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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Interview: Nordenham braucht ein Blinklicht

06.05.2015

Frage: Frau Köncke, Sie sind jetzt vier Monate in Nordenham. Haben Sie Ihren Wechsel schon bereut?

Ellen Köncke: Nein, überhaupt nicht. Es ist spannend, hier zu arbeiten. Jeden Tag gibt es etwas Neues.

Frage: Wie wurden Sie empfangen?

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Ellen Köncke: Die Mitarbeiter im Rathaus haben mich sehr freundlich empfangen. Sie sind sehr offen und in jeder Hinsicht hilfsbereit. Die Atmosphäre ist sehr angenehm und positiv hier.

Frage: Wie gefällt Ihnen die Stadt Nordenham? Welche Eindrücke haben Sie in den ersten Monaten gewonnen?

Ellen Köncke: Nordenham hat zwei ganz verschiedene Gesichter. Die eine Seite ist vom Wasser und von der Industrie geprägt, die andere von einer Wohnbebauung, an der man die unterschiedlichen Zeiten der Stadtentwicklung gut ablesen kann.

Frage: Nordenham gilt nicht unbedingt als eine schöne Stadt. Wie sehen Sie das als Architektin?

Ellen Köncke: Man sieht der Stadt an, dass sie keine lange Geschichte hat. Es gibt keinen alten, gewachsenen Ortskern. Nordenham ist eine junge Stadt, in der Industrieansiedlungen am Wasser eine große Rolle gespielt haben.

Frage: Wie gefällt Ihnen die Innenstadt?

Ellen Köncke: Ich bin immer wieder erstaunt, wie leer die Innenstadt ist. Das Ausbluten der Innenstädte ist zwar landauf, landab ein Problem, weil es große Einkaufszentren am Stadtrand gibt, aber in Nordenham ist das sehr deutlich. Im Norden ist die Innenstadt im Grunde genommen schon ganz ausgestorben. Und im Süden, wo noch verschiedene funktionierende Geschäfte vorhanden sind, ist die Frequentierung steigerungsfähig.

Frage: Gibt es dafür städtebauliche Ursachen?

Ellen Köncke: Es ist schade, aber nicht mehr zu ändern, dass die Fußgängerzone nicht auf dem Marktplatz endet und es nur an einer Stelle eine Verbindung gibt. So wachsen Fußgängerzone und Marktplatz nicht zusammen, sondern sind zwei nebeneinander bestehende Einheiten. Als weitere Achse kommt die Bahnhofstraße hinzu.

Frage: Wie lässt sich die Situation verbessern?

Ellen Köncke: Es bedarf mehr Leuchttürme und Blinklichter, um eine Aufwertung zu schaffen. So könnte ein Netz an attraktiven Standorten gebildet werden. Dazu gehören zum Beispiel das künftige Café Victoria in der nördlichen Fußgängerzone oder der Bahnhofsvorplatz und der Museumsplatz. Der Marktplatz an sich ist auch attraktiv. Ich wundere mich, dass da so wenig Leute sind.

Frage: Was halten Sie von dem Vorschlag, die Fußgängerzone für den Verkehr freizugeben?

Ellen Köncke: Ich würde es nicht machen, weil das Einkaufen in einer Fußgängerzone unbeschwerter ist. Sonst müsste man immer auf Fahrzeuge achten. Umgekehrt schadet es dem Verkehr ja nicht, wenn er aus der Fußgängerzone herausgehalten wird. Für die Kaufmannschaft hätte das auch keine großen Vorteile.

Frage: Und wie sieht’s mit den Radfahrern aus?

Ellen Köncke: Wenn die Geschäfte geschlossen haben, halte ich es für gut, das Radfahren in der Fußgängerzone zu erlauben. Das sorgt auch für eine Belebung. Aber zu den Zeiten, zu denen die Läden geöffnet haben, wäre es eine Gefährdung. Radfahrer können sehr schnell sein.

Frage: Waren Sie schon einmal am Weserstrand?

Ellen Köncke: Ja, nachdem ich es gewagt habe, über die Brücke beim Bahnhof zu gehen. Da steht zwar ein Schild, aber man weiß nicht genau, wie weit es noch ist. Als ich dann oben auf der Brücke stand, war ich positiv überrascht. Das ist eine schöne Anlage. Aber auch am Strand war ich erstaunt, wie wenig Leute sich da aufhalten. Vielleicht müsste man noch deutlicher mit Schildern darauf hinweisen.

Frage: Was sind die wichtigsten Baustellen und Ziele, die Sie als Dezernentin angehen wollen?

Ellen Köncke: Es zu schaffen, dass die Fußgängerzone wieder funktioniert, wäre ein schöner Erfolg. Sei es durch eine Durchmischung mit Wohnen, sei es durch eine Ansiedlung von Ankermietern. In der Aufwertung der Innenstadt sehe ich einen besonderen Schwerpunkt. Eine Innenstadt, die kein Leben hat, wirkt befremdlich.

Frage: Was ist noch wichtig aus städtebaulicher Sicht?

Ellen Köncke: Zum Beispiel ein funktionierendes Radwegesystem. Das wäre auch für die Tourismusförderung gut. Natürlich wünsche ich mir auch, dass wir Nutzer für das neue Industriegebiet in Blexen finden und das Stadtsäckel durch zusätzliche Gewerbesteuern etwas voller wird.

Frage: Sind Sie mit dem Zustand der Grünanlagen zufrieden

Ellen Köncke: Die Pflege scheint im Zuge der Haushaltskonsolidierung leider etwas vernachlässigt worden zu sein. Vielleicht wären Patenschaften, bei denen Bürger sich um Grünflächen oder Beete kümmern, ein Ansatz.

Frage: Wie bewerten Sie den Zustand der Straßen in Nordenham?

Ellen Köncke: Sehr unterschiedlich. Das lässt sich nicht pauschal sagen.

Frage: Was mögen Sie besonders an Nordenham?

Ellen Köncke: Mir gefällt es, dass Nordenham eine sehr grüne Stadt ist. Ich finde es auch positiv, dass viele alte Gebäude aus der Gründerzeit mit viel Liebe zum Detail restauriert werden. Gerade für die recht junge Stadt Nordenham ist es wichtig, dass das Alte bewahrt wird. Auch die Gestaltung der Neubaugebiete gefällt mir. Das hat schon Qualität.

Frage: Finden Sie, dass Nordenham ein Imageproblem hat?

Ellen Köncke: Ja, ich glaube schon.

Frage: Was kann man dagegen machen?

Ellen Köncke: Nordenham müsste für irgendetwas Besonderes stehen. Kaum einer kennt Nordenham. Die Stadt hat kein Blinklicht, das es nur hier gibt. Wichtig für die Außenwirkung ist auch, dass die Nordenhamer sich mit ihrer Stadt identifizieren.

Frage: Haben Sie eine Idee für ein Nordenham-Blinklicht?

Ellen Köncke: So spontan leider nicht.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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