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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Nordenhamer In Australien: Noch Hoffnung für größtes Naturwunder

11.06.2016

Cairns /Nordenham Man stelle sich vor, das wohl größte Naturwunder der Erde läge mitten in der Nordsee. Das australische Great Barrier Reef direkt vor unserer Haustür? Nur mal angenommen: Vom Deich aus könnten wir azurblaues Wasser sehen, aus Fedderwardersiel würden Katamarane in See stechen, um Hunderttausende Touristen pro Jahr zu Schnorchelabenteuern und unendlich erscheinenden Korallenriffen zu bringen. In Nordenham würden Tausende Backpacker unterkommen, um von dort aus die Region zu bereisen. Und in Wilhelmshaven läge der älteste erhaltene Regenwald der Welt, in dem sich Tiere tummeln, die ich bislang noch nicht mal im Zoo gesehen habe.

Alles nur Theorie, klar. Aber würden wir nicht versuchen, diesen Naturschatz mit allem, was wir haben, zu verteidigen? Dass das alles andere als einfach ist, hat mir die Region Tropical North Queensland ganz oben rechts auf dem australischen Kontinent gezeigt. Eine Woche am Great Barrier Reef lässt einen viel über Klimawandel und Erderwärmung nachdenken.

Im Norden Australiens heißt Nordenham Cairns, Fedderwardersiel Port Douglas und der besagte angeblich älteste Regenwald der Erde Daintree Rainforest. So reich Australien mit beeindruckenden Naturschauspielen beschenkt ist – man denke nur an den Uluru, den riesigen roten Berg in der Mitte des Landes, oder an die kilometerlangen, idyllischen Sandstrände und Klippen in Westaustralien oder rund um Sydney – so unerreicht spektakulär ist die Region am Great Barrier Reef.

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Dass das größte Korallenriff der Erde von Klimawandel, küstennaher Landwirtschaft und anderen Faktoren arg bedroht ist, ist seit Jahren kein Geheimnis mehr. Eine vor wenigen Wochen veröffentlichte Studie hat die These untermauert, dass das Great Barrier Reef möglicherweise schon in diesem Jahrhundert vollends zerstört sein wird. 93 Prozent der Riffe sind von der jüngsten Korallenbleiche betroffen, mehr als die Hälfte der Korallen sind in den vergangenen drei Jahrzehnten verloren gegangen. Das Great Barrier Reef stirbt, und wir schauen aus der Ferne zu.

Das Korallengebilde gab es in Australien schon, als noch kein Mensch auf dem Kontinent oder anderswo auf der Erde gelebt hat. Heute hat es ziemlich genau die Größe von Deutschland und deutlich mehr Einwohner – keine Menschen natürlich, dafür aber unzählige Exemplare von mehr als 1500 Fisch- und über 200 Vogelarten, dazu gibt es Schildkröten, Seesterne, Haie, Delfine, manchmal Wale, das volle Programm.

Dieses Ökosystem ist akut in Gefahr. Der Grund ist die Erwärmung der Weltmeere durch natürliche Faktoren und durch den Klimawandel, für den wir verantwortlich sind. Wenn die Umgebung zu warm wird – wie bei der derzeitigen Korallenbleiche geschehen – stoßen Korallen Algen ab. Das klingt nicht dramatisch, bringt aber das gesamte Riffsystem durcheinander. Für Touristen wie mich sind die Schäden einfach zu erkennen: Ohne die Hilfe der Algen verlieren die Korallen ihre Farbe. Die Folge: Statt knallbunter Unterwasservegetation gibt es dann kalkweiße, tote Korallenwüsten. Manche Korallen erholen sich davon. Manche sind für immer verloren.

Dennoch hat mich die Reise ans Great Barrier Reef vor allem eines gelehrt: Die Hoffnung ist noch nicht verloren. Zwar haben Stephan – mein Australien-Ehrengast der vergangenen Wochen – und ich vor Cairns auch das morbide Riff mit weitgehend ausgeblichenen Korallen gesehen. Was uns aber vielmehr in Erinnerung bleiben wird, sind die Eindrücke eines Ausflugs von Port Douglas aus zum Agincourt Reef, einem unberührten und abgeschiedenen Teil des Great Barrier Reefs: Spektakulär bunte Korallen und ihre Bewohner sind da ebenso vor unseren Augen aufgetaucht wie eine Kolonie Nemo ähnelnder Clownfische vor meiner und zwei Riffhaie vor Stephans Tauchmaske.

All diese Schönheit macht es unerklärlich, warum die australische Regierung einen Hafen gleich um die Ecke zum größten Kohlehafen der Welt ausbauen will oder warum Touristen achtlos Stücke der Korallen herausbrechen.

Mir ist klar geworden, warum das Great Barrier Reef zu einem Symbol für Klimawandel und die Rücksichtslosigkeit der Menschheit geworden ist wie auf Eisschollen treibende Eisbären – und warum es sich lohnt, solche Naturwunder zu schützen. Und letztlich vielleicht sogar noch zu retten.

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