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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wenn die Digitalisierung im Beruf krank macht

03.01.2018

Nordenham Die Digitalisierung bietet im Hinblick auf die Flexibilität von Unternehmen und deren Beschäftigten viele Vorteile. Moderne Technologien erlauben ein räumlich verteiltes Arbeiten und können psychische Fehlbelastungen bei Beschäftigten reduzieren. Ergebnisse aus einer Befragung des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) zeigen allerdings auch, dass sich jeder Fünfte durch die Digitalisierung überlastet oder ausgebrannt fühlt.

Ein Ergebnis aus dem BKK Gesundheitsreport 2017 „Digitale Arbeit – Digitale Gesundheit“ zeigt, dass im Jahr 2016 psychisch Erkrankte im Schnitt 38,8 Tage der Arbeit fern blieben. Der Gesundheitsreport der BKK Melitta Plus für den Landkreis Wesermarsch zeigt ein ähnliches Ergebnis. Hier waren die Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen 2016 im Schnitt 35 Tage arbeitsunfähig. Im Vergleich zum Jahr 2015 (28,4 Tage) ist im Landkreis Wesermarsch jedoch ein erheblicher Anstieg von etwa 23 Prozent zu verzeichnen.

Experten gehen auf Grund der stetig wachsenden Digitalisierung von einer weiteren Zunahme der psychischen Erkrankungen in den nächsten Jahren aus. Zudem ist die Dauer der Arbeitsunfähigkeit bei psychischen Erkrankungen wesentlich höher als bei anderen Erkrankungen (Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems: 19,9 Arbeitsunfähigkeitstage im Jahr 2016).

Ein viel diskutiertes Phänomen ist die Anforderung nach ständiger Erreichbarkeit in der Arbeit. Viele Beschäftigte sehen hier eine Möglichkeit Freizeit, Familie und Beruf besser vereinen zu können. Jedoch zeigen Studien, dass diese ständige Erreichbarkeit auch zu Gesundheitsbeeinträchtigungen führen kann, teilt die BKK Melitta Plus mit. Besonders emotionale Erschöpfung, schlechtere Schlafqualität, psychische Gesundheitsprobleme sowie Rücken- und Nackenschmerzen gelten als Folgen ständiger Erreichbarkeit.

Die Arbeitswelt werde durch die Digitalisierung und den demografischen Wandel vor immer größere Herausforderungen gestellt. Damit Unternehmen und Beschäftigte die Vorteile der Digitalisierung nutzen können, gewinne die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen einen beachtlichen Stellenwert. „Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht, die negativen Folgen von Digitalisierung und ständiger Erreichbarkeit wirksam einzudämmen, ohne gleichzeitig die positiven Potenziale einzuschränken“, teilt die BKK Melitta Plus mit. Dafür seien individuelle Präventionskonzepte für unterschiedliche Unternehmensarten und -größen notwendig.

„Wir als regionale Krankenkasse möchten einheimische Unternehmen und deren Beschäftigten bei diesen Herausforderungen unterstützen und bieten deshalb Beratungen im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements an“, erläutert Wilfried Furche, Vorstand der BKK Melitta Plus und ergänzt: „Wir sind hierbei seit vielen Jahren professionell aufgestellt und können mit Katharina Hersemann, Referentin für betriebliches Gesundheitsmanagement, auch auf langjährige Erfahrung in der Arbeitswelt zurückgreifen.“

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