zu reaktivieren. Zum Preis äußern sich die beiden beteiligten Unternehmen nicht.

Wolfgang Bacher geht davon aus, dass eine „sechsstellige Summe“ erforderlich ist, um die Bahnstrecke, deren erster Abschnitt schon seit den 80er-Jahren brach liegt, wieder für den Güterverkehr flott zu machen. Als logistischer Dienstleister soll die ebenfalls zur DESAG gehörende Eisenbahngesellschaft Potsdam auftreten. Darüber hinaus können künftig aber auch andere Betreiber die Strecke – gegen ein Entgelt – nutzen.

Bei der Terminplanung will sich der Geschäftsführers der Hanseatischen Infrastrukturgesellschaft noch nicht festlegen. Aber Zielrichtung sei es, zumindest einen Streckenabschnitt noch bis Ende dieses Jahres wieder in Betrieb zu nehmen. Dabei habe sein Unternehmen ausschließlich den Gütertransport im Blick. Eine Personenbeförderung zwischen Nordenham und Blexen sei derzeit kein Thema.

Bürgermeister Carsten Seyfarth und der Leiter des Wirtschaftsförderungsamtes, Jürgen Mayer, begrüßen die Wiederbelebung des Güterverkehrs nach Friedrich-August-Hütte und Blexen ausdrücklich. „Das ist eine sehr gute Nachricht für Nordenham“, freut sich Carsten Seyfarth über das Vorhaben der Hanseatischen Infrastrukturgesellschaft. Jürgen Mayer erhofft sich davon auch Impulse für weitere Neuansiedlungen auf den Gerwerbeflächen im Stadtnorden.

Entwidmung drohte

Das Thema hat die Stadt schon seit Jahren beschäftigt. Die Deutsche Bahn zeigte jedoch wenig Interesse, dort selbst wieder aktiv zu werden. Vor diesem Hintergrund kündigte das Eisenbahnbundesamt im Jahr 2015 an, die ruhende Gleisstrecke offiziell stillzulegen, was im nächsten Schritt die Entwidmung und damit das endgültige Aus nach sich gezogen hätte.

Die Behörden räumten der Bahn allerdings noch eine Frist von zwei Jahren ein, um Ausschau nach einem privaten Investor zu halten. So kam letztlich die Hanseatische Infrastrukturgesellschaft ins Spiel, die am vergangenen Montag den Kaufvertrag unterschrieben hat.

An der Vermittlung waren das niedersächsische Wirtschaftsministerium und die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann aus Berne beteiligt.

Am Mittwoch hat es auf Einladung des Wirtschaftsministers Olaf Lies in Hannover ein Treffen gegeben, an dem Wolfgang Bacher, Ulrich Bischoping von der Deutschen Bahn, Bürgermeister Carsten Seyfarth und die Landtagsabgeordnete Karin Logemann teilnahmen.

„Es ist das Ziel der Landesregierung, wo immer es geht, Bahnstrecken zu reaktivieren“, sagte der Minister, „das trägt dazu bei, Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen.“ Auch Karin Logemann, zeigte sich erfreut: „Damit sichern wir Arbeitsplätze und Unternehmensstandorte“, betonte sie, „es geht um eine Lebensader für Nordenham, die Wesermarsch und die Region.“

Norbert Hartfil
Redaktionsleitung Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2201

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