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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Der Seeadler ist wieder da

04.05.2018

Nordenham In Schleswig-Holstein zieht gerade ein Seeadlerpärchen drei Junge groß und hat es dadurch in eine Fernsehsendung geschafft. In der Wesermarsch ist das schon nichts Besonderes mehr. Denn die zwei Greifvögel aus der Familie der Habichtartigen, die sich vor vier Jahren in Elsfleth-Neuenfelde angesiedelt haben, brüten fast regelmäßig drei Eier aus. „Das liegt an den Genen und am umfangreichen Nahrungsangebot mit den vielen Brassen und Karpfen in den Teichen“, erklärte Franz-Otto-Müller, Vorsitzender des Naturschutzbundes Wesermarsch, jetzt seinen rund 25 Zuhörern bei einem Vortrag im Vereinsheim des Nordenhamer Ruderclubs.

Knapp zwei Stunden referierte der Braker Jäger und Falkner über die Neuansiedlung der gewaltigen Tiere in der Wesermarsch und in Friesland. Franz-Otto Müller berichtete, dass schon im 18. Jahrhundert Seeadler in der Wesermarsch gesichtet wurden. Erst viel später wurden die Fisch-, Wasservögel- und Aasfresser in Mittel- und Westeuropa weitgehend ausgerottet. 1992 gab es gerade einmal ein einziges Brutpaar in Niedersachsen, heute sind es stolze 38 Pärchen. „Und im vergangenen Jahr wurden 55 Jungvögel flügge. Das ist eine Erfolgsstory sondergleichen“, freute sich der Referent, der seinem Publikum viele Detailinformationen über die größten Greifvögel in Mitteleuropa zukommen ließ.

Seeadler sind 50 bis 90 Zentimeter groß und wiegen je nach Geschlecht und Alter bis zu 7 Kilogramm. Ihre älteren und immer wieder aufgestockten Horste können einen Durchmesser von zwei Metern, eine Höhe von drei bis fünf Metern und ein Gewicht von 600 Kilogramm erreichen.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Zuhörer, als Franz-Otto Müller die gigantische Flügelspannweite der Tiere von bis zu zweieinhalb Metern mit einem Seil verdeutlichte. Anders als ihre jüngeren Artgenossen leben die älteren Seeadler in Dauerbeziehungen. In unseren Breitengraden vagabundieren sie auch nicht mehr, sondern sie bewegen sich hier in einem Radius von etwa 30 Kilometern.

Neben den Tieren in Neuenfelde wurden Exemplare in Varel-Hohelucht, in Lemwerder-Deichshausen, aber auch zum Beispiel im Cuxland auf der Luneplate oder in Ritterhude gesichtet. Windkraftanlagen, Trassen und Autos stellen vor allem für die Jungtiere oftmals eine große Gefahr dar, so dass einige Tiere bereits in der Rasteder Wildtierauffangstation medizinisch versorgt werden mussten. Manchmal enden Unfälle allerdings auch tödlich.

Jungvögel lassen sich übrigens erst aus dem Horst fallen, ehe sie das Fliegen erlernen. „Für mich persönlich ist es immer eine Freude, die Tiere bei ihren ersten Flugversuchen im September zu beobachten“, sagte Franz-Otto Müller. „Es ist, als ob sie sich selber freuen, wenn sie die Thermik und die verschiedenen Möglichkeiten des Federschlags für sich entdecken.“

Zurzeit sitzen die gerade geschlüpften Seeadler allerdings noch in ihren Horsten, bei denen es sich oftmals um ausgebaute Mäusebussardhorste handelt. Vogelbeobachtungen sollten gerade jetzt nur aus einem Abstand von mehreren hundert Metern aus erfolgen, da alles andere für die imposanten Flugtiere, die in freier Wildbahn etwa 20 Jahre alt werden, störend wäre.

Der Vortrag „Der Seeadler – Neubürger in der Wesermarsch und in Friesland“ war eine Zusammenarbeit zwischen dem NABU Wesermarsch und dem NABU Nordenham. Wer Interesse hat, sich vor Ort für den Naturschutz zu engagieren, kann sich in Blexen bei Herbert Dannemeyer melden. Er ist unter Telefon   04731/37285 erreichbar und per E-Mail an info@nabu-nordenham.de.

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