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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Bibliothek: Nichts an Aktualität eingebüßt

23.11.2011

BRAKE „Artig und geistreich zusammengestellt komme doch alles gar zu ungefügig“ tadelte einst Goethe Heinrich über Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“. Seinem Zeitgenossen und Dichterkollegen unterstellte Goethe dazu noch die „Schärfe eines nordischen Hypochonders“.

Nicht nur Goethes Ablehnung der Werke und der Person Kleists, auch dessen eigene soziale, geistige und schriftstellerische Problematik hatte letztlich dazu geführt, dass Heinrich von Kleist gemeinsam mit seiner Herzensfreundin Henriette Vogel am 21. November 1811 am Berliner Wannsee in den Freitod ging.

Anlässlich des 200. Todestages Kleists hatte am Montagabend die Braker Kulturförderung zur Lesung aus der Novelle „Michael Kohlhaas“ in die Georg-von-der-Vring-Bi-bliothek eingeladen. Stefanie Baak, Schauspielerin aus Oldenburg und in Brake längst keine Unbekannte mehr, erwies sich als informierte Kennerin der Kleist’schen Prosa.

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„Als junge Frau, noch in der damaligen DDR, hat Kleists ,Penthesilea’ auf mich einen starken Eindruck gemacht. Im Berufsleben hat mir die Rolle der Amazonen-Fürstin Meroe beim Vorsprechen noch jedes Engagement gesichert. Aus dem Blickwinkel der Schauspielerin habe ich mir die Szenen aus ,Michael Kohlhaas’ ausgewählt, die ich selber gerne einmal spielen würde.“

Die biografischen Ergänzungen zur Vita Heinrich von Kleists übernahm der Vorsitzende der „Georg-von-der-Vring-Gesellschaft“, Henner Funk. „Von Kleist, aus einer preußischen Offiziersfamilie stammend, lebte in einer Zeit, in der es in Europa brodelte. Im Gegensatz zu Goethes Begeisterung über die napoleonische Expansionspolitik war von Kleist, der auf ein Zeitalter der Liberalisierung hoffte, ein heftiger Gegner Napoleons.“

In der Novelle „Michael Kohlhaas“ reflektiert Kleist den Konflikt unterschiedlicher Rechtsauffassungen und hält es mit dem Philosophen John Locke. Der schrieb: „Ein jeder hat somit das Recht, diejenigen, die das Gesetz überschreiten, in dem Maße zu strafen, wie es nötig ist, eine neue Verletzung zu verhindern.“ Und so stand am Ende der Lesung fest, dass das Thema vom Missbrauch staatlicher Macht und einer daraus resultierenden Selbstjustiz nichts an Aktualität eingebüßt hat.

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