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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Auf den falschen Flieger gesetzt

15.02.2019

Nordenham Das Aus hatte sich angekündigt und kommt für die Flugzeugbauer bei Premium Aerotec in Nordenham nicht überraschend. Trotzdem sorgte die Nachricht, dass Airbus die Produktion des Riesenfliegers A 380 einstellt, am Donnerstag für gedrückte Stimmung in der Belegschaft. „Wir bedauern das sehr“, sagte Betriebsratsvorsitzender Michel Eilers gegenüber der NWZ, „die A 380 ist ein tolles Flugzeug“. Er war bis zuletzt von den Qualitäten des doppelstöckigen Großraumjets überzeugt und hatte gehofft, dass er sich doch noch auf dem Markt durchsetzen könnte.

Geringer Anteil

Der Abschied von der A 380 hat auf die Beschäftigungslage am Nordenhamer Standort der Premium Aerotec GmbH (PAG) kaum Auswirkungen. Die Rumpfschalenfertigung für das größte Passagierflugzeug der Welt ist dort schon seit Jahren gedrosselt worden. Der Anteil der A-380-Reihe an der Gesamtproduktion in Nordenham beläuft sich inzwischen nur noch auf bescheidene drei Prozent.

Beim Start des Programms hatte der Mutterkonzern Airbus noch die Erwartung gehabt, dass bei dem angepeilten Markterfolg etwa 650 Beschäftigte in dem Nordenhamer Werk für die A-380-Rumpfschalen erforderlich sein werden.

Der Luftfahrtkonzern hatte im Januar 2001 auf dem Betriebsgelände in Einswarden damit begonnen, eigens für die A 380 neue Produktionsstätten zu errichten. Kernstück war der Bau einer 207 Meter langen und 80 Meter breiten Halle. Ausgerüstet wurde sie mit hochmodernen Anlagen für die Profilbearbeitung, das Laserschweißen und die Glare-Fertigung, bei der ein Laminat-Material aus Aluminium und Glasfaserkleber zum Einsatz kommt. Die Investitionen wurden damals mit rund 180 Millionen Euro beziffert.

Doch dann begann der Sinkflug des anfangs viel gefeierten Hoffnungsträgers, der sich immer mehr zum Ladenhüter entwickelte. Weil die Fluglinien kaum noch Bestellungen aufgaben, fuhr der Konzern die Jahresproduktion von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf 6 Exemplare zurück.

Mittlerweile sind nur noch 67 der rund 3000 Mitarbeiter in dem Nordenhamer PAG-Werk mit dem Rumpfschalenbau für die A 380 beschäftigt. Um ihre Jobs müssen sie sich keine Sorgen machen: „Die betroffenen Mitarbeiter werden in andere Programmbereiche wechseln“, betonte PAG-Pressesprecherin Barbara Sagel am Donnerstag auf Anfrage der NWZ.

Insgesamt sind nach ihren Angaben an den PAG-Standorten Nordenham, Varel, Augsburg und Bremen 260 Mitarbeiter im A-380-Programm eingesetzt. Früher waren es deutlich mehr, aber die bereits erfolgten Kadenzreduzierungen zeigten Wirkung.

Während Nordenham die Rumpfschalen liefert, werden in Augsburg die Landeklappenträger und die vordere Flügelkante für die A380 gefertigt. Aus dem PAG-Werk in Bayern kommen auch das Fußbodengerüst und Einzelteile. In den Werken Varel und Bremen entstehen Einzelkomponenten für die Maschine.

„Es sind für die Standorte keine negativen Auswirkungen durch den Programmstopp zu erwarten“, machte PAG-Sprecherin Barbara Sagel deutlich.

2021 will Airbus die letzte A 380 ausliefern. Dann ist das einstige Prestige-Projekt endgültig Geschichte.

Der Wesermarsch-Geschäftsführer der Industriegewerkschaft Metall, Martin Schindler, findet es ebenfalls schade, dass die A-380-Produktion eingestellt wird. „Das ist ein sehr schöner Flieger“, sagt er, „ich kann mich noch gut daran erinnern, wie eine A 380 beim Erstflug über Nordenham gekreist ist“. Das war am 27. April 2005.

Gute Auslastung

Auch Martin Schindler macht sich keine Sorgen um einen Personalabbau am PAG-Standort Nordenham in Folge des Programmstopps. Er verweist auf die gute Auslastung des Rumpfschalenzentrums durch andere Airbus-Flugzeuge, die im Gegensatz zur A 380 bei der Kundschaft sehr gefragt sind.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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