• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Seenpark Blexersande: Immer mehr Fischen droht der Erstickungstod

30.07.2014

Blexersande Vier Stunden lang hat die Feuerwehr am Montagabend die Pumpen laufen lassen und Wasser auf den See gespritzt. Aber der Erfolg dieser Sofortmaßnahme gegen das Fischsterben in dem Gewässer am Sandinger Weg hielt sich in Grenzen. Als der Vorsitzende des Fischereivereins Butjadingen, Helmut Petter, am nächsten Morgen den Sauerstoffwert kontrollierte, war der noch schlechter als am Vortag.

Der Effekt der künstlichen Belüftung ist schnell verpufft gewesen. Jetzt droht weiteren Fischen der Erstickungstod.

„Das ist noch nicht durchgestanden“, sagte Helmut Petter am Dienstag im Gespräch mit der NWZ . Nach seiner Schätzung haben die Bauhofmitarbeiter bereits acht bis zehn Zentner Fischkadaver an Land geholt. „Es werden noch mehr Fische sterben“, befürchtet er. Denn der gestern ermittelte Sauerstoffgehalt von 1,9 Milligramm pro Liter Wasser ist mehr als kritisch. „4 Milligramm sollten es schon sein“, sagt der erfahrene Angler und Gewässerexperte. Am Montag waren es noch 2,4 Milligramm gewesen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Angeln verboten

Wie berichtet, handelt es sich bei dem See am Sandinger Weg um kein Pachtgewässer des Fischereivereins. Hans-Helmut Petter bedauert das: „Wir hätten den See gerne übernommen, aber das wollte die Naturschutzbehörde beim Landkreis Wesermarsch nicht.“ Somit blieb das in den 90er-Jahren angelegte Gewässer im Seenpark II weitgehend sich selbst überlassen. Das Angeln ist dort das ganze Jahr über verboten.

Das Seenpark-Areal war entstanden, als die Nordenhamer Zinkhütte auf dem Grünland in Blexersande Kleiboden für die Abdeckung ihrer Jarositdeponie in Galing ausheben ließ.

Weil der vom Fischsterben betroffene See der Stadt Nordenham gehört, muss sie jetzt auch die toten Tiere beseitigen. Seit zwei Tagen sind Bauhofmitarbeiter damit beschäftigt, die Kadaver einzusammeln. Nicht zuletzt aufgrund des starken Geruchs, der von den toten Fischen ausgeht, ist das alles andere als ein beneidenswerter Job. Hunderte von Brassen, Aalen, Karpfen, Zandern und auch Hechten dümpeln leblos in der Uferzone und müssen für den Abtransport zur Tierkörperverwertungsanstalt in Behälter verfrachtet werden (die NWZ  berichtete).

„Das ist eine traurige Geschichte“, sagt der Fischereivereinsvorsitzende Helmut Petter. Er fordert die Stadt auf, langfristig wirksame Maßnahmen zur Verbesserung des Sauerstoffgehalts zu ergreifen. „Sonst haben wir da bald ein totes Gewässer.“

Ein Kernproblem sieht Helmut Petter in der geringen Wassertiefe von 1,20 bis 1,50 Meter. Hinzu komme der dichte Uferbewuchs durch Schilf, Gebüsch und Bäume, der den Wind abhalte und damit die Wellenbewegung einschränke. Weitere Risikofaktoren seien die Blaualgenblüte und der Faulschlamm auf dem Grund des Sees. Angesichts dieser Umstände sei es kein Wunder, dass dem See bei Sommerhitze die Luft ausgeht und die Fische ersticken.

Springbrunnen installieren

Wenn es nach Helmut Petter ginge, sollte die Stadt einen großen Springbrunnen zur Belüftung des Sees installieren lassen. Dabei ist er sich darüber im Klaren, dass eine solche Anschaffung recht kostspielig ist.

Weiter schlägt er vor, den Uferbewuchs zurückzuschneiden und Teichmuscheln auszusetzen, die das Wasser filtern. Aber auch diese Maßnahmen gehen ins Geld: Eine Teichmuschel kostet immerhin einen Euro. Die ebenfalls denkbare Variante, den See ausbaggern zu lassen, zieht er aufgrund der hohen Kosten gar nicht erst ernsthaft in Betracht.

Nach Angaben des Ordnungsamtsleiters Rudolf Müller ist für die nächste Woche eine Besprechung geplant, bei der Vertreter der Stadt Nordenham, des Fischereivereins Butjadingen und des Naturschutzverein Nordenham das weitere Vorgehen abstimmen wollen. Der Naturschutzverein ist dabei, weil er in dem Gewässer Inseln angelegt hat, auf denen Flussseeschwalben brüten.

Vorerst bleibt aber nur die Hoffnung, dass die weiteren Pumpeinsätze der Feuerwehr und die für diesen Mittwoch angekündigte Zuwässerung den akuten Sauerstoffmangel lindern.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2201
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.