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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Flugzeugbau: Vom Hoffnungsträger zum Ladenhüter

17.01.2018

Nordenham Im August 2003 war die Welt noch in Ordnung und der Glaube an eine goldene Zukunft des neues Superfliegers unerschütterlich. Rund 1700 Mitarbeiter sowie Gäste aus Wirtschaft und Politik hatten sich zu einer großen Party auf dem Gelände des Nordenhamer Flugzeugwerks versammelt. Sie feierten die Auslieferung der ersten sieben Rumpfschalen für den neuen Riesen-Airbus A380. Der damalige Geschäftsführer von Airbus Deutschland, Gerhard Puttfarcken, schwärmte von „glänzenden Perspektiven“ auf dem Weltmarkt und betonte, dass der europäische Luftfahrtkonzern mit der A380 für die Zukunft „optimal aufgestellt“ sei. Diese Euphorie ist längst Geschichte. Der einst als Hoffnungsträger gestartete Superflieger hat sich zum Ladenhüter entwickelt. Weil das Interesse der Fluggesellschaften an der A380 weit hinter den Erwartungen der Airbus-Manager zurückgeblieben ist, drohen jetzt sogar das Produktionsaus und die Einstellung des Programms. Was hätte das für Folgen für den Standort der Premium Aerotec GmbH (PAG) in Nordenham-Einswarden?

Kräftig investiert

In der ursprünglichen Planung war Airbus davon ausgegangen, dass bei den angestrebten Auslieferungszahlen etwa 650 Beschäftigte in Einswarden in der Fertigung der A-380-Rumpfschalen tätig sein werden. Der Luftfahrtkonzern hatte im Januar 2001 auf dem Werksgelände in Einswarden damit begonnen, extra für die A 380 neue Produktionsstätten zu errichten. Kernstück war der Bau einer 207 Meter langen und 80 Meter breiten Halle. Ausgerüstet wurde sie mit hochmodernen Anlagen für die Profilbearbeitung, das Laserschweißen und die Glare-Fertigung, bei der ein Laminat-Material aus Aluminium und Glasfaserkleber zum Einsatz kommt. Die Investitionen bezifferte der damalige Standort-Chef Jürgen Nuske mit rund 180 Millionen Euro.

Die anfängliche Fertigungsrate von jährlich 28 Flugzeugen dieses XXL-Typs musste das Airbus-Management schon bald nach unten korrigieren. Inzwischen ist die Jahresproduktion auf zwölf geschrumpft, und für 2019 sind lediglich acht Auslieferungen vorgesehen.

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Im Sinkflug

Dieser Rückgang spiegelt sich auch in den sinkenden Produktionsanteilen der A 380 bei PAG wider. Bei dem zu Airbus gehörenden Zulieferunternehmen spielt der Superflieger nur noch eine Nebenrolle. In Nordenham ist der Anteil der A-380-Fertigung an der Gesamtauslastung auf bescheidene drei Prozent zusammengeschmolzen. In einem ähnlichen Verhältnis stellt sich in der Belegschaft der Anteil der Arbeitsplätze im A-380-Programm dar. Von den etwa 3000 Jobs in dem Einswarder Werk sind um die 90 in der A-380-Fertigung angesiedelt. Die einst für die Superairbus-Schalen errichtete Halle wird mittlerweile auch für andere Tätigkeiten genutzt.

Der Nordenhamer Betriebsratsvorsitzende Michael Eilers hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der A 380 die drohende Bruchlandung erspart bleibt. Nach wie vor ist er von den Vorteilen des doppelstöckigen Großraumfliegers überzeugt und würde das Aus dieses Modells bedauern.

Dass sich die A380 bisher nicht auf dem Markt durchsetzen konnte, führt Michael Eilers auf das „Dilemma der Triebwerkstechnik“ zurück. Bei den Fluggesellschaften liegen zweistrahlige Maschinen zurzeit im Trend, so dass die vierstrahlige A 380 ins Abseits rückt.

Andere Erfolgsmodelle

Angesichts des schon seit Jahren anhaltenden Sinkflugs des größten Airbus-Modells und der entsprechend verringerten Produktionsanteile in Nordenham ist Michael Eilers guter Dinge, dass sich ein mögliches Ende dieser Baureihe durch den Hochlauf anderer Programme kompensieren lassen könnte. Damit meint der Betriebsratsvorsitzende die stark nachgefragten Airbus-Flugzeuge aus der Singe-Aisle-Familie, zu der die A320, die A330 und die A350 zählen. „Entscheidend ist, wie sich die Gesamtauslastung weiter entwickelt“, macht Michael Eilers deutlich.

Zunächst gelte es aber, die weiteren Verkaufsverhandlungen – vor allem mit dem Großkunden Emirates – abzuwarten und die Daumen zu drücken, dass der Super-Airbus doch noch die Kurve kriegt.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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