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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Stiller Protest für die Rechte von Tieren

25.08.2018

Nordenham Sie stehen völlig reglos und stumm, ganz in schwarz gekleidet, ihr Gesicht ist mit Masken bedeckt. Sie halten Laptops und Schilder. Auf den Bildschirmen geben Videos einen Einblick in Kuh- und Schweinemastställe, Fischzuchten und Pelzfarmen. „Truth – Wahrheit“ ist auf den Schildern zu lesen. Wer am vergangenen Sonntag über die Fußgängerzone zum Stadtfest auf den Marktplatz kam, dem dürften die schwarz gekleideten Menschen mit den Masken aufgefallen sein.

Nicht ansprechen

Sie hatten sich auf der Marktpassage, die die Friedrich-Ebert-Straße mit dem Marktplatz verbindet, zu einem sogenannten Cube of truth formiert. Das ist eine besondere Kunstform, in der ein Würfel aus Menschen gebildet wird. „Anonymous for the voiceless“ nennt sich die Gruppe, die aus rund 28 Menschen aus der Region, darunter sieben aus Nordenham und Butjadingen, besteht. Anonymus for the voiceless ist eine Tierrechtsorganisation, die sich 2016 in Australien gegründet hat, erklärt das Mitglied Linda Grüneisen aus Eckwarden einige Tage nach der Aktion im Gespräch mit der NWZ.

Mit ihrem stillen Protest wollen die Aktivisten den Menschen ins Bewusstsein bringen, was Nutztiere erdulden müssen, damit der Verbraucher Fleisch auf den Teller bekommt. Die Guy-Fawkes-Maske ist bewusst gewählt, sie steht für Menschen, die sich für die Unterdrückten einsetzen und gegen die Verfolgung von Minderheiten protestieren, berichtet Linda Grüneisen.

Für die Nordenhamer Gruppe war es die erste Aktion dieser Art. Offiziell hat sich die Ortsgruppe, der Menschen aus der ganzen Region angehören und die nicht nur in Nordenham aktiv ist, im Juli gegründet. Sie ist aus dem veganen Stammtisch entstanden, der wiederum aus der Facebook-Gruppe „Nordenham Vegan“ gegründet wurde. Sie wollen sich mit Aktionen für die vegane Lebensweise einsetzen, allerdings ohne anderen Menschen ihre Meinung aufzudrängen, betonen die Mitglieder.

Das Schöne an den Aktionen von Anonymous for the voiceless sei, dass alles friedlich und freiwillig ablaufe, sagt Linda Grüneisen. „Keiner von uns würde bei einer Aktion von sich aus Passanten ansprechen, und schon gar nicht mit der Maske“, sagt die 40-Jährige. Die Leute sollen freiwillig kommen, sagt sie. Nur wenn Passanten von sich aus deutliches Interesse zeigen, würden sie von Mitgliedern der Gruppe, natürlich unmaskiert, angesprochen.

Dabei werde jedoch bewusst vermieden, ihr Gegenüber mit „Informationen zuzuballern“, sagt Linda Grüneisen. Vielmehr suchten sie das Gespräch mit „deeskalierenden Fragen“: „Dann finden die Personen ganz von alleine die Argumente, die für eine tierleidfreie Lebensweise sprechen“, sagt Linda Grüneisen, die seit knapp vier Jahren vegan lebt.

„Man schaut sich zusammen die Videos an und fragt, ob sie so etwas schon einmal gesehen haben und ob sie wussten, dass Fleisch so produziert wird“, erklärt Lars Grüneisen die Vorgehensweise genauer. Nur die Wenigsten wüssten, dass die meisten Kälber innerhalb der ersten 48 Stunden nach ihrer Geburt von der Mutter getrennt werden, oder dass viele männliche Kälber geschlachtet werden, weil sie natürlich keine Milch geben, sagt er.

Der 17-Jährige lebt seit über einem Jahr vegan. „In der Regel ist es so, dass wir immer positiv aus dem Gespräch rausgehen“, meint er.

„Kaum ein Veganer sagt, dass ihm Milch und Fleisch nicht schmecken“, sagt Linda Grüneisen. Aber der Geschmack und einfach die Gewohnheit, Fleisch zu essen, seien die einzigen Argumente für den Verzehr von Fleisch. Der Mensch, der das einzige Lebewesen ist, das Milch von anderen Lebewesen zu sich nimmt, komme auch sehr gut ohne tierische Lebensmittel zurecht, sind die Veganer überzeugt.

Zwischenschritt unnötig

Die Nährstoffe, die ein Mensch über die tierischen Lebensmittel aufnimmt, stecken auch in dem, was die Tiere essen, meint Tini Schrewe, die seit Oktober 2017 vegan und bereits seit sechs Jahren vegetarisch lebt. „Wir brauchen den Zwischenschritt über die Tiere nicht“, fügt Linda Grüneisen hinzu.

Die Anonymous-Gruppen stehen nicht nur für die Rechte der Tiere, sondern sie stellen sich generell gegen jede Form der Unterdrückung wie zum Beispiel Sexismus und Rassismus, stellt Linda Grüneisen klar. Weltweit gibt es inzwischen 746 Gruppen von Anonymous for the voiceless.

Davon stammen 78 Gruppen aus Deutschland. Wer mehr über die Ziele, die Motivation und die Aktionen der Gruppen oder über die vegane Lebensweise erfahren möchte, kann sich mit der Facebook-Gruppe Nordenham Vegan in Verbindung setzen. An diesem Samstag, 25. August, finden in 50 Städten weltweit Veranstaltungen von Anonymous for the voiceless statt.

Merle Ullrich
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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