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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Neue Direktorin empfängt Justizministerin

12.02.2019

Nordenham Hohen Besuch empfing die neue Amtsgerichtsdirektorin Dr. Ann-Katrin von der Heide gleich an ihrem dritten Tag in Nordenham. Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza war auf Stippvisite in der Wesermarsch. Ann-Katrin von der Heide hatte am Donnerstag offiziell ihren Dienst in Nordenham als Nachfolgerin von Martin Staubwasser angetreten, der im Juli vergangen Jahres ans Amtsgericht Westerstede gewechselt war.

Neue Herausforderung

Die 43-Jährige war zuvor am Amtsgericht Wildeshausen als stellvertretende Direktorin tätig. Dort hatte sie bereits mehrmals das Amtsgericht in Vertretung geleitet. „Ich habe einfach Spaß daran, mit Menschen zu arbeiten und Mitarbeiter zu motivieren. Und ich hatte Lust auf eine neue Herausforderung“, sagte sie. Diese hat sie nun in Nordenham gefunden. Mit ihrem Mann und ihren vier Kindern wird sie aber auch weiterhin in Großenkneten wohnen.

Besuch im Amtsgericht

Auch die beiden Landtagsabgeordneten Karin Logemann (SPD) und Dragos Pancescu (Bündnis 90 / Die Grünen) waren zum Besuch der Justizministerin ins Nordenhamer Amtsgericht gekommen.

Wie weit die Digitalisierung an den niedersächsischen Gerichten fortgeschritten sei, wollte Grünen-Landtagsabgeordneter Dragos Pancescu (Brake) wissen. Die Justiz sei was die Digitalisierung angeht schon sehr weit vorne, versicherte Barbara Havliza. In diesem Bereich sei die Justiz sogar Vorbild für viele andere Behörden. Derzeit werden die Gerichte auch mit der neuesten Hardware ausgestattet. Ziel sei es, dass bis zum Jahr 2026 alle Gerichte mit einer einheitlichen Software arbeiten sollen. Denn eine einheitliche Software erleichtere zum Beispiel die Akteneinsicht an den Gerichten.

Wie die Gerichte personell aufgestellt sind wollte dagegen SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann (Berne) wissen. Zwar seien zurzeit alle Stellen im Amtsgericht Nordenham auch besetzt, doch wenn in nächster Zeit Kollegen altersbedingt ausscheiden, zeichne sich auch hier ein Mangel an Nachwuchskräften ab, sagte Ann-Katrin von der Heide. Es gebe Überlegungen, den Gerichten wieder zu ermöglichen, Personal direkt vor Ort ausbilden zu können, weil häufig eine stärkere Bindung zum Gericht am eigenen Wohnort bestehe, berichtete die Justizministerin. Zurzeit wird das Personal noch zentral in Oldenburg ausgebildet, sagte Barbara Havliza. Allerdings bestehe gerade bei jüngeren Leuten immer häufiger die Tendenz, in die größeren Städte zu ziehen, weiß auch Barbara Havliza. „Wir müssen da eine gute Mischung finden“, meint die Justizministerin.

Trotz der langen Fahrtzeit habe Nordenham sie gereizt als sie die Stellenausschreibung sah, sagte sie. Sie habe nur Gutes über das Haus gehört. Es sei gut geführt und sehr gepflegt. Unter den Mitarbeitern herrsche ein gutes Arbeitsklima. Auch für sie sei es ein sehr positives Ankommen gewesen, sagte Ann-Katrin von der Heide. Ihr Schwerpunkt ist das Strafrecht.

Natürlich müsse sie die Eigenheiten des Nordenhamer Amtsgerichts erst noch entdecken, sagte die neue Direktorin. Doch sie sei nicht nach Nordenham gekommen, um gleich wieder „weg zu hüpfen“, machte die 43-Jährige deutlich, dass ihre Tätigkeit in Nordenham von Dauer sein soll.

Da freute sie die Botschaft von Justizministerin Barbara Havliza um so mehr, dass beide Amtsgerichtsstandorte, Nordenham und Brake, bestehen bleiben sollen. Zwar müsse jeder Standort begründbar sein, was das Personal angehe, sagte die Justizministerin, doch die Justiz sei ein Dienstleister, der für die Bürger auch erreichbar sein müsse. Für viele Dinge brauchten die Mitarbeiter Ortskenntnisse, sagt Barbara Havliza, die selbst viele Jahre als Staatsanwältin im Bezirk des Landgerichts Oldenburg auch für die Wesermarsch zuständig war, erzählte sie.

Ehrwürdiges Gebäude

Vom Gebäude in Nordenham zeigte sich die Justizministerin sehr begeistert. „Es strahlt aus, was man sich unter einem ehrwürdigen Gericht vorstellt, sagte sie. Solch historische Liegenschaften seien noch völlig anders gebaut als moderne Gebäude.

Das könne unter Umständen jedoch auch für mehr Probleme sorgen als in Neubauten. So seien zum Beispiel auch die Barrierefreiheit und die Sicherheit ein Thema im Nordenhamer Amtsgericht.

Im Eingangsbereich solle eine dauerhafte Sicherheitsschleuse eingebaut werden, berichtete sie. Derzeit wird dort in regelmäßigen Abständen nur eine mobile Schleuse aufgestellt. Das soll sich ändern. Es sei generell festzustellen, dass die Umgangsformen und der Ton gegenüber der Staatsanwaltschaft rauer werde, sagte die Justizministerin.

Auch haben die Mitarbeiter mit immer mehr problematischerem Klientel – Stichwort Reichsbürger – zu tun, sagte Barbara Havliza. Gerade Familiensachen seien oft sehr emotionsgeladen, zählte sie weiter auf. Sie wolle nicht erst abwarten, bis etwas passiert, sondern setze sich seit dem ersten Tag für mehr Sicherheit in den Gerichten ein.

Das sei automatisch auch mit Personaleinsatz verbunden. Mindestens ein Wachtmeister und eine Wachtmeisterin sollen an den Detektoreinsätzen, wie man sie zum Beispiel bei der Sicherheitsabfertigung an Flughäfen kennt, tätig sein. Denn wenn der Detektoreinsatz ausschlägt, müsse auch jemand da sein, der nachschaut, warum. Auch ein Gepäckscanner solle zur Sicherheitsschleuse gehören. Um mit diesen auch umgehen zu können, müssen die Mitarbeiter besonders geschult werden.

Das Geld für den Einbau einer solchen Sicherheitsschleuse im Amtsgericht Nordenham sei bereits bewilligt, sagte die Justizministerin. Ende Februar sollen Gespräche des Staatlichen Baumanagements mit dem Oberlandesgericht stattfinden. Dann können die Arbeiten ausgeschrieben werden. „Ich wäre glücklich, wenn noch dieses Jahr mit den Bauarbeiten begonnen wird“, sagt Barbara Havliza, denn aus Erfahrung wisse sie, dass sich Baumaßnahmen unter anderem wegen der großen Auslastung der Handwerksbetriebe länger hinziehen können.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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